Ein in den Farben weiss und schwarz eingerichtetes Badezimmer.
© Getty Images / Philipp Dimitri

Renovieren

Badezimmer renovieren: Neuer Glanz im heimischen Nassbereich

Torben Schröder

Die Farbe der Keramik nicht mehr ganz zeitgemäss, die Rohre verkalkt, Sprünge in den Plättli – es gibt viele gute Gründe, das Badezimmer zu renovieren. Von kleineren Arbeiten wie frischer Farbe bis zur kompletten Sanierung mit einem neuen Look stehen Ihnen viele Möglichkeiten zur Verfügung. Wir erklären Ihnen, wie Sie die Planung für den Umbau am besten angehen, wie hoch die Kosten ausfallen können und welche Bauschritte anstehen.

Die Renovation bestmöglich planen

Im Prinzip gibt es zwei wichtige Punkte, die Sie bei der Planung beachten müssen. Einerseits sind es die baulichen Voraussetzungen, die Ihr aktuelles Bad mit sich bringt. Diese lassen sich teilweise, aber nicht beliebig verändern. Zum anderen sind es die persönlichen Anforderungen, die Sie an das neue Bad haben. Hier sind den Optionen keine Grenzen gesetzt. Um Ihnen dabei die Orientierung zu erleichtern, geben wir Ihnen im Folgenden Tipps, die Sie beachten sollten.

Bauliche Voraussetzungen prüfen

Beim Renovieren des Badezimmers ist es üblich, die vorhandene bauliche Substanz zu nutzen. Ist ein Grundriss des Zimmers vorhanden? Wenn nicht, sollten Sie diesen anfertigen, um den jeweiligen Fachleuten, die sich später um den Ausbau kümmern, eine Vorlage zu liefern. Enthalten sein sollten die Masse, die Positionen von Fenstern und Türen sowie von Schrägen, Vorsprüngen und Schächten. Wo befinden sich aktuell die Wasser- und Abwasseranschlüsse? Wo sind die Steckdosen und Lichtschalter?

Überlegen Sie sich, ob diese baulichen Voraussetzungen im Zuge der Renovation verändert werden sollen. Wenn Sie zum Beispiel über ein relativ kleines Badezimmer, aber angrenzende ungenutzte Räume verfügen, kommt vielleicht eine Zusammenlegung in Frage.

Ihre Wünsche und Anforderungen

Im ersten Schritt sollten Sie sich einfach in Ruhe überlegen, was Sie an Ihrem aktuellen Badezimmer stört. Finden Sie die Armaturen veraltet? Können Sie die Farbe nicht mehr ausstehen? War Ihre Dusche schon immer zu klein? Hätten Sie gern ein zusätzliches Fenster?

Des Weiteren sind einige grundsätzliche Fragen zu klären, die einen Einfluss auf die Renovation und auf die spätere Wahl von neuen Einrichtungselementen haben könnten.

  • Wie viele Personen leben in Ihrem Haushalt?
  • Sind darunter Kleinkinder und Babys?
  • Machen körperliche Einschränkungen eine barrierefreie Renovation erforderlich?
  • Wird das Bad von mehreren Personen gleichzeitig genutzt?
Zwei Kinder stehen in einem Badezimmer und waschen sich die Hände am Lavabo.

Überlegen Sie bei der Planung einer Renovation, wie viele Personen das Badezimmer gleichzeitig benutzen. In vielen Fällen lohnt sich beispielsweise ein zweites Lavabo.

Ausserdem sollten Sie frühzeitig festlegen, welche Elemente Sie in Ihrem Traumbadezimmer integrieren möchten. Nur ein Lavabo oder zwei? Eine Dusche oder eine Badewanne? Oder beides? Oder sogar einen kleinen Whirlpool? Und haben Sie ausreichend Platz, um neben dem WC ein Bidet oder ein Urinal zu installieren? Wo stehen aktuell Ihre Waschmaschine und Ihr Trockner? Auch diese könnten in den Grundriss einziehen. Eine entscheidende Rolle spielt auch die Ausstattung beziehungsweise die Beschaffenheit der Dusche. Soll sie über eine Handbrause oder Kopfbrause verfügen, soll sie bodengleich sein oder mit einer Duschwanne?

Je konkreter Sie diese Fragen bereits im Vorfeld beantworten, desto präziser können Sie später beim Gespräch im Fachgeschäft Ihre Vorstellungen beschreiben.

Verschiedene Designtypen

Neben der Nutzung des vorhandenen Platzes und der Installation verschiedener Elemente geht es beim Badezimmer auch um die Festlegung eines geeigneten Stils und um Ideen zur Gestaltung. Material, Farben und Möbel spielen beim Einrichten eine Rolle. Es ist heutzutage zum Beispiel nicht mehr üblich, das komplette Bad mit Plättli zu verkleiden, sondern nur die Bereiche, die tatsächlich nass werden – also bei der Dusche, bei der Badewanne und beim Waschtisch. Streichen Sie die restlichen Flächen mit wasserabweisender Farbe, erzeugt dies einen wohnlicheren Charakter.

Im Folgenden stellen wir Ihnen verschiedene Stilrichtungen für den Umbau vor.

1. Puristisch und minimalistisch einrichten

Dieser Stil kommt für designaffine Menschen in Frage. Er zeichnet sich durch symmetrische und geradlinige Strukturen aus. Ein grosser Weissanteil unterstreicht die konsequente Schlichtheit. Das Bad ist weder durch einen übermässigen Einsatz von Accessoires noch durch sanitäre Einrichtungen überladen.

Blick in ein modernes Badzimmer mit weissem Lavabo, blauen Plättli im Nassbereich und zwei Grünpflanzen.

Klar gezeichnete Linien und die Farbe Weiss charakterisieren den puristischen Badezimmer-Einrichtungsstil.

2. Klassisch und elegant einrichten

Ein Gefühl von Nostalgie kommt bei diesem Stil auf. Durch den Einsatz von glänzenden und goldenen Oberflächen erzeugen Sie ein romantisches, extravagantes Bild. Beim Boden sorgen ein Holzimitat oder ein Badteppich für zusätzliche Wohnlichkeit.

3. Natürlich und rustikal einrichten

Naturbelassene Farben und Materialien wie Naturstein und Holz verleihen dem Badezimmer eine Gemütlichkeit wie in einem Landhaus oder einem Chalet in den Bergen. Dabei soll es nicht altmodisch wirken.

4. Funktional und kreativ einrichten

In diesem Bad stehen die Möbel, ihre Anordnung und Farbgebung im Vordergrund. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf. Zweckmässige Unterschränke bilden eine farbliche Einheit mit entsprechenden Regalen – ein Hochkant-Spiegel steht im Kontrast zu einer dunkel gestrichenen Wand.

5. Technisch und smart einrichten

Das Smart-Home-Konzept, also die technische Unterstützung von Haushalten zum Steigern des Komforts und der Sicherheit, bietet sich auch im Badezimmer an. Raffinierte Lösungen erleichtern Ihren Alltag, zum Beispiel digitale Armaturen, ein WC mit automatisch öffnendem Sitz oder Entertainment-Technologien.

Wie hoch fallen die Kosten aus?

Das Renovieren eines Bads kann zu einer teuren Angelegenheit werden. Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Nutzen Sie die vorhandene Bausubstanz oder planen Sie eine Umgestaltung, zum Beispiel durch eine Raumzusammenlegung? Müssen Wasser- und Stromleitungen erneuert werden? Auch die Grösse sowie die Art und Menge der geplanten Sanitärelemente sind entscheidend. Mit 2000 bis 4000 Franken pro Quadratmeter können Sie bei einer Vollrenovation rechnen.

Im Folgenden zeigen wir Ihnen grobe Preisspannen und was Sie von diesen Investitionen erwarten können.

  • Preisspanne
  • Leistungen
  • < 10 000 CHF
  • Dieses Budget reicht für eine Auffrischung Ihres Badezimmers. Setzen Sie zum Beispiel mit neuen Armaturen, einem neuen Duschbrausenkopf und einer neuen Verkleidung des Wannenträgers optische Akzente.
  • 10 000 - 35 000 CHF
  • Je nach Grösse Ihres Badezimmers fallen die Kosten in diesem Segment sehr unterschiedlich aus. Sie erhalten für Ihr Geld schlichte, aber moderne Plättli, die nur an Stellen verbaut werden, an denen das Bad nass wird. Die restlichen Flächen sind gestrichen. An neuen Sanitärelementen enthält das Bad ein Einzellavabo, ein WC und eine Badewanne. Verleihen Sie dem Badezimmer mit geschickt eingesetzten Accessoires einen individuellen Stil.
  • 35 000 - 60 000 CHF
  • In dieser Preislage kommt hochwertiges Material wie Naturstein infrage. Das Budget lässt ein Doppellavabo, eine Badewanne mit Whirlpoolfunktion und eine separate Dusche zu.
  • > 60 000 CHF
  • Verleihen Sie Ihrem Badezimmer einen komplett neuen Look und schaffen Sie mehr Raum. Von Wanddurchbrüchen über neue Anschlüsse bis zu luxuriösen Materialien ist alles möglich. Eine Fussbodenheizung sorgt jeden Morgen für ein wohliges Gefühl. Abends entspannen Sie sich vielleicht in einer kleinen Sauna.

Wer setzt die Arbeiten um?

Das Renovieren eines Badezimmers ist komplex, darum sollten Sie sich an Fachleute wenden. Es bietet sich die Beauftragung eines auf Badezimmerrenovationen spezialisierten Unternehmens an – so müssen Sie nicht Elektriker, Maurer, Maler und andere Handwerker einzeln anheuern.

Blick in ein leeres und entkerntes Badezimmer. Im Vordergrund erkennt man einen Wasseranschluss.

Der erste Schritt einer Badrenovation ist das Entkernen. Mit etwas handwerklichem Verständnis können Sie helfen.

Diese Arbeiten fallen an

Im Folgenden stellen wir Ihnen die Arbeitsschritte vor, damit Sie grob erahnen können, was bei einer Badrenovation auf Sie beziehungsweise das beauftragte Unternehmen zukommt.

  • Rohbauzustand herstellen: Sanitärelemente wie Badewanne, WC und Lavabo müssen entfernt werden. Soll zum Beispiel eine bodengleiche Dusche installiert werden, muss der Fussboden entsprechend aufgestemmt werden. Wenn Sie über handwerkliches Geschick verfügen, können Sie bei diesen Vorbereitungen helfen.
  • Anschlüsse verlegen: Die Installateure bringen Leitungen für Heizung, Lüftung und Wasser an, der Elektriker gleiches für die Stromversorgung.
  • Trocken- und Nassbau: Das Bad nimmt langsam Formen an. Die Wände werden verputzt, die Decke wird abgehängt und die Anschlussstellen werden gegossen.
  • Wanne und Dusche abdichten: Wo viel Wasser fliesst, muss sorgfältig abgedichtet werden. Die Handwerker montieren bereits jetzt die Wanne sowie die Dusche und arbeiten sie in die Verbundabdichtung ein.
  • Plättli verlegen: An der Decke, an Wänden oder am Boden – die Plättli machen einen Grossteil des ersten Eindrucks aus.
  • Flächen streichen: Die übrigen Flächen werden mit Farbe gestrichen. Ist ein besonderer Fussboden vorgesehen, wird dieser verlegt.
  • Endmontage: Die baulichen Massnahmen sind abgeschlossen. Nun montieren die Handwerker die weiteren Sanitärelemente und schliessen diese an.

Fazit: Ein optimaler Start in den Tag

Die morgendliche Routine mit einem guten Gefühl beginnen – ein frisch renoviertes Badezimmer kann dazu einen Beitrag leisten. Wie umfangreich die Badsanierung ausfällt, hängt von den baulichen Voraussetzungen, Ihren gestalterischen Wünschen und dem veranschlagten Budget ab. Von Standard bis Luxus ist bei diesem Projekt alles möglich.

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