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Begehbare Dusche: Vorteile, Voraussetzungen, Systeme

Torben Schröder

Bodengleiche Dusche, bodenebene Dusche, Walk-in-Dusche und begehbare Dusche – Begriffe aus der Sanitärtechnik, die alle das gleiche umschreiben: nämlich ein stufenloses Duschsystem, das oft in Hotels, Schwimmbädern oder in der Sauna Verwendung findet. Die begehbare Dusche wird aber auch in Privathaushalten immer beliebter. Denn sie sieht nicht nur chic aus, sie hat auch einige entscheidende Vorteile, die wir Ihnen hier vorstellen möchten.

Blick in ein kleines Badezimmer mit WC und begehbarer Dusche.
© Getty Images/iStockphoto

In diesem Artikel

Vorteile einer begehbaren Dusche

Der grösste Unterschied zwischen einer begehbaren Dusche und einer herkömmlichen Dusche ist das Fehlen der typischen Duschwanne. Der Rand dieser Wanne ist vom Boden gemessen in der Regel 30 Zentimeter hoch. Wir haben uns an diesen Einstieg schon so gewöhnt, dass uns diese «Hürde» nicht mehr negativ auffällt. Jedoch wird es Ihnen besonders positiv auffallen, wenn sie nicht mehr da ist. Für einen barrierefreien Haushalt ist eine 30 Zentimeter hohe Duschwanne natürlich ein absolutes Tabu. Im Folgenden haben wir Ihnen kompakt die Vorteile einer bodengleichen Dusche zusammengestellt.

  • Das Badezimmer wirkt geräumiger.
  • Der stufenlose Übergang von der normalen Oberfläche im Bad zur bodenebenen Dusche sieht zeitlos und elegant aus.
  • Sie haben durch den Wegfall der sperrigen Duschwanne in der Dusche tatsächlich mehr Platz und mehr Bewegungsfreiheit.
  • Der Ein- und Ausstieg ist viel komfortabler.
  • Eine bodengleiche Dusche ist der wichtigste Schritt auf dem Weg zur barrierefreien Dusche.
  • Die Reinigung einer Walk-in-Dusche ist einfacher.
Blick in ein Badezimmer mit Wänden und Boden aus grossen, anthrazitfarbenen Platten und hölzernem Waschtisch als Kontrast. Die begehbare Dusche verschmilzt optisch mit dem ganzen Raum.

Grosser Wow-Faktor: Wände und Boden sind optisch so sehr verschmolzen, dass man die begehbare Dusche beinahe gar nicht wahrnimmt.

Knackpunkt Aufbauhöhe des Bodens

Eine begehbare Dusche verlangt unter dem Boden, auf dem Sie stehen, nach recht viel Platz, zum Beispiel für ein Ablaufsystem, das bei einer herkömmlichen Dusche hinter der Verkleidung versteckt auf dem Boden verläuft.

Um diesen Platz zu schaffen, muss der Boden über eine bestimmte Aufbauhöhe verfügen. Die Aufbauhöhe umfasst sämtliche Bodenschichten und darin befindlichen Elemente, also zum Beispiel den Estrich, Isolierungen, den Rohboden, optional eine Fussbodenheizung und natürlich den obersten Bodenbelag.

Zimmer in Altbauten verfügen häufig über eine geringe Aufbauhöhe, was den nachträglichen Einbau einer bodengleichen Dusche erschwert. Bei Neubauten ist dies hingegen meist kein Problem.

Die Wahl des Einbausystems

Für die begehbare Dusche stehen Ihnen drei verschiedene Einbausysteme zur Verfügung, die wir Ihnen im Folgenden näher vorstellen.

Duschwanne

Im Prinzip handelt es sich bei der Duschwanne für eine begehbare Dusche um ein ähnliches Element wie für eine herkömmliche Dusche – nur dass es sehr viel flacher ist. Als Material werden Stahlemaille und Sanitäracryl verwendet. Nach dem Einbau in den vorgefertigten Rahmen verschmilzt die Duschwanne nahezu mit der umliegenden Oberfläche. Das notwendige Gefälle für den Ablauf des Wassers ist bereits eingebaut.

Vorteile

  • Lässt sich leicht abdichten.
  • Kann bei Problemen mit dem Abfluss schnell demontiert werden.
  • Ist sehr einfach zu reinigen.

Nachteile

  • Optisch wenig individuell gestaltbar, da Sie bei Form, Grösse und Farbe auf die Modelle der Hersteller beschränkt sind.
  • Ist nicht stabil und gross genug, um sie mit einem Rollstuhl zu befahren, und damit auch nur bedingt barrierefrei.

Befliesbares Duschelement

Das befliesbare Duschelement – auch Duschboard genannt – ist eine einbaufertige Konstruktion, die aus mehreren Schichten besteht: von einem Unterbauelement bis zu einem Dichtvlies oder einer mineralischen Beschichtung. Der grosse Vorteil dieser Variante ist, dass Sie auf der obersten Schicht die gleichen Badezimmerplatten verlegen können wie im restlichen Teil des Bads. So sorgen Sie sogar in der bodenebenen Dusche für einen einheitlichen Look. Die Hersteller bieten verschiedene Ablaufsysteme an, zum Beispiel mit einem mittig platzierten Punktablauf, einer seitlichen Rinne oder einem Ablauf an der Wand. Auch beim Duschboard ist das Gefälle bereits berücksichtigt.

Vorteile

  • Individuelle Befliesung möglich.
  • Komplett barrierefrei, da mit einem Rollstuhl ohne Weiteres befahrbar.
  • Geringe Aufbauhöhe.
  • Unkomplizierte Montage.

Nachteile

  • Entscheiden Sie sich für klassische Plättli mit Fugen, sind diese schwierig zu reinigen und altern recht schnell.
  • Plättli sind in der Regel rutschig. Achten Sie auf Rutschfestigkeit oder überziehen Sie die Fliesen im Nachhinein mit einem rutschfesten Material.
Blick in ein Beige und Grün eingerichtetes Badezimmer mit Badewanne und begehbarer Dusche.

Eine von drei Einbausystemen für eine begehbare Dusche: das befliesbare Duschelement.

Gefälleestrich mit Duschrinne

Während die Duschwanne und das Duschboard aus bereits einbaufertigen Elementen bestehen, ist beim Auftragen eines Gefälleestrichs mit integrierter Duschrinne viel mehr Sorgfalt und Aufwand nötig. So muss zum Beispiel das notwendige rund zwei Prozent betragende Gefälle für einen funktionierenden Ablauf des Wassers selbst berechnet und beim Giessen berücksichtigt werden. Diese Variante ist also nur etwas für die Fachfirma – oder erfahrene Heimwerkerinnen und Heimwerker. Schliesslich wollen Sie beim Duschen keine Überschwemmungen erleben.

Vorteile

  • Grosser Gestaltungsspielraum.
  • Lage des Abflusses variabel wählbar.
  • Barrierefreiheit gewährleistet.

Nachteile

  • Das Legen des Unterlagsboden mit dem Gefälle ist eine grosse handwerkliche Herausforderung.
  • Reparaturarbeiten am Abfluss sind aufwendig, da dieser schwer zugänglich ist.

So wird die Dusche barrierefrei

Wenn Sie selbst körperlich beeinträchtigt sind oder mit körperlich behinderten oder älteren Personen zusammenwohnen, dann sollte Ihr Eigenheim barrierefrei sein. Dabei spielt das Bad eine besonders grosse Rolle, da wir uns dort mehrmals am Tag aufhalten und dabei auf einige Hürden treffen.

Eine bodengleiche Dusche ist schon einmal eine wichtige Voraussetzung, um den betreffenden Personen einen möglichst beschwerdefreien Umgang im Bad zu ermöglichen. Auf dem Weg zu einem barrierefreien Duschbereich sollten Sie aber noch weitere Dinge bei der Planung beachten, die wir Ihnen hier erläutern.

Bewegungsfreiheit gewährleisten

Auch bei bodengleichen Duschen gibt es Standardmasse und Standardentwürfe. Diese lassen sich jedoch in den seltensten Fällen eins zu eins in den betreffenden Haushalten umsetzen. Legen Sie deshalb frühzeitig und akribisch die Anforderungen an den Umbau oder den Neubau einer Walk-in-Dusche fest. Wie gross muss die Duschkabine sein? Wie viel Freifläche muss vor der Dusche sein, damit sich die Person unbeschwert bewegen kann? Muss die Dusche mit einem Rollator oder Rollstuhl nutzbar sein?

Sollte der Einbau einer bodenebenen Dusche nicht ohne Weiteres möglich sein, zum Beispiel weil die notwendige Aufbauhöhe nicht erreicht wird, gibt es andere Möglichkeiten. Lassen Sie zum Beispiel eine kleine Schwelle oder für Rollstuhlfahrer sogar eine grössere Rampe an die Standard-Duschwanne legen.

Blick in eine barrierefreie begehbare Dusche mit Haltegriffen und Klappsitz.

Optimal für körperlich behinderte Menschen: die begehbare Dusche samt Haltegriffen und Klappsitz.

Ausstattung anpassen

Der Boden der Dusche ist eben, die körperlich beeinträchtige Person kann ohne Probleme eintreten. Die erste Hürde ist genommen. Um aber völlig problemlos die Dusche am Morgen geniessen zu können, sind häufig weitere Massnahmen in Form von behindertengerechten Ausstattungselementen vonnöten. Welche Sie davon kaufen und montieren, hängt auch von der Art der Behinderung und den Bedürfnissen der betreffenden Person ab.

Für Rollstuhlfahrer sollten zum Beispiel Türgriffe, Armaturen, Ablagemöglichkeiten und die Handbrause auf einer bequem zu erreichenden Höhe angebracht sein. Personen mit einem geringeren Behinderungsgrad möchten sich möglicherweise gerne setzen, um Kraft zu sparen – in diesem Fall kommt ein extra Sitz an der Wand in Frage. Nutzen auch körperlich unversehrte Personen die Dusche, ist vielleicht ein Klappsitz die richtige Wahl.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur begehbaren Dusche

Welche Vorteile habe ich von einer begehbaren Dusche? Was muss ich beachten? Welche Varianten gibt es? Hier finden Sie noch einmal gebündelt Antworten auf wichtige Fragen zum Thema dieses Artikels.

Welche Vorteile hat eine begehbare Dusche?

Neben einer schicken Optik bietet die begehbare Dusche vor allem funktionale Vorteile: Der Ein- und Ausstieg ist leichter, Sie haben mehr Platz beim Duschen und eine begehbare Dusche lässt das Badezimmer optisch grösser und elegant wirken.

Was muss ich bei einer begehbaren Dusche für mein Badezimmer beachten?

Ein wichtiger Faktor ist die Aufbauhöhe – also die Gesamtheit aller Schichten und Elemente eines Bodens. Eine begehbare Dusche verlangt eine recht grosse Aufbauhöhe, da zum Beispiel der Abfluss im Boden versenkt werden muss. Gerade bei Altbauten ist eine ausreichende Aufbauhöhe des Bodens nicht gegeben.

Welche Varianten einer begehbaren Dusche gibt es?

Für eine begehbare Dusche gibt es drei gängige Varianten, auch Einbausysteme genannt.

  1. Eine sehr flache Duschwanne, die in einem Rahmen eingebaut wird.
  2. Ein befliesbares Duschelement – auch Duschboard genannt –, das als Gesamtkonstruktion aus mehreren Schichten besteht.
  3. Ein Gefälleestrich mit Duschrinne, der von Hand gegossen werden muss.
Welche Vorteile haben die Einbausysteme für eine begehbare Dusche?

Eine Duschwanne lässt sich leicht montieren, abdichten und reinigen. Bei Problemen mit dem Abfluss kann sie zudem schnell demontiert werden. Ein Duschboard erfordert nur eine geringe Aufbauhöhe. Der grösste Vorteil ist die individuelle Gestaltbarkeit mit Plättli nach Wahl. Auch die Oberfläche des Gefälleestrichs können Sie beliebig befliesen. Der grösste Vorteil ist die gegebene Barrierefreiheit – sogar Rollstuhlfahrer können sich problemlos auf diesem Einbausystem bewegen.

Wie mache ich meine Dusche barrierefrei?

Neben einem ebenen Boden sind je nach Bedürfnissen der körperlich beeinträchtigten Personen, die die Dusche nutzen möchten, weitere Massnahmen zu treffen: zum Beispiel das Anpassen von Ablageflächen und Armaturen in der Höhe oder das Anbringen eines Sitzes.

Fazit: komfortabel, attraktiv und barrierefrei

Eine begehbare Dusche hat im Prinzip nur Vorteile gegenüber einer herkömmlichen Dusche. Ohne die Stufe der Duschwanne können Sie leichter ein- und aussteigen. Das ist besonders für körperlich beeinträchtigte Personen wichtig. Ausserdem sieht der fliessende Übergang von Badezimmerboden zu Duschboden einfach gut aus. Beim Ein- oder Umbau einer solchen Walk-in-Dusche stehen Ihnen verschiedene Systeme zur Verfügung, die in ihrem Aufwand teils stark variieren – von der Duschwanne bis zum Duschelement.

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