Nahaufnahme eines hölzernen Carport-Pfostens. Am unteren Bildrand deutet sich das Dach eines Autos an.
© Getty Images

Bauen und Kaufen

Carport bauen: das praktische Zuhause für Ihr Auto

Torben Schröder

Ein Carport ist nicht nur ein sicherer und schonender Unterstand für Ihr Fahrzeug auf dem eigenen Grundstück, er bietet auch viele weitere Vorteile gegenüber einer Garage. Die geringeren Anschaffungskosten sind dabei nur ein Aspekt. Erfahren Sie hier, warum es sich lohnt, ein Carport zu bauen, was es im Vorfeld zu beachten gilt und welche Typen es gibt.

Carport: die Vorteile

Niemand lässt sein geliebtes Auto gern an der Strasse stehen – der Witterung und möglichem Vandalismus ausgesetzt. Wenn Sie über genügend Platz auf Ihrem Grundstück verfügen, bietet ein Carport den nötigen Schutz für Ihr Fahrzeug. So wehrt er zum Beispiel Pollen, Staub, Laub, Vogelkot, UV-Strahlung und Niederschlag wie Hagel ab. Das alles erfüllt eine Garage auch? Korrekt. Aber es gibt gute Gründe, die für den Bau eines Carports sprechen:

  • Sie erhalten einfacher eine Baugenehmigung.
  • Die Errichtung ist schneller und leichter.
  • Er nimmt weniger Platz auf dem Grundstück ein.
  • Er ist kostengünstiger als eine Garage.
  • Aufgrund nicht vorhandener Seitenwände wird Ihr Fahrzeug optimal belüftet, wenn es zum Beispiel nach einer Fahrt durch den Regen nass geworden ist. Das verhindert Korrosion und hält den Fahrzeugwert länger stabil.
  • Durch die luftigere Bauweise wirft er auf angrenzende Gebäude und Grundstücke weniger Schatten.
  • Abgase und Feinstaub können problemlos entweichen.

Eine Baugenehmigung für den Carport einholen

Bei einem Carport handelt es sich um einen nichtbeweglichen Gegenstand, der eine bauliche Veränderung des Eigenheims mit sich bringt. Aus diesem Grund benötigen Sie aller Voraussicht nach – ähnlich wie für eine Garage – eine Baugenehmigung. In der Schweiz erteilt der jeweilige Kanton diese Genehmigung. Jedoch sind die Regelungen von Kanton zu Kanton, ja sogar von Stadt zu Stadt unterschiedlich. Fragen Sie daher direkt beim zuständigen Bauamt nach den notwendigen Informationen und Formularen.

Einen ersten Eindruck, worauf Sie zu achten haben, erhalten Sie im kantonalen Baugesetz Ihres Wohnkantons. Darin finden Sie Regelungen zu Abstandsflächen, Brandschutz und zugelassenen Baustoffen. Zwar nicht gesetzlich erforderlich, aber dennoch ein guter Tipp: Sprechen Sie mit Ihren Nachbarn über das Vorhaben der Carport-Errichtung, um von Anfang an mögliche Streitigkeiten zu vermeiden.

Carport bauen: Machen oder machen lassen?

Wie bei den meisten Bauvorhaben stellt sich auch beim Bau eines Carports die Frage: Soll man in Eigenregie arbeiten oder einen Profi konsultieren? Wir empfehlen, dass Sie einen gut ausgebildeten Handwerker zu Rate ziehen. Denn auch wenn die Konstruktion eines Carports recht simpel aussieht, sind dabei viele Aspekte zu beachten. Der Carport muss Anforderungen bei Tragkraft, Standfestigkeit und Statik genügen. Wenn Sie in einer Gegend wohnen, in der es stark schneit, muss er unbedingt auch grossen Schneemengen standhalten können.

Wenn Sie entschlossen sind, das Projekt allein anzugehen, sollten Sie sich vorher über ein paar grundsätzliche Dinge im Klaren sein: den optimalen Standort, die benötigte Freifläche, das zu verwendende Material und den geeigneten Dachtyp – der sich gegebenenfalls begrünen lässt. Zum Grundstock für die Do-it-yourself-Variante gehören auf jeden Fall senkrechte Pfosten, Querbalken, Stützstreben und Beton für das Fundament.

Carport: Material, Bedachung, Preise

Wenn Sie noch keine Idee haben, wie Ihr Carport aussehen könnte, lohnt sich ein Blick auf die Seiten der Online-Anbieter. Hier finden Sie vorgefertigte Bausätze sowie Möglichkeiten, Ihrer eigenen Fantasie per Konfigurator freien Lauf zu lassen. Zwei der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale bei Carports sind das Material und die Bedachung.

Das Material für den Carport

Die meisten Carports sind aus Holz. Verschiedene Holzsorten bringen unterschiedliche Gegebenheiten mit sich. So ist zum Beispiel Nadelholz – wie von einer Fichte – relativ weich und gleichmässig gewachsen. Laubholz – wie von einer Buche – ist fester und schwerer.

Alle Holzarten gleichermassen bieten folgende Vorteile:

  • warme Optik,
  • einfache Verarbeitung,
  • geringe Anschaffungskosten.

Nachteile hingegen sind:

  • Holz ist weniger robust als Metall,
  • es ist pflegeintensiver,
  • witterungsanfälliger,
  • und es hat eine geringere Traglast.
Vor einem weissen Haus steht ein Carport mit rötlichem Holz. Die hausabgewandte Carportwand ist nahezu blickdicht verkleidet.

Beim Carport-Material haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen Holz- und Metallsorten. Alle Optionen bringen Vor- und Nachteile mit sich.

Rost und witterungsbeständiger sind hingegen Carports aus Aluminium. Das Material ist leicht, aber trotzdem stabil. Es verfügt über eine hohe Tragkraft und eignet sich somit auch für Regionen, in denen im Winter viel Schnee fällt. Da es sich nicht um ein natürliches Material handelt, ist es resistent gegen Schädlinge und Pilz und verfügt so über eine hohe Lebensdauer. Im Gegensatz zu Holz ist Aluminium jedoch im Materialpreis viel höher: Während Sie einen günstigen Holz-Carport bereits ab rund 600 Franken kaufen können, beginnen günstige Aluminium-Varianten bei rund 2000 Franken.

Die Carport-Bedachung

Ganz charakteristisch für einen Carport ist das Dach. Hoch und spitz oder niedrig und flach – wir stellen Ihnen unterschiedliche Typen vor:

Blick auf die Unterseite eines Carport-Dachs. Das Dach ist begrünt.

Alternative Verwendung des Carport-Dachs: Auf einem Flachdach können Sie zum Beispiel eine Grünfläche errichten.

  • Bogendach: eine beliebte und weit verbreitete Lösung. Der Bogen sorgt für ein schlichtes und elegantes Design. Niederschlag kann gut abfliessen.
  • Spitzdach: Diese Variante kommt mit den beiden spitz zulaufenden Seiten der Dachform eines normalen Hauses am nächsten. Dadurch fügt es sich gut in die Gesamtoptik des Grundstücks ein.
  • Walmdach: Im Gegensatz zum Spitzdach ist es an allen vier Seiten abgeschrägt – ähnlich wie das Dach eines Gartenpavillons.
  • Flachdach: die einfachste Form. Und wenn es stabil genug ist, können Sie es gleichzeitig für andere Zwecke nutzen, zum Beispiel als Blumenbeet oder Ablagefläche für Brennholz.

Kosten für den Carport-Bausatz

Von simpel und robust bis filigran und wertvoll – die Preise für einen Carport belaufen sich je nach Modell, Material und Grösse auf ein paar Hundert bis weit über 10 000 Franken. Im Folgenden finden Sie zwei Beispiele:

  • Einfaches Holz-Flachdach: Eine schlichte Flachdach-Konstruktion aus Holz ist der Einzel-Carport Primus 1 von Weka. Die Grundfläche beträgt gut zehn Quadratmeter, inklusive Dachüberstand sind es fünf Meter in der Länge und drei Meter in der Breite. Die Höhe beträgt 2,35 Meter. Der Preis beläuft sich bei Coop Bau+Hobby auf 600 Franken (Stand 08. September 2020) – ohne Montage.
  • Hochwertiger Aluminium-Bogen-Carport: Bei einer Länge von sieben Metern und einer Höhe von drei Metern kann unter dem beim Gartenhaus-Shop erhältlichen Aluminium-Carport sogar ein kleines Wohnmobil stehen. Je nach Bedachung und Art des Fundaments liegt der Preis zwischen 5000 und 6000 Franken (Stand 08. September 2020).

Carport mit Solardach?

Eine Lösung mit Nachhaltigkeitsgedanken ist der Solar-Carport. Er bietet die Vorteile eines herkömmlichen Carports und unterstützt Sie zudem bei der Stromversorgung. Im Vorfeld sollten Sie sicherstellen, dass Ihr Grundstück die Voraussetzungen erfüllt, um einen neuen Solar-Carport anzuschaffen oder Ihren vorhandenen Carport umzurüsten.

Auf dem leicht geneigten Dach eines Carports aus Metall sind 32 Solarmodule installiert. Die Sonne scheint.

Wenn Ihr Carport-Dach Richtung Süden ausgerichtet ist, lohnt sich die Umfunktionierung zu einem Solar-Carport.

Zu beachten gibt es einige entscheidende Faktoren:

  • Ausrichtung: Dächer, die nach Süden, Südosten oder Südwesten ausgerichtet sind, nehmen mehr Energie von der Sonne auf.
  • Verschattung: Sie profitieren am meisten von einem Solar-Carport, wenn er nicht direkt ans Haus angrenzt und so möglicherweise im Schatten liegt.
  • Tragfähigkeit: Um eine mehr als 100 Kilogramm schwere Solaranlage zu tragen, muss der Carport entsprechend stabil sein.

Sie haben die Wahl zwischen zwei Arten von Solar-Carports:

  • Solaranlage: auch Photovoltaikanlage genannt. Bei dieser Technik wird das Sonnenlicht in nutzbaren elektrischen Strom umgewandelt. Dafür installieren Sie auf Ihrem Carport mehrere Solarmodule, die wiederum aus Solarzellen bestehen. Diese Lösung bietet sich an, wenn der Energiebedarf in Ihrem Haushalt besonders hoch ist – oder wenn Sie mit der Solarenergie ein E-Auto versorgen möchten.
  • Solarwärmeanlage: auch Solarthermie-Anlage genannt. Hierfür bestücken Sie Ihren Carport mit Kollektoren, welche die Wärme der Sonne sammeln und zu einem Wärmespeicher leiten. Diese Energie kann zum Beispiel für Warmwasser zum Duschen, Baden oder in der Küche zum Einsatz kommen. Wählen Sie diese Variante, wenn Sie Ihre Heizkosten senken möchten.

Der Carport: mehr als eine Alternative zur Garage

Ob aus Holz oder Metall, mit spitzem oder flachem Dach, ob teuer oder günstiger – ein Carport ist aufgrund der leichten Bauweise und den verhältnismässig niedrigen Kosten eine optimale Lösung, um Ihr Auto zu schützen. Dank der luftigen und modernen Optik ist er zudem ein individueller Hingucker auf Ihrem Grundstück. Mit einer Solaranlage auf dem Carport erhalten Sie zusätzlich Energie für Ihren Haushalt.

Als Nächstes lesen

Auf unserer Website verwenden wir Cookies und Analyse Tools um die Nutzerfreundlichkeit auf der Website stetig zu verbessern, damit wir Ihnen einen optimalen Service bieten können und die Werbung für Sie auf unserer Website und Werbepartner zu personalisieren. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Nähere Bestimmungen können Sie unserer Datenschutzerklärung entnehmen.