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Dachdämmung: Arten, Förderung und Kosten

Thomas Bott

Ein besonders wichtiger Punkt bei einer energetischen Sanierung oder einem Neubau ist die Dämmung des Hauses. Nicht zu unterschätzen ist dabei das Dach. Es gibt verschiedenste Arten, das Dach zu dämmen, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Welche das sind, wie die Dämmung funktioniert und mit welchen Kosten Sie rechnen sollten, erfahren Sie hier.

Ein Dachgeschoss während der Dämmungsarbeiten. Zu sehen ist eine Zwischensparrendämmung, die noch nicht verkleidet ist.
© Getty Images/iStockphoto

In diesem Artikel

Dachdämmung: Darum ist sie wichtig

Wärme steigt bekanntlich nach oben. Bei einer unzureichenden Dämmung entweicht die warme Luft daher oft zuerst über das Dach – und die Heizkosten gehen in die Höhe. Vorausgesetzt, auch andere Bestandteile des Hauses sind gut gedämmt, erzielen Sie mithilfe einer Dachdämmung eine deutlich bessere Energieeffizienz. Es gilt: Ein ungedämmtes Dach ist für etwa 15 bis 25 Prozent des Wärmeverlustes im Haus verantwortlich. Wenn die Fläche direkt unter dem Dach bewohnt und beheizt werden soll, schreibt die Energieeffizienzverordnung (EnEV) ohnehin eine energetische Sanierung vor.

Eine dicke Schicht Schnee liegt auf dem Schrägdach eines Holzhauses. Um den Schornstein ist etwas Schnee geschmolzen.

Eine gute Dämmung hilft nicht nur gegen das Entweichen von Wärme, sondern schützt auch vor dem Eindringen von Kälte.

Arten der Dämmung: vier verschiedene Möglichkeiten

Geht es um die Dämmung, stehen verschiedene Herangehensweisen zur Wahl. Welche die richtige Dachdämmung ist, kommt ganz auf die Gegebenheiten an.

Aufsparrendämmung

Der Dachstuhl besteht aus sogenannten Sparren, die ihrerseits das eigentliche Dach tragen. Bei der Aufsparrendämmung sitzt das Dämmmaterial auf diesen Dachsparren. Diese bilden die eigentliche Dachkonstruktion. Darüber liegt die Schalung, also Holzbretter. Sie geben die Form des Daches vor. Darauf liegt eine Dampfbremsfolie, damit keine Feuchtigkeit ins Dach eindringen kann. Nun folgt bei dieser Methode das eigentliche Dämmmaterial. Weil die Dämmung aussen anliegt, braucht es natürlich auch Platz für die Ziegel. Dafür ist eine Konterlattung über der Dämmung zuständig, auf der die Traglattung für die Ziegel angebracht ist.

Wie Sie vielleicht bereits vermuten, ist die Aufsparrendämmung mit hohem Aufwand verbunden. Bei einem bereits bestehenden Dach ist ein vollständiges Abdecken und Neuaufdecken notwendig. Diese Art der Dämmung lohnt sich also besonders dann, wenn das ohnehin notwendig ist – oder natürlich bei einem Neubau. Dafür weist die Aufsparrendämmung die beste Dämmwirkung auf. Da sie das Dach vollständig bedeckt, schafft sie keine ungewollten Wärmebrücken. Es entstehen also weniger Bereiche, die Wärme besser leiten als andere. Solche Wärmebrücken können etwa die Sparren selbst sein. Zudem beeinträchtigt die Aufsparrendämmung den Platz im Dachgeschoss nicht.

Ein Dachdecker verlegt Platten über der Dämmschicht, auf denen später die Ziegel aufliegen.

Für die Aufsparrendämmung sind Arbeiten am Dach notwendig. Diese sollte unbedingt ein Profi durchführen.

Zwischensparrendämmung

Bei der Zwischensparrendämmung kann das Dach von aussen unangetastet bleiben. Das Dämmmaterial ist zwischen den Sparren angebracht. Zum Wohnraum hin liegt dann eine Dampfsperre darüber. Sie verhindert, dass sich Feuchtigkeit sammelt. Andernfalls könnte das Holz Schaden nehmen oder sogar die Dämmung schimmeln. Weil die Dampfbremsfolie nicht schön aussieht, kommt darüber noch eine Verkleidung. Diese lässt sich streichen oder tapezieren.

Der Aufwand bei dieser Methode ist vergleichsweise gering. Die Zwischensparrendämmung ist relativ schnell angebracht und es sind keine grossen Arbeiten zur Vorbereitung notwendig. Diese Art der Dämmung ist also jederzeit möglich. Im Vergleich zur Aufsparrendämmung können jedoch Wärmebrücken (siehe oben) entstehen. Das macht die Zwischensparrendämmung weniger effizient.

Bild einer fertig angebrachten Zwischensparrendämmung. Es fehlt allerdings noch die Verkleidung.

Die Zwischensparrendämmung können Sie mit etwas handwerklichem Geschick auch selbst durchführen.

Untersparrendämmung

Auch hier verrät der Name bereits vieles: Die Untersparrendämmung ist unterhalb der Dachsparren angebracht, also auf Seite des Dachgeschosses. Eine Dampfbremse sitzt dabei als Schutz vor Feuchtigkeit dazwischen. Damit die Dämmung hält, sind Querlatten auf den Dachsparren verschraubt. Auf diesen sitzt auch die spätere Verkleidung. Sie lässt sich individuell mit Farbe oder Tapeten gestalten.

Alleine eignet sich die Untersparrendämmung nur in den allerwenigsten Fällen. Das liegt an den begrenzten Dämmeigenschaften durch die geringe Dicke der Dämmschicht. Vielmehr ist die Untersparrendämmung eine sehr gute Ergänzung zu einer Zwischensparrendämmung. Sie gleicht Wärmebrücken etwas aus und macht die Kombination dadurch sehr effizient.

Geschossdeckendämmung

Eine Geschossdeckendämmung ist keine direkte Dachdämmung. Vielmehr sitzt bei dieser Methode das Dämmmaterial zwischen den Stockwerken, ist also an der Geschossdecke hin zum Dachgeschoss angebracht. Der Aufwand ist insgesamt geringer, da die zu dämmende Fläche kleiner ist und keine aufwendigen Bauarbeiten am Dach vorzunehmen sind. Allerdings eignet sich diese Art der Dämmung nur dann, wenn Sie den Estrich nicht nutzen möchten.

Einige verlegte Dämmplatten auf dem Dachgeschoss. Darunter ist eine Dampfsperre zu sehen, darüber Holzplatten.

Wollen Sie das Dachgeschoss nicht als Wohnraum nutzen, reicht vielleicht auch eine Geschossdeckendämmung aus.

Flachdach dämmen: besondere Art der Dämmung

Auch bei Flachdächern bietet eine gute Dachdämmung einen grossen energetischen Vorteil. Zu unterscheiden ist zwischen drei grundsätzlichen Vorgehensweisen:

  • Kaltdach: Der Begriff spielt auf den sommerlichen Wärmeschutz an. Diesen erreicht die Konstruktion durch eine Luftschicht zwischen Dämmung und Eindeckung. Auf der Stahlbetondecke ist eine Dampfsperre angebracht, darüber liegt die eigentliche Dämmung zwischen Tragbalken. Es folgt eine Trennschicht zur Auflattung. Diese gibt der Luft den benötigten Raum. Eine Holzschalung schliesst die Luft von oben ein. Nach einer weiteren Trennschicht kommt die Dachabdichtung.
  • Warmdach: Beim Warmdach entfällt die Luftschicht. Damit fehlen im Aufbau auch eine Trennschicht, die Tragbalken, die Auflattung und die Holzschalung. Die Dämmung ist dadurch deutlich kompakter, allerdings auch weniger wirkungsvoll als Wärmeschutz.
  • Umkehrdach: Hier ist die Reihenfolge der Komponenten etwas anders. Im Grunde entspricht das Umkehrdach aber dem Warmdach, mitsamt seinen Eigenschaften. Die Abdichtung liegt in diesem Fall ganz unten auf der Stahlbetondecke. Darüber sind die Dämmplatten angebracht. Wichtig ist hier die Verwendung einer feuchtigkeitsabweisenden Dämmung, also etwa von expandiertem Polystyrol. Obenauf liegt eine Schicht Flies als Schutz vor Schäden. Abschliessend folgt aufgeschütteter Kies.

Dämmstoffe: Glaswolle, Polystyrol und mehr

Auf dem Markt sind zahlreiche verschiedene Dämmstoffe zu finden. Sie unterscheiden sich in ihrer Wärmeleitfähigkeit, der Brennbarkeit, der Baustoffklasse und ihrer Empfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit. Für die Dachdämmung besonders gut geeignet sind folgende Materialien:

Anorganische Dämmstoffe: Steinwolle und Glaswolle

Hierbei handelt es sich um druckweiche Dämmungen aus künstlich hergestellten Fasern. Als Basis dienen die namensgebenden Mineralien. Im Handel sind sie als Platten oder Rollen erhältlich. Steinwolle und Glaswolle sind einfach zuzuschneiden, lassen sich somit also genau anpassen und sind unkompliziert anzubringen. Die Mineralwollen sind nicht brennbar, unterscheiden sich jedoch in anderen Punkten voneinander. So bietet Steinwolle eine bessere Schalldämmung, dafür ist Glaswolle etwas flexibler. Anorganische Dämmstoffe kommen häufig bei der Zwischensparrendämmung zum Einsatz.

Ein Handwerker passt einen anorganischen Dämmstoff zwischen den Dachsparren ein und drückt ihn fest.

Gerade bei der Zwischensparrendämmung sind anorganische Dämmstoffe wie Stein- und Glaswolle beliebt, weil sie sehr flexibel sind.

Geschäumte Dämmstoffe: Polystyrol und Polyurethan

Bei Polystyrol und Polyurethan handelt es sich um Kunststoffe. Polystyrol (EPS) ist meist unter dem Markennamen Styropor bekannt und findet etwa in der Verpackungsindustrie Verwendung. In Form von Platten eignet es sich aber auch als Dämmung. Eine Sonderform ist expandiertes Polystyrol (XPS), auch bekannt unter dem Markennamen Styrodur. Dieses ist durch die dichtere Struktur etwas weniger empfindlich gegen Feuchtigkeit und hält höhere Traglasten aus. Polyurethan ist häufig als Polster in Möbeln zu finden, besitzt aber ebenfalls gute Dämmeigenschaften. Die Stoffe kommen bevorzugt bei der Aufsparren- und Geschossdeckendämmung zum Einsatz.

Natürliche Dämmstoffe: Schaf-, Hanf-, Kokoswolle und mehr

Es gibt auch die Möglichkeit, Dämmstoffe aus natürlichen Materialien zu verwenden. Dazu gehören etwa Fasern von Schafswolle, Hanf, Kokospflanzen und Holz. Die Dämmeigenschaften sind allerdings sehr unterschiedlich. Ein Experte kann Ihnen bei der Auswahl helfen. Geeignet sind natürliche Dämmstoffe in erster Linie für die Zwischensparrendämmung, oft in Verbindung mit einer Untersparrendämmung aus geschäumten Dämmstoffen.

Kosten: So teuer ist die Dachdämmung

Die Kosten für die Dachdämmung hängen stark von der Art und den verwendeten Materialien ab. Besonders teuer ist die Aufsparrendämmung, da hier das Dach komplett neu einzudecken ist. Eine gute Alternative könnte eine Kombination aus Zwischen- und Untersparrendämmung sein. Eine Übersicht der zu erwartenden Kosten sehen Sie in der folgenden Tabelle.

  • Art der Dämmung
  • Kosten pro Quadratmeter
  • Aufsparrendämmung mit Dacheindeckung
  • etwa 400 Franken
  • Zwischensparrendämmung
  • etwa 100 Franken
  • Untersparrendämmung
  • etwa 60 Franken
  • Geschossdeckendämmung
  • etwa 50 Franken
  • Flachdachdämmung
  • etwa 80 Franken

Staatliche Förderung: Subventionen in der Schweiz

Auf den Kosten für die energetische Sanierung des Dachs bleiben Sie nicht komplett alleine sitzen. Im Rahmen des harmonisierten Fördermodells der Kantone ist diese Art der Dämmung abgedeckt. Im Kapitel «Gebäudesanierung mit Einzelmassnahmen» fällt sie unter den Punkt «Wärmedämmung» (M-01) mit einer Minimalförderung von 40 Franken pro Quadratmeter. Je nach Kanton und Gemeinde kann es sein, dass es eine höhere Förderung oder zusätzliche Fördermassnahmen gibt. Informationen dazu erhalten Sie vor Ort.

Fazit: mehr Effizienz durch die Dachdämmung

Eine energetische Sanierung des Dachs lohnt sich in vielen Fällen. Mit ein wenig handwerklichem Geschick ist es sogar möglich, die Dachdämmung selbst durchzuführen. Bei der Aufsparrendämmung sollten Sie allerdings immer einen Profi engagieren – nur schon wegen der Gefahr des Absturzes vom Dach.

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