In einem hellen, freundlichen Wohn-Esszimmer stehen im hinteren Bereich vor dem Fenster ein graues Sofa und ein passender Sessel. Im Vordergrund ist ein Esstisch aus Holz zu sehen.
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Einrichtungstrend Lagom: Glücklich wohnen wie die Schweden

Arne Schätzle

Sie leben entspannt, die Schweden. Woran das liegt? Wahrscheinlich an Lagom, der typisch schwedischen Lebensart. Wir zeigen Ihnen, wie auch Sie mit Lagom glücklich wohnen.

In diesem Artikel

Lagom bedeutet, glücklich und ausgeglichen zu leben

Was genau heisst «Lagom» eigentlich? Eine wortwörtliche Übersetzung des Begriffs existiert tatsächlich nicht. Meistens wird er mit «nicht zu viel und nicht zu wenig» beziehungsweise «genau richtig» umschrieben. Lagom ist allerdings mehr als ein Trend, es ist eine Lebenshaltung. Ernährung, Arbeit und eine nachhaltige Lebensweise. Kurzum: Wer lagom lebt, besinnt sich auf das Wesentliche.

Vom Lebensstil zum Wohnkonzept

Diese Lebensphilosophie haben die Skandinavier auch auf ihr Wohnkonzept übertragen: Wohnräume sollten nicht überfüllt sein – weder mit Möbeln, noch mit Accessoires oder grellen Farben. Lagom-Fans bevorzugen Möbel aus natürlichen, nachhaltigen Materialien wie Holz oder Wolle und naturfarbene Baumwolle, und diese idealerweise aus nachhaltiger Produktion.

Auch andere Naturstoffe wie Ton, Porzellan, Naturstein, Sisal oder Holz passen zum Lagom-Stil. Dazu bestimmen erdnahe, neutrale Farben, helle Wände, warme und natürliche Materialien und schnörkellose Dekoration das Interior-Design im Lagom-Stil.

In einem Esszimmer mit einer petrolfarbenen Wand und grossen Fenstern steht ein Esstisch mit sechs Stühlen. Auf dem Tisch befindet sich eine Vase mit Tulpen.

Grosse Fenster, reduziertes Interieur, dezente Farben – das ist Lagom.

Grosse Fenster: Mehr Licht, mehr Leben, mehr Lagom

Ein wichtiges Element des Lagom-Wohnstils sind offene, helle Räume mit grossen Fenstern, die so viel Tageslicht wie möglich ins Haus lassen. Die Lampen sorgen zusätzlich für eine freundliche Atmosphäre: Die Lichtquellen sind im Raum verteilt und nicht höher als auf Kopfhöhe montiert. Und egal, ob die Lampe nun auf dem Boden oder auf dem Sideboard steht, sie verbreitet immer ein warmes, helles Licht.

Die Lagom-Farbenwelt: Bitte nicht zu bunt

Möbel, Accessoires, Wand-, Decken- und Bodenfarben harmonieren am besten, wenn sie aus derselben Farbfamilie stammen. Bevorzugte Töne für ein ausgeglichenes Ambiente sind ruhige, erdnahe, neutrale Töne: zum Beispiel Grau, Khaki, Beige oder Greige – eine Kombination aus Grau und Beige.

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Lagom bedeutet nicht, komplett auf bunte Elemente zu verzichten. Vielmehr geht es darum, ein ausgewogenes Mass an Farbigkeit zu finden. Kleine Farbtupfer sind durchaus erlaubt, und als bewusste Akzente sogar gewünscht.

Weniger Verspieltheit, mehr Stil: Die Lagom-Accessoires

Grundsätzlich sollen Flächen und Wände frei von Deko-Verspieltheit bleiben, damit der Raum ruhig wirkt. Grelle Farben, laute Muster oder wilde Arrangements sind bei Lagom also nicht angesagt. Statt auf ein Sammelsurium an Dekoration bauen Sie lieber auf wenige, hochwertige Unikate und setzen diese liebevoll und ganz bewusst in Szene.

Interior-Highlight: Das Wohnzimmer

Im Zentrum eines jeden Wohnzimmers steht in der Regel das gemütliche Sofa, um entspannt Zeit mit der Familie oder Gästen zu verbringen, zum Lesen, Fernsehen oder für den Powernap zwischendurch. Im Lagom-Universum sind vor allem Sofas in Grau-Nuancen angesagt. Dazu passen kleine, runde Tische oder auch ein klassisches Nierentischchen. Und bei Kissen oder Wolldecken sind die passenden Farbtupfer mehr als erwünscht.

Cleaner Look: Das Esszimmer im Lagom-Stil

Der grosse Esstisch aus Holz ist aus dem Lagom-Esszimmer nicht wegzudenken, auf ein Tischtuch hingegen können Sie gerne verzichten. Und wenn es doch mal eines braucht, dann eignet sich am besten eines in Weiss oder Beige.

Eine Frau sitzt mit ihrem Laptop an einem Tisch aus Teakholz vor einer Glasvitrine mit Trinkgläsern.

Lagom, das bedeutet natürliche, unbehandelte Materialien.

Ergänzt wird der Tisch durch moderne Esszimmerstühle, ebenfalls aus naturbelassenem Holz, wahlweise auch mit Stoff bezogen. Über dem Ensemble hängt eine stilvolle Pendelleuchte, als Deko eignen sich frische Blumen und Kerzen. Und der Teppich unter dem Tisch besteht aus Naturfasern wie Bast, Sisal, Jute, Kokos, Seegras oder Abaca.

Funktional und gemütlich: Lagom in der Küche

Helles Holz bestimmt den Lagom-Look auch in der Küche, sei es in Naturfarben oder weiss gestrichenem Holz. Den Fussboden zieren entweder helle Fliesen oder ein Holzboden, der sich als Kontrast gerne auch in dunkleren Brauntönen zeigen darf. Energiesparende Elektrogeräte runden den nachhaltigen Eindruck ab. Auch regionale und saisonale Lebensmittel gehören dazu.

Harmonischer Ruhepol: Lagom im Schlafzimmer

An keinem Ort in der Wohnung stehen Ruhe und Erholung mehr im Mittelpunkt als im Schlafzimmer. Umso wichtiger ist, dass dieser Raum eine harmonische visuelle Einheit darstellt. Dabei ist das Bett das wichtigste Möbelstück, am besten ein dezentes Modell, beispielsweise ein schlichtes Kastenbett.

In der Mitte eines Schlafzimmers steht ein grosses Bett aus hellem Holz.

Auch das Schlafzimmer wirkt sehr reduziert und bildet so einen Ruhepol im Haus.

Betten im Lagom-Stil haben oft ein Kopfteil aus Stoff, das bei der Lektüre am Abend den Rücken komfortabel stützt. Bei der Bettwäsche kommen vielfach nachhaltige Bio-Baumwoll- oder Leinenbezüge zum Einsatz. Und auch beim Kleiderschrank setzen die Skandinavier gern auf Stoff: Oft findet sich an der Vorderseite nämlich ein Vorhang. Auch im Schlafzimmer ist es wichtig, den Raum nicht zu überladen: Als Nachttische dienen daher oft kleine, einfache Tischchen.

Haben wir Ihr Interesse an Lagom geweckt? Probieren Sie unsere Einrichtungstipps doch einmal aus – und entdecken Sie den Schweden in sich.

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