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Diese Sessel sind echte Hingucker

Sira Huwiler-Flamm

Grosse Wohnlandschaften waren jahrelang stilprägend für Wohnzimmer – jetzt sind sie out. Stattdessen erleben filigrane Sofas und Sessel ein Comeback – die sich frech und frei kombinieren lassen. Acht Sesselarten und ihre Vorzüge.

In einem lichtdurchfluteten Raum mit hohen Fenstern steht in der Mitte ein Lounge-Sessel mit Metallfuss und bequemer Sitzschale in einem Ockerton. Im Hintergrund steht ein Rennvelo vor einer grossen Fensterfront.
© Getty Images / Westend61

In diesem Artikel

1. Der Loungesessel: unkonventioneller Blickfang

Kennen Sie diese coole Bar in der Innenstadt, die so bequeme und auffällige Sessel hat? Egal in welcher Stadt – Restaurants, Bars und Hotels setzen immer mehr auf individuelle Einrichtungsgegenstände. Und Sessel, ob mit auffälligem Samtbezug, modernen, kreativen oder individuellen Formen, sind dabei stilprägend.

Die sogenannten Loungesessel haben in der Regel niedrige Rückenlehnen und ein auffälliges Design – sei es durch die Form, das Material oder eine besonders auffällige Farbe. Vom königlichen Thron über den Clubsessel im Art-déco-Stil bis hin zur futuristischen runden Kapsel ist alles erlaubt. Besonders poppig wirken Cocktailsessel im 50er-Jahre-Stil. Zum weltweit angesagten Industrial Style passen auch Sitzsäcke – nicht ganz Sessel, aber sie erfüllen den gleichen Zweck und wirken herrlich unkonventionell und unspiessig.

2. Der Schaukelsessel: wippen wie auf Wolken

Ein wippender Schaukelstuhl auf der Veranda – das ist das Sinnbild für einen glücklichen Lebensabend. Weich gepolstert ist das Retro-Möbelstück aber ganz und gar nicht out, sondern erhält als Schaukelsessel Einzug in moderne Wohnstuben.

Kufen machen den Sessel zur sanften Wippe, die Körper, Geist und Seele gut tun. Denn: Diverse Studien zeigen, dass Schaukeln beruhigt, den Gleichgewichtssinn stimuliert und sogar Rückenschmerzen lindert. Forschende der Universität Genf haben 2011 ausserdem herausgefunden, dass selbst Erwachsene bei Schaukelbewegungen besser und tiefer schlafen – ähnlich wie Babys, die man wiegt.

3. Der Ohrensessel: Retro-Touch für die Leseecke

Der absolute Klassiker unter den Sesseln ist der Ohrensessel. Er erinnert nicht nur an Grosspapi, der früher Pfeife rauchend in seinem Ohrensessel Zeitung gelesen hat, sondern ist auch wieder total im Trend.

Mit hohen Rücken- und Seitenlehnen ist der Ohrensessel der kuschelige Rückzugsort für Individualisten. Durch seine Schalenform spendet er ein Gefühl von Geborgenheit. Helle Varianten oder Designs mit floralen, gestreiften oder karierten Mustern machen sich gut in Räumen im Landhausstil. Dunkle Designs mit samtigen, schweren Stoffen sind ein echter Hingucker in der Leseecke.

Eine junge Frau hat es sich zum Lesen auf einem hellblauen Ohrensessel mit Schaffell gemütlich gemacht.

Ohrensessel müssen ganz und gar nicht rustikal wirken. Der Alleskönner ist bequem und bietet einen kuscheligen Rückzugsort für Leseratten und Individualisten.

4. Der Chesterfield-Sessel: ein Klassiker mit Stil

Fette Metallnieten, wuchtiges Echtleder, Abnutzungsspuren erwünscht: Das ist der Chesterfield-Sessel. Vom Earl of Chesterfield hat der britische Designklassiker seinen Namen. Denn: Im späten 18. Jahrhundert soll der britische Adlige Gentleman Philip Dormer Stanhope, vierter Earl of Chesterfield, die Sitzmöbelkollektion in Auftrag gegeben haben. Zwar erheben noch andere Anspruch darauf, die berühmten Chesterfield-Polstermöbel entworfen zu haben. Der Auftrag des Politikers Stanhope soll der Legende nach aber wie folgt gelautet haben: Ein bequemes Sitzmöbel, in dem man aufrecht sitzt, ohne seine Kleidung zu stark zu zerknittern.

Da die Sitzfläche meist niedrig und die Lehnen gerade gestaltet sind, sitzt man in einem Chesterfield-Sessel aufrecht, statt darin zu versinken. Auch heute findet man die schwungvoll und wuchtig gestalteten Ledermöbel mit Knopfheftung noch überall – auch antike, gebrauchte und abgenutzte Stücke erfreuen sich grosser Beliebtheit: Shabby ist Chic! In modernen Varianten sind neben Knöpfen auch Rillen in den gepolsterten Rückenlehnen angesagt.

5. Der Klappsessel: ein verstecktes Gästebett

Sessel brauchen nicht viel mehr Platz als Stühle – bieten aber wesentlich mehr Komfort. Wer eine kleine Wohnung hat und trotzdem gerne ein Gästebett für eventuellen Übernachtungsbesuch bieten möchte, kann beispielsweise auf einen Klappsessel zurückgreifen.

Mit wenigen Handgriffen lassen sich Récamieren zum Bett für eine Person umfunktionieren. Die klappbaren Varianten gibt es in modernen quadratischen Formen, aber auch rundlich und gemütlich, sodass man dem Möbelstück kaum ansieht, welche Funktion sich darin versteckt.

6. Der Relaxsessel: entspannen und wohlfühlen

Besonders weich gepolstert sind Relaxsessel oder auch Fernsehsessel. Oft aus besonders weichem Echtleder, werden sie häufig mit einem zusätzlichen Hocker oder einer ausklappbaren Lehne für müde Füsse angeboten. Die Rückenlehne ist so hoch, dass man den Kopf bei einem Serienmarathon bequem ablegen kann. Die Armlehnen sind ebenfalls weich gepolstert.

Wer lieber liegt statt sitzt, kann auch auf eine Relaxliege zurückgreifen. Mit ihrer filigranen und geschwungenen Form passt sie sich ideal an die natürlichen Formen des menschlichen Körpers an.

Ein Relax-Sessel mit moderner geschwungener Form in dunkelbraunem Leder ist vor einem Kamin platziert. Davor steht ein passender Hocker, der als Fussablage oder Beistelltisch dienen kann.

Moderne Relax-Sessel haben geschwungene Formen und sind mit passendem Hocker verfügbar, der als Fussablage oder Beistelltisch dienen kann.

7. Der High-Tech-Sessel: Wellness trifft auf Gaming-Spass

Für Technik-Begeisterte gibt es zahlreiche Relax- oder Fernsehsessel mit zusätzlichen High-Tech-Funktionen. Die komfortabelste Variante ist vermutlich der Massagesessel: Luftströme, Luftkissen, Rollen und Walzen, die unter der Polsterung verbaut sind, ahmen in wählbaren Massageprogrammen die wohltuenden Bewegungen eines Masseurs nach – und sorgen so für Wellness im Wohnzimmer.

Einfacher und günstiger sind technische Funktionen wie verstellbare Lehnen per Fernbedienung. Für Gamer gibt es ausserdem spezielle Gaming-Sessel, mit bluetoothfähigen Audiosystemen und Boxen in der Kopfstütze sowie Subwoofern oder einem Vibrationssystem in der Rückenlehne oder Sitzfläche. Action ist garantiert.

8. Die Chaiselongue

Etwas zwischen Sessel und Sofa ist die Chaiselongue (Französisch: langer Stuhl). Da sie aber ursprünglich ebenfalls als Sitz- und Liegemöbelstück für eine Person konzipiert wurde, soll auch das edle Teil hier Erwähnung finden. Bereits in der Stilepoche des Rokokos waren die in Frankreich erfundenen Chaiselongues mit einem erhöhten Kopfende beliebt. Auch heute gibt es sie noch in verschiedenen Designs – von klassisch, geschwungen und verspielt bis hin zu kantig und modern.

Ähnliche Ausführungen mit zwei Armlehnen und längerer Sitzfläche werden heute gerne als XXL-Sessel bezeichnet. Auch hier kann eine Person bequem mit ausgestreckten Beinen sitzen und eingekuschelt gemütliche Stunden geniessen.

Fazit: für jeden Geschmack etwas dabei

Kleine Sofas und Sessel lassen sich in modernen Häusern frech und frei kombinieren. Wer es gemütlich mag, kann auf Relax-, Schaukel- oder Ohrensessel zurückgreifen. Für Praktiker bieten Klappsessel und gepolsterte Sitzgelegenheiten mit technischen Funktionen einen echten Mehrwert in den eigenen vier Wänden.

Vielleicht ein bisschen weniger gemütlich, weil das Design an erster Stelle steht, sind Chaiselongues, Chesterfield-Möbel und Loungesessel. Letztere sind in ihren Formen, Farben und Ausführungen am vielseitigsten und bieten für jeden Einrichtungsstil das richtige Stück. Ade Wohnlandschaft, hallo ausgefallene Einzelteile.

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