Ein Kind sitzt in seinem Zimmer auf dem Teppich, es hält ein Kuscheltier auf dem Schoss. Im Hintergrund sind eine Gitarre, ein Schreibtisch und ein Bett zu sehen. 
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Einrichten

Die passende Einrichtung für das Kinderzimmer: Tipps und Ideen zum Wohlfühlen und Spielen

Arne Schätzle

Ein Kinderzimmer einzurichten und zu gestalten ist eine Aufgabe, der wir uns gerne und mit Freude widmen: So viele tolle Ideen und Möglichkeiten, den Lieblingsort für den Nachwuchs herzurichten. Mit unseren Tipps finden Sie das richtige Zimmerkonzept für Ihr Kind.

In diesem Artikel

Kinderzimmer einrichten: Ideen und Tipps

Im Kinderzimmer sollen sich in erster Linie die Kinder zu Hause fühlen: Hier können sie spielen, toben und entspannt in ihrem gemütlichen Bett schlafen. Andererseits soll das Zimmer aber auch zum Konzept der gesamten Wohnung passen. All diesen Ansprüchen gerecht zu werden, ist nicht immer einfach.

Wenn Sie mit der Konzeption des Kinderzimmers bereits in der Phase des Hausbaus beginnen, haben Sie noch alle Möglichkeiten: So können Sie die Grösse des Zimmers oder die Lage frühzeitig festlegen. Die Jüngsten beispielsweise haben es gern, wenn das Kinderzimmer und das Schlafzimmer der Eltern nah beieinander liegen. Teenager hingegen können gut mit etwas mehr Abstand leben.

Während sich Kleinkinder eine grosse Spielfläche für Bauklötze und die Holzeisenbahn wünschen, kommen Teenager auch mit weniger Platz aus. Sie benötigen die passenden Möbel, vom Schreibtisch bis zur Couch. Eine gesetzliche Mindestgrösse für Kinderzimmer gibt es übrigens nicht, im Schnitt sind 15 bis 18 Quadratmeter üblich.

Wir haben einige allgemeine Tipps und Ideen zum Einrichten und Gestalten Ihres Kinderzimmers zusammengestellt. Zur Inspiration präsentieren wir Ihnen anschliessend drei Einrichtungsideen, die Sie auch im Kinderzimmer gut umsetzen können.

Kinderzimmer gestalten: die passende Wandfarbe wählen

Egal, für welchen Stil Sie sich beim Einrichten des Kinderzimmers letztendlich entscheiden, eine neutrale Wandfarbe ist immer eine gute Wahl. Schliesslich bringen Spielzeug, Bücher und vieles mehr genug Farbe in den Raum. Wenn Ihnen ein reines Weiss etwas zu hell ist, dann ist beige eine gute Alternative.

Im Vordergrund eines Kinderzimmers sitzt ein Stoffbär vor dem Bett auf dem Boden, im Hintergrund befindet sich ein Schreibtisch direkt am Fenster, links steht ein Regal an der Wand.

Puristisch und reduziert, klare Formen, helle oder gedeckte Farben, klares Licht: So präsentiert sich das moderne Kinderzimmer.

«Kinder und weisse Wände, das passt nicht gut zusammen» – war das gerade Ihr Gedanke? Unser Tipp lautet: flüssiger Tapetenschutz. Mit dieser auch als «Elefantenhaut» bekannten Lösung können Sie Ihre Tapete schmutzabweisend und abwaschbar versiegeln. Der Schutz wird als transparenter Film aufgetragen, sodass Sie die Tapete leicht mit Wasser und einem Schwamm abwischen können.

Tafellack für die Kinderzimmerwand: malen erwünscht

Mit diesem Tipp können Sie eine Wand sogar explizit zum Malen und Kritzeln freigeben: Mit einem speziellen Tafellack, der die Wand zur kreativen Malfläche macht. Auf der können Ihre Kinder nach Herzenslust mit bunter Kreide malen, zeichnen und schreiben. Wenn Ihnen das klassische Schwarz als Farbe zu dunkel ist: Mittlerweile sind die Tafellacke auch in freundlicheren Farben erhältlich.

Teppich im Kinderzimmer – ja oder nein?

Autos rollen nun mal auf glattem Parkettboden optimal. Und auch Bauklötze haben auf einem ebenen Holzboden den besten Stand. Zudem lässt er sich gut abwischen, falls mal etwas schiefgeht. Andererseits gibt ein Teppich dem Zimmer eine gemütliche Note.

Als Lösung bietet sich ein kurzfloriger oder gewebter Teppich an, der es zumindest in der Bauecke etwas kuscheliger macht. Damit sitzt Ihr Kind beim Spielen nicht auf dem harten Parkett. Kleiner Tipp: Wenn Sie mögen, können Sie das Zimmer auch mit einem Spielteppich einrichten, auf dem die Spielstrassen eingezeichnet sind – eine Idee, die bei vielen Kindern gut ankommt.

Kinderzimmer einrichten – die richtigen Möbel wählen

In vielen Möbelprospekten steht Kinderspielzeug hübsch drapiert in offenen Regalen – kindgerecht sind diese Lösungen allerdings nicht. Und auch nicht besonders realistisch. Denn Spielzeug ist nun mal zum Spielen da. Und welches Kind mag sein Spielzeug schon jeden Abend dekorativ in Regalen und Fächern verstauen? Eben. Auch auf Möbel wie Schränke mit vielen kleinen Fächern, in die Ihr Kind das Spielzeug regelmässig einsortieren soll, können Sie getrost verzichten.

Wesentlich praktischer sind hingegen Boxen aus Holz oder aus Kunststoff, in denen Sie mit Ihrem Kind abends Autos, Bauklötze und Ähnliches elegant verschwinden lassen können. Und weil man im Kinderzimmer nie genug Stauraum haben kann, denken Sie beim Einrichten daran, auch Nischen und Raumecken zur Unterbringung zu nutzen.

Mit einem Podest mehr Stauraum schaffen

Ein Bodenpodest hat eine Menge Vorteile: Es teilt den Raum in verschiedene Zonen und gibt ihm so Struktur. Damit ist beispielsweise klar, wo sich im Zimmer die Bauecke oder die Kuschelecke befindet. Zudem bietet es mit herausziehbaren Schubladen zusätzlichen Stauraum für Spielzeug. Für viele Kinder ist es ähnlich attraktiv wie ein Hochbett – es macht das Zimmer noch ein wenig interessanter.

Im Kinderzimmer vor dem Hochbett mit integrierter Höhle liegt ein Flickenteppich, darauf steht ein Tipi, die Tapete ist schwarz-weiss gestreift.

Ein echter Hingucker im Kinderzimmer: das Hochbett mit integrierter Höhle.

Stilfrage: Wie hätten Sie’s denn gern?

Wenn Sie sich ans Einrichten des Kinderzimmers machen, überlegen Sie sich zuerst, in welchem Stil Sie es gestalten möchten. Sie sind noch auf der Suche nach der passenden Idee? Wir stellen Ihnen drei beliebte Stile vor.

1. Wohnstil: modernes Kinderzimmer

Auch beim Einrichten von Kinderzimmern ist modernes Wohnen als Einrichtungsstil beliebt, da es viele Vorteile für die Zimmer der Kids mitbringt.

Puristisch und reduziert, klare Formen, helle oder zumindest gedeckte Farben, ein helles und klares Licht – so präsentiert sich typischerweise der moderne Einrichtungsstil. Oft sind weiss oder grau die favorisierten Farben. Muster finden sich nur punktuell und wenn, dann in grafischen, grossflächigen Gestaltungen.

Das Bild bestimmen zudem schnörkellose, modulare Möbel aus Holz, die leicht ersetzt, ergänzt oder umfunktioniert werden können. Die glatten Fronten sind leicht zu pflegen. Bei älteren Kindern gehört ein Kinderschreibtisch mit höhenverstellbarem Kinderstuhl zur Grundausstattung.

Viele freie Flächen und ein luftiges Raumflair zeugen vom modernen Wohnstil und lassen genügend Freiraum für den Nachwuchs. Wenn das Interieur doch ein wenig bunt sein soll, dann nur als Akzent. Beispielsweise mit einem farbigen Kissen, aber nicht zu sehr durcheinander: Mehr als ein bis zwei Farben sollten es nicht sein.

2. Wohnstil: skandinavische Einrichtung

Der helle, nordische Stil macht sich auch im Kinderzimmer hervorragend: Er überzeugt mit klaren Linien und ist simpel und funktional zugleich.

Helle Farben dominieren den skandinavischen Look. Das gilt auch für den Holzboden, der höchstens punktuell mit einem kleinen Teppich oder Läufer versehen ist und dem Zimmer eine wohlige Wärme verleiht. Auch bei den Wandfarben halten die Skandinavier es offensichtlich neutral: Hier sind weiss oder grau angesagt. Beim Licht eignen sich eher wärmere Farben.

Spielsachen verstauen Sie am besten in Körben, gern aus natürlichen Materialien wie Weide, Seegras und Baumwolle. Aber auch eine grosse Holztruhe ist eine gute Option.

Das Ergebnis sollte immer ein luftiges und damit ruhiges Kinderzimmer sein, in dem Ihr Nachwuchs es gemütlich hat und sich gut zurechtfindet.

Vor dem Bett des Kinderzimmers liegt ein grau-weiss gestreifter Teppich, an der Wand stehen ein weisses Bett und ein graues Regal, vor der Fensterfront rechts hängt ein transparenter Vorhang. 

Der helle, nordische Stil macht sich auch im Kinderzimmer hervorragend: Er überzeugt mit klaren Linien und ist simpel und funktional zugleich.

3. Wohnstil: Boho-Kinderzimmer

Der Boho-Style oder Boho-Chic hat sich in erwachsenen Wohnräumen als fester Bestandteil des Interior Designs etabliert. Sie können ihn aber auch für das Kinderzimmer adaptieren.

Was den Boho-Stil ausmacht, sind Improvisation und Kreativität. Egal ob Kinderbett, Regal oder Spielzeugschrank: Anstelle fertiger Serien stehen Einzelstücke, die Sie individuell zu einem harmonischen Ganzen kombinieren. Farblich dominieren neben Naturholz gesättigte und erdige Töne: Beige, Braun, Olivgrün oder Khaki, daneben bleibt Raum für farbige Akzente. Auch Wandsticker oder gemusterte Tapeten passen zum Boho-Chic.

Sei es die gemütliche Fransendecke oder das bunte Kissen: Textilien verbreiten auch im Kinderzimmer Boho-Flair. Auf dem Boden sorgt ein Teppich für wohlige Wärme. Richtig behaglich wird es mit vielen Kissen und einer Kuschelecke.

Ein Junge steht in einem hell eingerichteten Kinderzimmer und greift nach einem Stoff-Fisch, der von der Zimmerdecke herab hängt.

Hier wird die Wohnung zum Spielplatz: hell eingerichtetes Kinderzimmer mit einem Tipi als Rückzugsort.

Boho-Möbel bestehen aus natürlichen Materialien, vorzugsweise aus Holz und Rattan. Wie wäre es beispielsweise mit einem Hausbett mit vielen Kissen, einer gemütlichen Leseecke mit Stoffhimmel oder vielleicht sogar mit einem Tipi? Auch Deko ist erlaubt: Wimpelketten, Pompons oder gar ein Spiegel in Sonnenform – das ist Boho. Allerdings: Bei aller Farbenpracht sollte das Ensemble letztlich auch zueinander passen.

Gerade mit seiner Verspieltheit, dem Hang zu bunten Farben und Textilien und der Tendenz zum Unkonventionellen ist der auch als Hippie-Chic bekannte Stil für Kinder bestens geeignet.

Fazit: Hauptsache, es passt

Egal ob Boho, Skandi-Style oder doch lieber schlicht und modern: Wir hoffen, dass wir Ihnen mit unseren Tipps zum Einrichten und Gestalten des Kinderzimmers viel Inspiration und viele Einrichtungsideen mit auf den Weg geben konnten – und dass Sie am Ende Ihr ganz eigenes Konzept finden.

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