Ein Dachdecker steht bei den Arbeiten am Dach mit beiden Beinen auf der freigelegten Dachlattung.
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Dachsanierung: Wie Sie Ihr Dach schützen, instand halten und dämmen

Arne Schätzle

Reparatur, energetische Sanierung oder Ausbau: Die Gründe für eine Dacherneuerung können ganz unterschiedlich sein. Wann ist eine Dachsanierung notwendig und wann zumindest sinnvoll?

Dachsanierung – was Sie wissen müssen

Das Dach gehört zu den langlebigsten Elementen des Hauses. Rund 50 bis 60 Jahre halten die meisten Materialien zur Dacheindeckung. Das bedeutet allerdings nicht, dass man sich jahrelang nicht darum kümmern muss. Selbst bei Neubauten ist die regelmässige Kontrolle Pflicht, um den intakten Zustand des Daches zu bewahren. Oder um frühzeitig Baumängel zu erkennen und zu beseitigen. Häufiger notwendig ist ein neues Dach allerdings bei Altbauten. Die meistverbreitete Dachform ist in unseren Breitengraden das Steildach in seinen Varianten als Satteldach oder Pultdach.

Wann ist eine Dachsanierung nötig?

Handlungsbedarf für eine umgehende Dachsanierung besteht, wenn die Eindeckung nicht mehr dicht ist und es hineinregnet. Dann haben sich einzelne Dachziegel gelöst, sodass an diesen Stellen Feuchtigkeit in den Dachraum eindringen kann. In diesem Fall sollten Sie so schnell wie möglich handeln. Ist der Schaden am Dach noch gering, lässt er sich wahrscheinlich mit einer Ausbesserung beheben.

Ist allerdings dauerhaft Feuchtigkeit eingedrungen, wird eine Dachsanierung unumgänglich. Ansonsten drohen Feuchtigkeit in der Dachdämmung oder morsche Balken, Schimmel oder Pilzbefall. Ein Beispiel ist der sogenannte Dachschwamm, der sich in feuchtem Mauerwerk und feuchtem Holz ausbreitet. Im schlimmsten Fall kann es passieren, dass Sie Ihr Dach nicht nur sanieren, sondern den kompletten Dachaufbau ersetzen müssen. Feuchtigkeit,
Schimmelbefall, morsche Holzkonstruktionen, Risse in den Trägerbalken, fehlerhafte oder lose Ziegel, all dies sind Signale für eine dringend notwendige Sanierung des Daches.

Blick auf die Dächer einer Häuserreihe in Bern.

Für die Dachabdichtung verwenden Dachdecker häufig Ziegel aus Ton oder Beton. Diese Dacheindeckung wird oft auch als Dachhaut bezeichnet.

Welche Möglichkeiten der Dachsanierung gibt es?

Der Dachaufbau beim Steildach besteht aus mehreren Schichten: Für die Dachabdichtung, die äussere Schicht, verwenden Dachdecker häufig Ziegel aus Ton oder Beton. Diese Dacheindeckung wird oft auch als Dachhaut bezeichnet. Darunter befindet sich die Dachlattung, in welche die Ziegel eingehängt werden. Dann folgt die Dämmung, die auf dem Dachaufbau, dem Untergerüst des Daches, angebracht ist. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen:

  • einer partiellen Erneuerung, also einer Reparatur einzelner Teile. Sie ist bei punktuellen Schäden nötig.
  • einer vollständigen Dacherneuerung, bei der Sie den gesamten Dachaufbau ersetzen lassen.

Gute Gründe: energetische Dachsanierung und Dachgeschossausbau

Neben Feuchtigkeitsschäden ist auch eine ungenügende oder fehlende Wärmedämmung ein häufiger Grund für ein neues Dach, denn schlecht gedämmte Häuser verbrauchen unnötig viel Energie. Mit einer energetischen Sanierung inklusive Wärmedämmung können Sie also Geld sparen.

Auch wer die sogenannte Ausbaureserve des Dachbodens nutzen will, kommt in der Regel um eine Dachsanierung nicht herum. Denn die Dächer älterer Häuser entsprechen meistens nicht mehr den heutigen Ansprüchen an Wärmeschutz und Luftdichtheit. Zudem stehen mit dem Ausbau auch Umbauten am Dach an, beispielsweise grössere Dachfenster oder Lukarnen – ein Aufbau im geneigten Dach eines Gebäudes, der meist auch mit Fenstern versehen ist. Zwar ist das Vorhaben deutlich umfangreicher und kostenintensiver als eine einfache Sanierung, aber Sie profitieren gleichzeitig auch von der neu gewonnenen Wohnfläche.

Wenn Sie als Hausbesitzerin oder Hausbesitzer eine Solar- oder Photovoltaikanlage auf dem Dach montieren lassen möchten, sollten Sie ebenfalls den Zustand des Daches kontrollieren. Denn nach der Montage einer derartigen Anlage wird die Dacheindeckung nicht mehr einfach zugänglich sein – Reparaturen werden dann aufwendiger und teurer. Daher ist es sinnvoll, das Dach vorher zu prüfen, gegebenenfalls auszubessern oder zu sanieren.

Blick in das ausgebaute, gemütlich eingerichtete Dachgeschoss eines Einfamilienhauses.

Ein kompletter Ausbau des Daches ist deutlich kostenintensiver als eine einfache Sanierung. Gleichzeitig profitieren Sie aber auch von der neu gewonnenen Wohnfläche.

Kann ich das Dach von innen und von aussen sanieren?

Ein Dach lässt sich sowohl von innen als auch von aussen reparieren. Ist der Dachstuhl nicht bewohnt und somit nicht verkleidet, können Sie die Dachsanierung auch von der Innenseite her vornehmen lassen. Ein grosser Vorteil besteht darin, dass Sie nicht von der Witterung abhängig sind. Ist der Dachstuhl allerdings bewohnt, wird die Dachsanierung normalerweise von aussen vorgenommen.

Benötige ich für die Dachsanierung Planer und Architekten?

Ob Sie für die Umsetzung einen Planer beziehungsweise einen Architekten benötigen, hängt vor allem davon ab, ob die Massnahmen geringfügig, anzeige- oder bewilligungspflichtig sind. Eine Neueindeckung fällt in die Kategorie geringfügig und ist so auch ohne zusätzlichen Planer machbar.

Brauche ich eine Baubewilligung, um mein Dach zu erneuern?

Hier eine für alle Kantone gültige Regel zu formulieren, ist nicht möglich. Ob für Ihr Vorhaben eine Baubewilligung nötig ist, hängt vom Standort ab. Normalerweise ist eine Baubewilligung Pflicht, wenn eine bauliche Veränderung vorgenommen wird (zum Beispiel Lukarnen, Dachfenster, neuer Dachstuhl). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen. Besondere Vorsicht ist insbesondere bei denkmalgeschützten Gebäuden geboten. Damit Sie mit Ihrem Projekt nicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten, empfehlen wir, vor einer Dacherneuerung die lokale Baubehörde zu kontaktieren.

Wie lange dauert eine Dachsanierung?

Hier kommt es auf den Umfang des Projekts an. Zudem spielt die Wahl des Zeitpunkts eine entscheidende Rolle bei der erfolgreichen Sanierung. Grundsätzlich ist der Frühling der beste Zeitpunkt für eine Dachsanierung oder eine komplette Dacherneuerung. Durch die milden Temperaturen fallen die Arbeiten leichter, und Sie müssen mit weniger Verzögerungen aufgrund schlechter Witterungsverhältnisse rechnen. Auch der Frühsommer ist eine gute Zeit, um das Dach zu erneuern. Die Temperaturen sind weitestgehend mild. Ausserdem müssen Sie nicht damit rechnen, dass andauernder Niederschlag die Arbeiten am Dach behindert.

Was kostet eine Dachsanierung?

Die Kosten einer Dachsanierung sind von mehreren Faktoren abhängig. Wir nennen hier die drei wichtigsten – und im Anschluss einen Durchschnittspreis:

Zwei Dachdecker arbeiten auf einer teilweise freigelegten Dachlattung.

Ist der Dachstuhl bewohnt und von innen verkleidet, können Sie die Dachsanierung nur von aussen vornehmen lassen.

Umfang

Grundsätzlich hat der Umfang der Sanierung den grössten Einfluss auf die Kosten: Wollen Sie nur die Dachhaut erneuern oder eine thermische Sanierung durchführen?
Müssen Dachträger und Sparren ausgetauscht werden? Ist ein Austausch der Dachziegel notwendig? Ist eine zusätzliche Dachdämmung sinnvoll? Enthält die alte Dämmung noch Asbest? Die Antworten auf diese Fragen haben einen direkten Einfluss auf die Kosten des Dachausbaus.

Dachaufbau

Darüber hinaus hat der Dachaufbau inklusive Dachform, Neigung, Lukarnen und Fenster einen grossen Einfluss auf die Kosten. Je nach Form des Daches unterscheidet man verschiedene Arten der Sanierung. So stellt sich die Aufgabe als Flachdachsanierung, Steildachsanierung oder Ziegeldachsanierung. Je nach Art der Dachsanierung gestalten sich auch die Kosten.

Material

Ein zusätzlicher Einflussfaktor der Kosten für ein neues Dach sind die Materialien. Von Dachziegeln oder Dachpfannen aus Beton über Metallprofile oder Bitumenschindeln –Dachziegel aus Dachpappe anstelle von Beton, Ton oder Schiefer – bis hin zu Faserzementplatten oder Strohdächern gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten.

Das Vermittlungsportal für Handwerkerleistungen ofri hat auf Basis seiner Datenbank als Kosten für eine Dachsanierung (inklusive der Massnahmen: Dach neu eindecken, Dachstuhl erneuern und Dach dämmen) einen Preis zwischen 258 und 661 Franken je Quadratmeter ermittelt. Im Schnitt kostet eine komplette Dachsanierung laut ofri 10 800 Franken.

Welche Finanzierungsmöglichkeiten und Förderungen gibt es?

Wenn Sie eine energetische Dachsanierung ins Auge fassen oder den Umstieg auf erneuerbare Energiequellen planen, haben Sie beim Thema Förderung meist gute Karten. Oft können Sie mit Steuervergünstigungen, zinsgünstigen Krediten oder Investitionszuschüssen rechnen. Die Förderhöhen und Kriterien sind allerdings von Kanton zu Kanton unterschiedlich. Informationen rund um die Finanzierungsmöglichkeiten und Förderungen finden Sie hier:

Fazit: Eine Dachsanierung lohnt sich

Verbesserte energetische Eigenschaften, erweiterter Wohnraum, Nutzung erneuerbarer Energien – die Facetten und Vorteile einer Dachsanierung sind vielfältig. Nicht zu vergessen die Wertsteigerung Ihrer Immobilie. Unter Umständen steht Ihnen für Ihre Massnahmen sogar ein Budget aus den Fördergeldern zu. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Dachsanierung.

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