Garten

Der ideale Garten für Kinder: Unbeschwert und sicher spielen

Torben Schröder

Ein Garten übt immer grosse Faszination auf Kinder aus: die Weite, das Grün, überall Orte zum Klettern und Entdecken. Mit ein paar kleinen Handgriffen oder auch grösseren Spielgeräten sorgen Sie dafür, dass Fernseher und Smartphone zumindest im Sommer das Nachsehen haben. Erfahren Sie hier, wie Sie Ihren Garten kindgerecht und sicher gestalten.

Zwei kleine Kinder spielen im Garten.
© Getty Images

In diesem Artikel

Kinder wollen spielen

Ein wichtiger Hinweis vorweg: Wenn sich Kinder in Ihrem Garten aufhalten – ob es die eigenen sind oder jene von Nachbarn oder Freunden –, müssen Sie damit rechnen, dass auch mal etwas kaputtgeht oder in Unordnung gerät. Es empfiehlt sich daher weniger, den schönsten Rasen der Region anzulegen oder sich teure Pflanzen anzuschaffen. Kinder nutzen den Garten zum Rennen, Spielen und Verstecken.

Um die Sinne von Kindern anzuregen und den Bewegungstrieb zu fördern, lohnt sich die Anschaffung von Spielgeräten. Im Folgenden geben wir Ihnen einige Ideen als Inspiration mit – vom Sandkasten bis zum Spielhaus.

Der Sandkasten

Besonders Kleinkinder lieben ihn. Sie können mit Schaufel, Chesseli und Formen ihrer Kreativität freien Lauf lassen – mit Sand einen Kuchen „backen“, eine Sandburg oder unterirdische Gänge bauen. Das Verletzungsrisiko ist dabei sehr gering. Die Anschaffung eines fertigen Bausatzes ist mit rund 150 Franken recht preiswert. Man kann aber auch selber einen Sandkasten bauen. Dabei sollten Sie folgende Faktoren beachten.

  • Standort: nicht in der prallen Sonne platzieren, sondern möglichst schattig, zum Beispiel unter einem Baum. Zudem müssen Blick- und Rufweite gewährleistet sein.
  • Material: Am einfachsten zu bearbeiten ist Holz. Achten Sie darauf, dass es unbehandelt und gehobelt, also splitterfrei ist. Wenn der Sandkasten etwas länger halten soll, entscheiden Sie sich für etwas teureres und robusteres Holz wie das von der Douglasietanne.
  • Masse: Je grösser die Fläche zum Sändelen und Graben ist, desto mehr Freiraum haben die Kinder. Zwei mal zwei Meter als Mindestmass sind optimal. Die Tiefe sollte mindestens 30 Zentimeter betragen.
  • Aufbau: Eine einfache Konstruktion besteht aus vier Eckpfosten, Seitenwänden und einer Sitz- beziehungsweise Ablagefläche am oberen Rand. Eine Drainage in Form von Kies oder einem wasserdurchlässigen Vlies sorgt für einen guten Ablauf des Wassers und hält zudem Unkraut und Tiere fern.
  • Sand: Verwenden Sie Spielsand mit einer Körnung zwischen 0,5 und 1,5 Millimetern. Dieser ist weder zu fein noch zu grob.
  • Pflege: Sobald der Sandkasten nicht genutzt wird, sollten Sie ihn mit einem speziellen Sandkastennetz abdecken. Einmal im Jahr empfiehlt es sich, den Sand komplett umzugraben.

Hier erfahren Sie mehr darüber, wie Sie einen Sandkasten selber bauen.

Ein kleiner Junge hockt in einem Sandkasten. In der einen Hand hält er eine Schaufel, in der anderen eine Muschelform.

Kleinkinder können sich stundenlang im Sandkasten beschäftigen. Wenn Sie ihnen eine besonders grosse Freude machen wollen, bauen Sie ihn selbst.

Das Klettergerüst

Moderne Klettergerüste bieten Kindern den All-inclusive-Abenteuer-Spielplatz im eigenen Garten. Durch die Möglichkeit der verschiedenen Aktivitäten werden motorische Fähigkeiten und der Gleichgewichtssinn gestärkt. Wer nicht genug Platz für ein komplettes Klettergerüst in seinem Garten hat, kann auch nur eine Schaukel an einem starken Ast befestigen. Grösseren Kindern reicht auch ein geeigneter Kletterbaum mit Strickleiter.

Ein kleines Mädchen schwingt an einer handgefertigten Schaukel durch einen Garten.

Klettergerüst selbst gemacht – in diesem Fall in der Luxusversion mit Plattform und Holzleiter.

Das Trampolin

Immer beliebter für den eigenen Garten werden Outdoor-Trampolins. Ein Vorteil: Die Kinder verausgaben sich sportlich maximal. Eine Gefahr: Die Möglichkeit, sich zu verletzen, ist jedoch hoch. Aus diesem Grund hat die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) einige Tipps für die Benutzung zusammengefasst, die Sie als Eltern beachten sollten.

  • Trampolin muss über ein Sicherheitsnetz verfügen.
  • Es muss hindernisfrei aufgestellt werden – so sollten keine Äste in das Sprungfeld hineinragen.
  • Es darf sich jeweils nur eine Person darauf befinden.
  • Die Kinder müssen jederzeit beaufsichtigt werden.
  • Es sollten keine besonderen Kunststücke wie Saltos ausprobiert werden.
  • Das Trampolin muss regelmässig gewartet werden.

Wenn Sie all diese Punkte beachten, sollte einem unbeschwerten Hüpfspass nichts im Wege stehen. Ein grosses Angebot an verschiedenen Modellen finden Sie zum Beispiel bei Galaxus.

Das Spielhaus

Wer hat sich als Kind nicht gern mal von den Eltern zurückgezogen und Zeit allein oder mit seinen Geschwistern und Freunden verbracht? Ein ideales kindgerechtes „Eigenheim“ ist ein Spielhaus. Darin kann Ihr Nachwuchs ein Teekränzchen abhalten, Musik hören oder den ersten Schwarm besser kennenlernen. Im Folgenden stellen wir Ihnen zwei unterschiedliche Modelle vor.

  • Das Holzspielhaus Exit Loft 550 Natur von Galaxus steht auf Stelzen, verfügt über eine echte Veranda und über eine Rutsche. Die Fassade besteht aus unbehandeltem Zedernholz. Dank der vormontierten Teile wie Bauplatten, Fenster und Tür ist das Spielhaus im Nu aufgebaut. Der Preis beträgt 1431 Franken (Stand 24. September 2020).
  • Das Spielhaus Hüttengaudi von Betzold imitiert eine urchige Berghütte – inklusive charmanter Details wie den Fensterläden mit Herzausfräsungen. Die Aufbauzeit für das ebenerdige Spielhaus mit Veranda ist mit einer Stunde für zwei Erwachsene angegeben. Die Kosten belaufen sich auf 2199 Franken (Stand 24. September 2020).
Blick auf ein Spielhaus, das in einem Garten steht.

Kindgerechter Rückzugsort: In einem Spielhaus können die Kleinen ganz ungestört etwas Zeit für sich verbringen.

Weitere Spiele

Hier stellen wir Ihnen ein paar Outdoor-Spiele für den Garten vor, die ohne grössere Anschaffungen auskommen.

  • Blinde Kuh: Bei diesem Spiel werden einem Kind die Augen verbunden. Es ist die Blinde Kuh. Die anderen Kinder laufen umher und necken die Blinde Kuh durch leichte Berührungen. Wer gefangen wird, muss die Rolle der Blinden Kuh übernehmen.
  • Boccia: Eine kleine Kugel wird vorausgeworfen. Alle Teilnehmenden versuchen dann, mit ihren grösseren Kugeln so nah wie möglich an die kleine Kugel heranzukommen.
  • Crocket: Bei diesem Präzisionsspiel muss eine Plastikkugel per Holzschläger durch einen Parcours geführt werden.
  • Dosenwerfen: Simpler geht es nicht. Dosen stapeln, mit einem Ball abwerfen – wer die meisten schafft, gewinnt.
  • Schnitzeljagd: Die Eltern spicken den Garten mit Aufgaben und Hinweisen, die Kinder versuchen, das Rätsel zu lösen.

Die Natürlichkeit des Gartens nutzen

Ein Platz zum Verstecken, eine kleine Wasserstelle zum Planschen oder ein eigenes Beet zum Gärtnern – und schon sind die Kleinen glücklich. Hier ein paar Ideen, wie Sie die gegebenen Ressourcen der Natur optimal für die Beschäftigung des Nachwuchses nutzen können.

Wasseroase erschaffen

Kinder lieben das kühle Nass – besonders im Sommer. Wasser bietet aber noch weitere Möglichkeiten. Wir stellen Ihnen hier einige vor.

  • Wasserschlauch: Es kann manchmal so simpel sein, Kinder zu erfreuen. Einfach den Schlauch senkrecht in die Höhe halten, Wasser aufdrehen. Für die Kinder ergibt das bereits einen prima Springbrunnen, um sich abzukühlen.
  • Hochteich: Ein herkömmlicher Gartenteich kann eine Unfallgefahr für Kinder darstellen. Das Prinzip des Hochteichs ähnelt dem eines Hochbeets – er setzt auf den Gartenboden auf. Der Vorteil: An einem höher gelegenen Teich können die Kinder Wasser und Fische beobachten, ohne sich der Gefahr auszusetzen, hineinzufallen.
  • Planschbecken: ein Spass für Kleinkinder. Oberstes Gebot ist hier die Sicherheit. Legen Sie Ihrem Kind Schwimmflügeli an und lassen Sie es nie unbeaufsichtigt. Das Wasser darf nicht zu tief sein.
Ein kleiner Junge steht in einem Garten und lässt sich von dem Wasser aus einem Schlauch nass spritzen.

Schlauch aufdrehen – und Ihr Kind ist glücklich. Wasser hat eine ganz besondere Anziehungskraft auf den Nachwuchs.

Kinderbeet anlegen

Um Ihrem Nachwuchs auf spielerische Weise die Natur näherzubringen, bietet sich ein Kinderbeet an. So kann sich das Kind frühzeitig als kleiner Gärtner versuchen und lernt dabei etwas über das Wachstum von Pflanzen und über die Ernte. Suchen Sie zusammen den Standort aus. Das Beet sollte möglichst sonnig liegen und eine Grösse von etwa einem Quadratmeter haben.

Das Anlegen in Eigenregie ist gar nicht schwierig: die Fläche etwa 30 Zentimeter tief mit dem Spaten ausheben, Wurzeln und Steine entfernen, dann das Loch mit Pflanzenerde auffüllen. Damit das Kinderbeet auch ansprechend aussieht, können Sie es mit bunten Steinen eingrenzen. Zum Schluss nur noch Samen säen und giessen. Als Gemüse bieten sich Kohlrabi, Tomaten, Gurken und Radieschen an; aus dem Kräuterbereich Kresse, Basilikum, Minze und Salbei.

Sicherheit gewährleisten

So abwechslungsreich und spannend ein Garten für Kinder ist, so viele Gefahren lauern auch, die vielleicht im ersten Moment gar nicht ersichtlich sind – für Sie nicht und für die Kinder erst recht nicht. Hier geben wir Ihnen ein paar wichtige Hinweise mit, wie Sie Ihren Garten sicher gestalten und so der ganzen Familie eine unbeschwerte Zeit ermöglichen.

  • Giftige Pflanzen: Kinder nehmen bekanntlich vieles in den Mund und essen auch gern mal Blumen und Früchte von Sträuchern. Von daher sollte Ihr Garten keine Pflanzen enthalten, die dem Kindeswohl schaden. Dazu gehören zum Beispiel Eisenhut, Engelstrompete und Tollkirsche.
  • Gewässer: Ein offener Teich, aber auch eine Regentonne oder eine Vogeltränke kann für Kinder zur Gefahr werden – je jünger diese sind, desto eher. Entsprechend müssen Sie sämtliche Gewässer und Wasserbehälter so sichern, dass dem Kind auch in einem unbeaufsichtigten Moment nichts passieren kann.
  • Geräteschuppen: Lassen Sie am besten kein Werkzeug und schon gar keine schädlichen Substanzen wie Dünge- und Pflanzenschutzmittel draussen stehen, sondern bewahren Sie diese im abgeschlossenen Geräteschuppen auf.
  • Spielgeräte: Den Sandkasten, das Klettergerüst und das Spielhaus sollten Sie in regelmässigen Abständen auf die Sicherheit überprüfen.
  • Baum: Klettern Ihre Kinder gern auf Bäume, achten Sie darauf, dass keine morschen Äste zum Abstürzen führen können.
Nahaufnahme eines gefüllten Wasserkübels, der unter einem Wasserhahn steht.

Behälter mit Wasser stellen eine potenzielle Gefahr für Kinder dar. Achten Sie darauf, dass diese gut gesichert sind.

Fazit: Der Garten für die ganze Familie

Wenn Sie stolzer Besitzer eines Gartens sind, dann lassen Sie Ihre Kinder daran teilhaben. Ob mit grösseren Anschaffungen wie einem Spielhaus oder einem kleinen selbst angelegten Kinderbeet: Die Möglichkeiten, einen Garten an die Bedürfnisse des Nachwuchses anzupassen, sind vielfältig und gar nicht schwierig umzusetzen.

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