Blick auf eine gebogene Einfahrt mit Lavendel und anderen Pflanzen an den Seiten.
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Bauen und Kaufen

Einfahrt pflastern: Material, Kosten und Bauanleitung

Thomas Bott

Entscheiden Sie sich dazu, Ihre Einfahrt zu pflastern, hat das einige Vorteile. Der Weg mit dem Auto auf das Grundstück wird dadurch ebener und weniger schmutzig. Doch die Arbeiten sind mit hohem Aufwand verbunden und es können sich schnell Fehler einschleichen. Deshalb ist eine gute Planung besonders wichtig. Was Sie dabei beachten sollten, welche Materialien es gibt, wie Sie beim Pflastern der Einfahrt am besten vorgehen und welche Kosten auf Sie zukommen, erfahren Sie hier.

Einfahrt pflastern: allenfalls Baugenehmigung einholen

Bauliche Veränderungen an Haus und Grundstück unterliegen bestimmten Regeln. Diese sind von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Bevor Sie sich also an die Planung der gepflasterten Einfahrt machen, lohnt sich ein Anruf oder Besuch beim zuständigen Bauamt. Dieses teilt Ihnen allfällige Bestimmungen mit.

Möglicherweise brauchen Sie für die Arbeiten sogar eine Baugenehmigung. Das ist etwa dann der Fall, wenn das angeschlossene Gebäude unter Denkmalschutz steht. Ist die Einfahrt komplett neu, entsteht ein neuer Anschluss zu einer öffentlichen Strasse, so braucht es ohnehin die Genehmigung des Bauamts. Zudem könnten Leitungen unter dem Boden verlaufen. All das gilt es zunächst abzuklären.

Pflastersteine: Wahl der richtigen Materialien

Machen Sie sich schon früh Gedanken, welche Art von Pflastersteinen Sie verwenden wollen. Die Wahl wirkt sich schliesslich auf die Vorgehensweise und natürlich entscheidend auf die Kosten aus. Im Folgenden finden Sie eine Erklärung der verschiedenen Pflaster.

  • Natursteinpflaster: Der Weg vom Steinbruch bis zum Kunden ist bei Pflaster aus Naturstein weit. Die Herstellung ist aufwendig, was die Kosten in die Höhe treibt. Besonders verbreitet sind unterschiedlich grosse Würfel und Steinplatten. Die Auswahl an Farben ist bei Naturstein begrenzt – und kommt immer auf die Art des Steins an. So ist Porphyr etwa rötlich, Marmor weisslich und Gneis gräulich. Die Steinarten lassen sich beim Verlegen aber auch gut mischen. So lassen sich auch Muster verlegen.
  • Betonsteinpflaster: Die Mischung aus Zement, Gesteinskörnung und Wasser lässt sich in zahlreiche verschiedene Formen giessen. Durch die Zugabe von Pigmenten sind sogar unterschiedliche Farben möglich. Entsprechend ist die Auswahl an Betonsteinpflaster gross – und die Preise sind vergleichsweise niedrig. Rasengittersteine erfreuen sich besonderer Beliebtheit, weil sie hohe Stabilität bieten und Wasser einfach abfliessen kann.
  • Klinkerpflaster: Das Pflaster ist eine Mischung aus Wasser und wahlweise Ton oder Lehm. Auch hier sind verschiedene Formen möglich. Nach dem Brennen sind die Steine meist rötlich. Je nach Mineralgehalt können aber auch unterschiedliche Grautöne entstehen. Klinkerpflaster ist in der Regel etwas kostspieliger als Betonsteinpflaster, aber günstiger als Natursteinpflaster.
  • Holzpflaster: Holz kommt in Einfahrten heute nur selten zum Einsatz. Das hat unterschiedlichste Gründe – der wohl wichtigste dürfte allerdings die Beständigkeit sein. Holz gibt schneller nach als Stein und hält Witterungen auch weniger gut Stand. Dafür sieht es sehr schön aus und ist auch nicht besonders teuer. Besser eignen sich aber dennoch in jedem Fall Stein oder Beton.
Nahaufnahme von Rasengittersteinen aus Beton, zwischen denen sich bereits Unkraut sammelt.

Rasengittersteine lassen Wasser einfacher ablaufen, allerdings kommt auch schnell Unkraut durch die Öffnungen im Betonstein.

Vorbereitung: Plan erstellen und Bodenarbeiten

Massstab, Stift und Papier sind die ersten Werkzeuge, die Sie in die Hand nehmen sollten. Es ist wichtig, einen genauen Plan von der zukünftigen Einfahrt zu zeichnen und alle Masse einzutragen. Das entscheidet, wie viel Material Sie brauchen und welche Geräte notwendig sind. Der Aushub für eine kleinere Einfahrt kann schliesslich auch mit Spaten und Schaufel gelingen. Ist die Fläche grösser, braucht es schon einen kleinen Bagger, den Sie im Baumarkt oder im Gartencenter leihen können. Rechnen Sie dann aus, wie viele Steine Sie für das gesamte Projekt und jede einzelne Reihe benötigen. Vergessen Sie dabei nicht allfällige Fugen. Meist bleiben zwischen den Steinen zwei bis fünf Millimeter frei.

Stecken Sie anschliessend die bemessene Fläche ab. Dafür brauchen Sie Eisen- oder Holzstangen für die Ecken und Maurerschnur, um die Stangen miteinander zu verbinden. Das sollte auf Höhe der späteren Randsteine geschehen. Nun wissen Sie genau, in welchem Bereich die Erdarbeiten auszuführen sind. Tragen Sie nun etwa 30 bis 50 Zentimeter Erde ab. Dabei sollte bereits das Gefälle entstehen, das die Einfahrt später haben soll. Mit einer Rüttelplatte, die Sie ebenfalls im Baumarkt oder im Gartencenter leihen können, festigen Sie den Untergrund noch etwas.

Eine Palette mit Betonpflaster steht auf einer bereits gepflasterten Stelle. Daneben ist eine noch unfertige Stelle mit Splittbett zu sehen.

Messen Sie die geplante Einfahrt gut aus, damit Sie genau die benötigte Menge an Pflastersteinen kennen.

Einfahrt: Tragschicht und Randsteine setzen

Die Steine können Sie nicht einfach auf den blanken Boden setzen. Das Pflaster muss schliesslich vor Frost geschützt sein, darf möglichst nicht absinken und sollte einen guten Wasserablauf garantieren. Genau dafür braucht es eine Tragschicht. Diese unterteilt sich in eine untere und eine obere Schicht. Unten schütten Sie etwa 20 Zentimeter hoch Bruchstein ein. Dafür eignet sich beispielsweise Kies. Teilen Sie die Arbeit im besten Fall in zwei Schritte auf. Zunächst zehn Zentimeter, diese mit dem Rüttler verdichten und anschliessend die restlichen zehn Zentimeter aufschütten. Am Ende verdichten Sie die Fläche erneut.

Bevor Sie mit der oberen Tragschicht weitermachen, sollten Sie die Randsteine setzen. Diese dienen als Rahmen für die weiteren Schichten. Zur Befestigung schütten Sie etwas Magerbeton, also Beton mit relativ geringem Zementanteil, an die Stelle, an der die Steine sitzen sollen. Nun stellen Sie diese auf, sodass sie mit der gespannten Maurerschnur abschliessen. Schlagen Sie dafür mit einem Gummihammer oben auf die Steine. Zur Befestigung nehmen Sie den Beton, bauen damit von beiden Seiten eine Stütze und ziehen diese glatt. Danach müssen Sie warten, bis der Beton fest ist. Das kann ein paar Tage dauern. In der Zwischenzeit können Sie am abschüssigen Ende der Einfahrt eine Rinne einbauen, damit das Wasser nicht auf das Grundstück oder die Strasse fliesst, sondern in die Kanalisation. Dabei gehen Sie ähnlich vor wie beim Legen der Randsteine.

Ist der Beton für an den Randsteinen getrocknet, kommt die obere Tragschicht, die aus feinerem Schotter oder Drainagebeton besteht. Das Material schütten oder giessen Sie ähnlich ein, wie schon bei der Schicht zuvor. Vergessen Sie nicht, auch hier mit einem Rüttler zu verdichten. Etwa 15 Zentimeter hoch sollte die obere Tragschicht am Ende sein.

Über die zweite Tragschicht kommt jetzt noch das Splittbett. Diese Schicht besteht aus Splitt und Brechsand. Hier gilt es zu beachten, dass die Schicht nicht zu hoch ist, damit die Pflastersteine später nicht überstehen. Legen Sie deshalb Metallrohre mit einem Durchmesser von fünf Zentimetern parallel zueinander auf die Tragschicht. Schütten Sie nun das Splittbett ein und ziehen Sie es mit einem Abziehbrett über die Metallrohre glatt. Messen Sie dabei immer wieder an den Seiten nach, damit die Steine später auch perfekt passen.

Pflasterarbeiten: Verlegen der Pflastersteine

Jetzt geht es endlich an das eigentliche Verlegen der Pflastersteine. Das ist an sich nicht kompliziert. Sie legen die Steine nur im gewünschten Muster auf das Splittbett und klopfen sie mit dem Gummihammer ein. Achten Sie dabei auf die gewünschten Abstände zwischen den Steinen und versuchen Sie möglichst gerade zu bleiben. Im Idealfall stehen die Steine rund einen Zentimeter über, weil sie sich beim anschliessenden Rütteln noch etwas senken.

Tipp: Stehen Sie beim Verlegen immer auf den Steinen, nie auf dem Splitt, denn dieser muss so eben wie möglich sein.

Vorsicht: Fangen Sie Bahnen nicht mittendrin an. Gehen Sie systematisch vor und legen Sie nur Stein an Stein, sonst entstehen schnell Löcher im Muster, für die Sie extra Steine zuschneiden müssen.

Tipp: Sollten die Steine nicht passgenau abschliessen, müssen Sie diese mit einem Trennschleifer zuschneiden.

Eine Stelle mit bereits gelegten Pflastersteinen. Die Gestaltung ist etwas freier gewählt, mit unterschiedlich grossen Fugen zwischen den Steinen.

Welche Muster und Abstände Sie beim Pflastern legen, bleibt Ihnen überlassen. Allerdings sollten Sie bei der Höhe sehr genau sein.

Einfahrt finalisieren: Glattziehen der Oberfläche

Die Arbeiten sind fast abgeschlossen. Jetzt geht es allerdings an die Fugen zwischen den Steinen. Für diese verwenden Sie Fugensand. Schütten Sie ihn mit einer Schaufel grosszügig über die ganze Einfahrt. Im Anschluss kehren Sie den Sand zwischen die Pflastersteine ein. Rütteln Sie anschliessend längs und quer über das gesamte Pflaster.

Nun ist erneut Warten angesagt, denn der Sand muss sich etwas setzen. Nach ein bis zwei Tagen gehen Sie erneut mit Fugensand über die Pflastersteine und kehren ihn ein. Warten Sie nun erneut etwas und kehren Sie am Schluss den überschüssigen Sand weg. Jetzt ist Ihr Pflaster verlegt und Sie können Ihre neue Einfahrt nutzen.

Einfahrt pflastern: Diese Kosten kommen auf Sie zu

Wie bereits weiter oben beschrieben, spielt die Wahl der Pflastersteine eine grosse Rolle bei den Kosten. Einfacheres Beton- oder Klinkerpflaster gibt es schon ab rund 20 Franken pro Quadratmeter. Für Naturstein sollten Sie mit Preisen ab etwa 70 Franken pro Quadratmeter rechnen. Dazu kommen einige weitere Kosten:

  • Notwendiges Material oder Werkzeug
  • Kosten
  • Randsteine
  • rund 6 Franken pro Meter
  • Bruchstein
  • rund 10 Franken pro Kubikmeter
  • Splitt
  • rund 5 Franken pro Kubikmeter
  • Magerbeton
  • rund 7 Franken pro 25-Kilo-Sack
  • Fugensand
  • rund 7 Franken pro 20-Kilo-Sack
  • Mini-Bagger
  • rund 120 Franken pro Tag
  • Rüttler
  • rund 70 Franken pro Tag
  • Trennschleifer
  • rund 65 Franken pro Tag

Weiteres Werkzeug wie Schaufel, Besen oder Gummihammer kommen je nach Bedarf noch dazu. Wollen Sie lieber einen Profi ans Werk lassen, sparen Sie sich viel Arbeit und den Kauf von Werkzeug, das Sie vielleicht danach nie wieder benötigen. Ein Fachbetrieb stellt Ihnen für Arbeit und Material durchschnittlich 230 Franken pro Quadratmeter in Rechnung. Natürlich schwanken auch hier die Preise je nach Beschaffenheit des Untergrunds und Auswahl des Pflasters deutlich.

Fazit: Das Pflastern der Einfahrt ist aufwendig

Wollen Sie eine gepflasterte Einfahrt und dabei selbst Hand anlegen, müssen Sie viel Zeit und Arbeitsaufwand einplanen. Ausserdem sollten Sie handwerkliches Geschick besitzen. Wer sich diese Arbeit lieber spart, engagiert einen Profi. Dieser setzt alles nach Ihrem Wunsch um. Wie hoch die Kosten für das Pflaster in der Einfahrt liegen, hängt hingegen zu grossen Teilen vom Material ab. Komplizierte Muster und unterschiedliche Farben können die Preise noch weiter in die Höhe treiben.

Pflastersteine sind optisch jedoch deutlich ansprechender, als eine reine Schotter-Einfahrt. Und im Vergleich zu den kleinen Steinchen springt das Pflaster beim Darüberfahren auch nicht hoch und kann den Lack beschädigen. Eine gepflasterte Einfahrt ist also auch für das Auto besser.

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