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Badezimmerplatten: Tipps für die richtige Wahl

Torben Schröder

Es gibt sie in klein und gross, in schlicht und bunt, aus Keramik und Naturstein – die Auswahl an Badezimmerplatten ist gross. Hier erklären wir Ihnen, worauf Sie vor dem Kauf achten müssen, welche Typen es gibt und aus welchem Material sie bestehen. Zudem zeigen wir Ihnen Alternativen.

Blick in ein Badezimmer: links vorn ist eine offene Dusche zu sehen, rechts befinden sich unter einer Dachschräge das WC und die Badewanne.
© Getty Images/iStockphoto

In diesem Artikel

Warum Platten im Bad?

Sie sind der Klassiker unter den Badezimmeroberflächen – sowohl auf dem Boden als auch an den Wänden: Platten. Und zwar nicht etwa in erster Linie aus optischen, sondern aus praktischen Gründen. Im Folgenden erläutern wir Ihnen ein paar vorteilhafte Eigenschaften.

  • Robust: Sie halten Säuren, Laugen, Kosmetika und Badreiniger stand und sind damit besonders unempfindlich.
  • Farbbeständig: Auch wenn die Sonne mehrere Stunden in den Raum scheint, bleichen sie nicht aus, sondern behalten ihre Farbe.
  • Hygienisch: Exemplare mit glatten Oberflächen lassen sich leicht reinigen. Auf Platten mit Strukturen setzt sich hingegen schnell Schmutz fest und sie bieten Bakterien eine Angriffsfläche.
  • Wärmeleitend: Zum einen verdunstet auf Badezimmerplatten die Feuchtigkeit relativ schnell, zum anderen leiten sie die Wärme einer Fussbodenheizung sehr gut und sorgen damit für ein wohliges Gefühl an den Füssen.
Blick in ein Badezimmer mit blauen und weissen Platten an den Wänden.

Egal, welche Farbe und welche Grösse – Badezimmerplatten als Bodenbelag bieten viele Vorteile.

Das sollten Sie bei der Auswahl beachten

Unabhängig vom Typ gibt es ein paar weitere wichtige Faktoren, die Badezimmerplatten voneinander unterscheiden. Diese erläutern wir Ihnen hier.

Die Farbe

Früher waren kleinere Plättli mit bräunlichen und gelblichen Tönen modern, heute sind es eher grosse Platten in hellen und gräulichen Farben. Die Auswahl ist im Prinzip unendlich, sodass auch Sie Ihre Lieblingsfarbe finden werden. Was wir Ihnen auf jeden Fall empfehlen, ist die gewünschte Farbe unter Realbedingungen in Ihrem Bad zu testen – besonders hinsichtlich des Lichts. Die Farbe wird unterschiedlich wirken, je nachdem ob Sie zum Beispiel über Halogen- oder LED-Lampen verfügen. Lassen Sie sich vom Händler ein paar Musterplatten mit nach Hause geben.

Die Grösse

Der Trend geht generell zu grossen Platten. Nicht nur die Optik wirkt dadurch edler, sondern sie haben auch praktische Vorteile: Durch die geringere Anzahl an Fugen lassen sich die Platten besser reinigen und bilden weniger Nährboden für Schimmel. Vom 20 x 20 Zentimeter kleinen Exemplar im Standardformat bis zu ungewöhnlich grossen Platten mit Massen von 120 x 120 Zentimetern stehen Ihnen viele Möglichkeiten offen.

Nahaufnahme zweier Männerhände, die Badezimmerplatten verlegen.

Eine Mischung aus unterschiedlich grossen Badezimmerplatten sorgt für eine optische Abwechslung.

Die Fuge

Hier ist die entscheidende Frage: mit oder ohne? Je kleiner die Badezimmerplatten sind, desto mehr der unschön wirkenden Fugen verteilen sich auf dem Boden. Dieses «Gittermuster» trifft heutzutage nicht den Geschmack vieler Menschen. Die Lösung: Sie verlegen die Platten auf Stoss – also ohne sichtbare Fuge. So wirkt Ihr Bad optisch wie aus einem Guss, die Flächen fühlen sich angenehmer an und ohne Fugen sind die Platten weniger anfällig für Schmutzablagerungen.

Diese Technik bringt aber auch einen Nachteil mit sich: Fugen wirken auch immer als Puffer. Das bedeutet, dass sich das komplette Plattengebilde ausdehnen und zusammenziehen kann. Ohne Fugen wirken die Kräfte direkt von Platte zu Platte, und es kann zu Beschädigungen kommen. Beziehen Sie bei dieser Entscheidung – ob mit oder ohne Fuge – auf jeden Fall den Rat eines Fachbetriebs ein.

Die Abriebgruppe

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Widerstandsfähigkeit. Je nach Einsatzgebiet werden Badezimmerplatten durch Reibung auf der Oberfläche stärker oder weniger stark beansprucht. Anhand der sogenannten Abriebgruppe, die in die Stufen I bis V eingeteilt ist, können Sie ablesen, wie viel die jeweilige Platte aushält. Da Sie das Bad meistens barfuss betreten, müssen die Platten für den Boden nicht besonders widerstandsfähig sein – eine geringe Abriebfestigkeit reicht aus. Im Folgenden eine Übersicht der fünf Abriebgruppen.

  • Abriebgruppe
  • Beanspruchung
  • Einsatzgebiet
  • I
  • Sehr leicht: niedrige Begehfrequenz mit weichen Schuhsohlen
  • Badezimmerwand
  • II
  • Leicht: niedrige Begehfrequenz mit normalen Schuhsohlen
  • Badezimmerboden
  • III
  • Mittel: mittlere Begehfrequenz mit normalen Schuhsohlen
  • Boden in Bade-, Wohn- und Schlafzimmer
  • IV
  • Stark: stärkere Begehfrequenz mit normalen Schuhsohlen
  • Boden in Küche, Büro und Hotel
  • V
  • Sehr stark: hohe Begehfrequenz mit normalen Schuhsohlen
  • Boden in Restaurants, Garagen und Schulen

Badezimmerplatten-Typen

Auch wenn sie ähnlich aussehen mögen, unterscheiden sich Platten für den Badezimmerboden doch recht stark von jenen für die Wände. Neben der soeben beschriebenen Abriebgruppe werden sie auch hinsichtlich ihrer Rutschsicherheit bewertet. Für Wandplatten ist diese nicht wichtig, Bodenplatten sollten hingegen ausreichend rutschfest sein. Ein guter Tipp: Bodenplatten können Sie ohne Probleme auch an der Wand einsetzen. Platten für die Wand sollten Sie hingegen nie auf dem Boden verlegen – Unfallgefahr.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal besteht hinsichtlich der Herstellungsweise. Bei glasierten Platten wird eine deckende Schutzschicht aus flüssigem Glas aufgetragen. Die geschlossene Oberfläche bietet mehr Beständigkeit gegen Flecken und UV-Strahlung, aber auch eine erhöhte Anfälligkeit für Beschädigungen. Unglasierte Badezimmerplatten haben eine offene Oberfläche und sind dadurch robuster.

Blick in ein komplett weiss gefliestes Badezimmer.

Zwischen Badezimmerplatten für den Boden und für die Wände bestehen Unterschiede – zum Beispiel hinsichtlich der Rutschfestigkeit.

Das gängigste Badezimmerplatten-Material: Keramik

Keramikplatten bringen alles mit, was eine Oberfläche im Bad erfordert: Sie sind strapazierfähig, pflegeleicht und leiten die Wärme gut. Es gibt drei Kategorien, die sich in ihrer Zusammensetzung der Materialien und der Brennart unterscheiden. Hier stellen wir Ihnen diese vor.

  • Steingut: Sie sind porös, nehmen dadurch relativ viel Wasser auf und eignen sich hauptsächlich für Badezimmerwände.
  • Steinzeug: Sie sind deutlich dichter und robuster als Steingutplatten und kommen für den Badezimmerboden infrage.
  • Feinsteinzeug: Sie sind sehr hart, weisen die Feuchtigkeit noch besser ab als Steinzeugplatten und sind deshalb optimal als Oberfläche für den Badezimmerboden geeignet.

Den Stil festlegen

Die Auswahl der Händler vor Ort und der Fachanbieter im Internet ist so riesig, dass es Ihnen schwerfallen könnte, das richtige Plattendesign zu finden – ob Mosaik, florale Muster, individuelle Gravuren, naturelle Tonoptik. Im Folgenden stellen wir Ihnen Ideen für zwei Stilrichtungen vor.

  • Die Steingut-Wandplatte Castle zeichnet sich durch ihre orientalisch anmutenden Akzente aus. Eine verwischte Struktur versprüht zugleich einen gewissen Vintage-Charme. Die 20 x 60 Zentimeter grossen Platten kosten bei Moospark Keramik 36.50 Franken pro Quadratmeter (Stand: 13. November 2020).
  • Für eine sehr edle Marmor-Optik sorgt die Feinsteinzeug-Fliese Power von SK Keramik & Stein. Die 60 x 120 Zentimeter grossen Platten haben mit 84.50 Franken (Stand: 13. November 2020) einen stolzen Preis.

Von Naturstein bis Parkett: Materialalternativen

Auch wenn Keramik das gängigste Material für Badezimmerwände und -böden ist, gibt es dennoch einige andere Möglichkeiten, die wir hier kurz vorstellen.

  • Naturstein: Das optisch hochwertigste Material. Die Exemplare aus Granit, Quarz, Schiefer oder Marmor stammen aus Steinbrüchen und werden vor dem Verlegen entsprechend zugeschnitten. Sie verfügen häufig über Einschlüsse und Adern und sind deshalb einzigartig. Sie sind sehr langlebig, reagieren aber auf manche Flüssigkeiten empfindlich.
  • Terrakotta: Für ein mediterranes Flair sorgen Terrakottaplatten. Dieses atmungsaktive Material aus rotem Ton nimmt im unbehandelten Zustand sehr viel Wasser auf, weshalb ein Imprägnieren für den Einsatz im Bad zwingend nötig ist.
  • Vinyl: Dank seiner feuchtigkeitsresistenten Eigenschaft ist Vinyl auch als Badezimmerboden geeignet. Sie haben die Wahl zwischen vielen realistisch wirkenden Dekors.
  • Parkett: Klingt ungewöhnlich, funktioniert aber – ein Boden aus Holz im Badezimmer. Konsultieren Sie auf jeden Fall einen Fachmann, der ihn ordnungsgemäss verklebt und abdichtet. Ihre Aufgabe besteht darin, Nässe sofort abzuwischen und ausreichend zu lüften.

Abhilfe bei kalten Füssen: der Badezimmerteppich

Gerade aus dem Bett aufgestanden, die Müdigkeit noch in den Gliedern, beim Eintreten in das Badezimmer sorgt der erste Schritt auf den kühlen Untergrund nicht unbedingt für Besserung. Gerade für Haushalte ohne Fussbodenheizung kann ein flauschiger Badezimmerteppich für die notwendige Gemütlichkeit am Morgen sorgen. Ausserdem wertet er den Raum auch optisch auf. Hier stellen wir Ihnen drei Exemplare vor.

  • Der 70 x 120 Zentimeter grosse Badteppich Kansas Natur von Kleine Wolke besteht aus 100 Prozent Baumwolle und besticht durch seine schlichte Optik. Auf der Unterseite sorgt eine Beschichtung für ausreichend Halt. Er kostet bei Manor 84.90 Franken (Stand: 13. November 2020).
  • Etwas verspielter gibt sich die «Rosina Wachtmeister»-Badgarnitur. Mit satten Farben, interessanten Formen und konkreten Motiven sorgt sie schon am Morgen für gute Stimmung. Die Teile, zum Beispiel einen 60 x 100 Zentimeter grossen Badteppich oder einen 50 x 50 Zentimeter grossen Hände-WC-Vorleger, können Sie bei Brigitte Exclusiv einzeln erwerben.
  • Die Badematte «Shaggy Uni» erfüllt ihren Zweck: Wenn Sie aus der Dusche oder Badewanne steigen, bekommen Sie sofort ein behagliches Gefühl. Die Oberfläche des 50 x 70 Zentimeter grossen Badteppichs besteht aus 50 Millimeter hohen anthrazitfarbenen Fasern. Er kostet bei Ackermann 34.90 Franken (Stand: 13. November 2020).
Eine Frau saugt einen Badezimmerteppich, ein kleines Mädchen schaut dabei zu.

Ein Badezimmerteppich sorgt gleich am Morgen für ein wohliges Gefühl.

Fazit: Keine Pflicht, aber der Klassiker im Badezimmer: die Platten

Nahezu unverwüstlich, einfach zu reinigen und optisch nett anzuschauen – Platten an den Wänden und auf dem Boden des Badezimmers bieten die entscheidenden Vorteile. Zudem ist die Auswahl sehr gross. Wer ein anderes Material bevorzugt, greift auf Naturstein oder sogar auf Holz zurück.

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