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Badezimmer heizen: Wohlfühltemperatur schon am Morgen

Arne Schätzle

Wer mag schon morgens ein eiskaltes Badezimmer betreten? Viel schöner ist ein angenehm vorgewärmtes Bad, in dem wir entspannt unter die Dusche steigen können. Wir zeigen Ihnen verschiedene Heizkörpermodelle und geben Ihnen Tipps, wie Sie Ihr Badezimmer heizen, damit Sie es jeden Morgen wohltemperiert vorfinden.

In einem modernen Bad befinden sich eine Badewanne und ein Lavabo, an der Wand hängt ein Heizkörper mit Handtuchhalter.
© Getty Images

In diesem Artikel

Badheizung: Welche Möglichkeiten gibt es?

Gut zu wissen, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, um das Bad auf die richtige Wohlfühltemperatur zu bringen. Die meisten Hausbesitzer planen ihr Bad heute mit mehreren Badheizungen. Denn mit einer Heizung allein ist es nur in Bädern getan, in denen es dauerhaft gleich warm sein soll – wie im Gäste-WC, das nur für die Toilette und das Händewaschen genutzt wird.

Im Badezimmer mit Dusche und Badewanne sind dagegen zwei Heizgeräte sinnvoll: eines für die Grundwärme und eines, wenn es schnell warm sein soll. Beides mit einem Gerät umzusetzen, ist schwierig, da ein Heizkörper entweder dauerhafte, sparsame Wärme oder schnelle, energieintensive Wärme abgibt. Darum haben wir hier einmal die gebräuchlichsten Heizkörper zusammengestellt, mit denen Sie Ihr Bad auf Wohlfühltemperatur bringen.

Handtuchheizkörper: der neue Standard

In vielen modernen Badezimmern findet sich der Heizkörper heute nicht mehr als weisses, platten- oder gliederförmiges Modell direkt unter dem Fenster. Beliebter ist mittlerweile der Handtuchheizkörper. Handtuchheizkörper gibt als Warmwasserheizungen, aber auch strombetrieben. Das Trocknen der Handtücher hat auch hygienische Vorteile: Die Ausbreitung von Bakterien und Keimen durch das feuchtwarme Klima kann so reduziert werden.

Die Installation des Warmwassermodells ist stets von einem Heizungsinstallateur durchzuführen, da der Badheizkörper an die Zentralheizung angeschlossen wird.

Der strombetriebene Handtuchheizkörper ist zwar einfacher zu installieren, da er wie übliche Haushaltsgeräte lediglich an die Steckdose angeschlossen wird. Dafür ist er im Unterhalt teurer, weil Strom mit höheren Kosten zu Buche schlägt.

Nachteil des Warmwassermodells: Es dauert eine Weile, bis der Heizkreislauf in Gang kommt und der Raum erwärmt ist.

An der Wand im Badezimmer befindet sich links ein beheizbarer Handtuchhalter, mittig ein WC und rechts eine gläserne Duschkabine.

Handtuchheizkörper gibt es in mehreren Ausführungen: Zum einen als Warmwasser-Modell, oder aber als strombetriebene Heizung.

Heizlüfter und Heizstrahler: Elektroheizung nur im Notfall

Eine sehr simple, aber im Unterhalt ebenfalls teure Lösung sind der elektrisch betriebene Heizlüfter oder auch der Heizstrahler. Beide benötigen viel Strom und kommen deshalb oft nur temporär zum Einsatz, beispielsweise wenn die Heizung ausfällt. Wesentlicher Vorteil des Heizlüfters: Dank des integrierten Ventilators verteilt er die warme Luft schnell im ganzen Raum.

Infrarotheizung: wie die warme Sonne

Die elektrische Infrarotheizung erzeugt Wärme, indem sie Strom in Infrarotstrahlung umwandelt. Im Gegensatz zu gängigen Heizkörpermodellen erwärmt sie nicht nur die Luft, sondern auch angestrahlte Körper und Gegenstände. Eine Infrarotheizung im Bad bedeutet daher auch eine spürbar andere Form der Wärmewirkung und ‑verteilung und die angenehme Wärme ist etwa auch bei einer Infrarotsauna zu spüren. Der wesentliche Vorteil dieser Heizungsart: Die Wärme ist schon beim Einschalten der Heizung sehr schnell spürbar.

Ein weiterer Grund für die Beliebtheit der Infrarotheizung ist ihr schlankes, ansprechendes Design. Infrarotheizungen gibt es zum Beispiel auch mit Glas- oder Natursteinoberfläche. Sie sollten jedoch bedenken, dass eine Infrarotheizung in der Regel viel Strom benötigt und relativ wenig Leistung bringt. Zudem sollte sie möglichst ohne Hindernisse abstrahlen. Mit einer Fussbodenheizung für die nötige Grundtemperatur und einem Infrarotheizkörper für zusätzliche schnelle Wärme haben Sie in Ihrem Bad eine zweckmässige Kombination.

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Fussbodenheizung: gleichmässige Wärme im ganzen Raum

Eine Fussbodenheizung im Bad ist eine äusserst komfortable Lösung: Von den warmen Badfliesen steigt die Wärme im ganzen Raum gleichmässig nach oben. Fussbodenheizungen im Bad können mit Warmwasser, aber auch elektrisch betrieben werden. Meist werden sie mit einem Handtuchheizkörper ergänzt.

Wie alle elektrischen Heizkörper verursachen elektrische Fussbodenheizungen höhere Kosten als Modelle mit Warmwasser. Eine Fussbodenheizung nachzurüsten, erfordert immer mehr Aufwand als der Einbau in einem Neubau, da Sie den kompletten Oberboden entfernen müssen. Daher bietet sich die Nachrüstung vor allem an, wenn Sie ohnehin die Sanierung Ihres Badezimmers angehen. Je nachdem, ob Neubau oder Nachrüstung, elektrische Fussbodenheizung oder jene mit Warmwasserbetrieb, hier erwarten Sie Kosten zwischen 150 und 250 Franken pro Quadratmeter.

Zwei Füsse stehen auf dem Fliesenboden eines Badezimmers.

Fussbodenheizungen können Sie an den Heizungskreislauf anschliessen oder auch elektrisch betreiben.

Radiatoren: nicht im Dauerbetrieb

Elektroradiatoren sehen aus wie herkömmliche Heizkörper, werden aber mit Strom von der Steckdose betrieben. Der Strom erhitzt die Flüssigkeit – Wasser oder Öl – im Innern der Heizung. Diese gespeicherte Wärme gibt der Heizkörper dann an die Umgebung ab. Der grosse Vorteil: Durch den Anschluss an eine Steckdose ist der Radiator mobil einsetzbar. Ausserdem sind Radiatoren in der Anschaffung relativ günstig. Geeignete Modelle gibt es bereits für rund 100 Franken, für hochwertige Exemplare bezahlen Sie etwa das Doppelte.

Der grosse Nachteil sind jedoch die hohen Betriebskosten, die aus dem sehr hohen Stromverbrauch resultieren. Daher eignen sie sich als Zusatzheizung für Übergangszeiten, zum Beispiel an kühlen Tagen im Frühling, wenn die Zentralheizungsanlage bereits ausgeschaltet ist.

Heizkörper smart machen

Wollen Sie die Temperatur nicht nur am Morgen, sondern auch über den Tag hinweg anpassen, nehmen Ihnen programmierbare elektronische Thermostate das regelmässige manuelle Justieren ab. Sie können für verschiedene Tageszeiten unterschiedliche Temperaturen vorgeben – etwa ein angenehm warmes Bad am Morgen, über den Tag eine Absenkung der Temperatur und am Abend, wenn die Kinder in die Badewanne sollen, wieder ein kuschelig warmes Badezimmer. Elektronische Thermostate gibt es mittlerweile auch als Teil von vielen Smart-Home-Systemen.

Die Thermostate werden von einer kleinen Steuereinheit kontrolliert, die Sie in der Regel per Smartphone bedienen können. So lässt sich die Temperatur nicht nur im Bad programmieren, sondern über Einzelraumprofile auch in der gesamten Wohnung. Sie können das Bad allmorgendlich für 6 Uhr anwärmen und das Esszimmer für 7 Uhr, wenn die Familienmitglieder beim Zmorge sind.

Eine Hand eines Mannes bedient den Temperaturregler der Heizung an der Wand.

Mit smarten Reglern und Thermostaten haben Sie die Temperatur im Bad immer im Auge.

Richtig heizen im Badezimmer

Um Ihr Bad mit geringstmöglichem Energieaufwand zu erwärmen, gilt grundsätzlich: Sie müssen die Raumtemperatur im Bad nicht auf Saunaniveau anheben. Während in Wohnräumen 21 °C als komfortable Temperatur gelten, sollten es im Badezimmer 23 °C sein. Jedes Grad mehr bedeutet einen deutlichen Anstieg der Heizkosten.

Nachts dagegen können Sie die Temperatur getrost herunterregeln, um Energie zu sparen. Damit Sie am Morgen trotzdem ein wohltemperiertes Badezimmer vorfinden, setzen Sie am besten elektronische Thermostate ein, die die Temperatur rechtzeitig anheben. Laut einer Studie lassen sich in einem Einfamilienhaus durch eine Temperaturabsenkung auf rund 17 °C in der Nacht fünf bis zwölf Prozent Energie einsparen.

Wenn Sie keinen smarten Regler haben und weiterhin von Hand einstellen: Stellen Sie den Heizkörperthermostat im Bad auf Stufe 3,5, das entspricht einer Raumtemperatur von etwa 22 °C. In der Nacht können Sie den Thermostat auf Stufe 2 stellen, das entspricht einer Raumtemperatur von ungefähr 16 °C. In einem ausgekühlten Bad die Heizung kurzfristig auf die höchste Stufe zu stellen, heizt den Raum übrigens nicht schnellstmöglich auf, sondern Sie erhöhen lediglich die maximale Raumtemperatur unnötig auf bis zu 28 °C.

Anstatt die Temperatur für die Nacht manuell per Thermostat anzupassen, können Sie den Effekt auch mittels Nachtabsenkung der kompletten Heizungsanlage erreichen. Darunter versteht man die nächtliche Reduzierung der Heizwassertemperatur einer Heizungsanlage. So lässt sich ein geringerer Energieverbrauch erzielen. Eine Nachtabsenkung um 3 bis 8 Grad ermöglicht es vor allem, in weniger gut gedämmten Gebäuden Heizenergie einzusparen.

Heizkosten sparen – trotz beheiztem Bad

Neben der idealen Wärmeeinstellung, dem Absenken der Temperatur in der Nacht und dem Installieren eines smarten Heizungsreglers gibt es noch einige weitere Möglichkeiten, Heizkosten im Bad zu sparen.

  • Achten Sie darauf, dass die Heizkörper die Wärme unverstellt und frei abstrahlen können. Jede Art von Verkleidung oder Gegenständen nimmt Wärme auf, die eigentlich den Raum erreichen sollte. Handtücher können Sie, sobald diese trocken sind, vom Heizkörper entfernen.
  • Entlüften Sie den Heizkörper mindestens zu Beginn der Heizperiode. Denn wenn sich Luft darin befindet, braucht die Anlage mehr Energie, um den Raum aufzuheizen.
  • Eine gründliche Reinigung des Heizkörpers zu Beginn der Heizperiode ist zu empfehlen. Mit einem starken Fön oder leichter Druckluft entfernen Sie Staub und hartnäckigen Schmutz aus dem Heizkörper.
  • Lüften ist wichtig, gerade nach dem Duschen. Aber wenn es draussen kalt ist, sollte das Fenster nicht lange gekippt stehen, denn das führt dazu, dass die Wände langsam, aber sehr stark auskühlen. Das Aufheizen danach dauert umso länger und verbraucht viel Energie. Stattdessen sollten Sie nur fünf bis zehn Minuten stosslüften, damit die übersättigte feuchte Luft abziehen kann.
  • Wenn Ihr Bad über Rollläden verfügt, nutzen Sie diese gerade in der kalten Jahreszeit. So wird das Badezimmer zusätzlich gedämmt.
  • Falls die Wärme häufig entweicht und Sie stark heizen müssen, um den Raum zu erwärmen, sind allenfalls die Fensterdichtungen defekt. Oft reichen günstige Dichtungen aus dem Baumarkt oder dem Fachhandel, um die Wärmedämmung zu erhöhen.
  • Wenn Ihnen Wärme im Bad besonders wichtig ist, sollten Sie über einen warmen Holzboden als Alternative zu Fliesen nachdenken – auf Dauer ist dieser auf jeden Fall günstiger als eine Fussbodenheizung.

Die wichtigsten Fragen und Antworten auf einen Blick

Brauche ich in meinem Bad eine zusätzliche Badheizung?

Mit einer Heizung allein ist es nur in Bädern getan, in denen es dauerhaft gleich warm sein soll. Im Badezimmer mit Dusche und Badewanne sind zwei Heizgeräte sinnvoll: eines für die Grundwärme und eines zum schnellen Erwärmen.

Ist ein elektrischer Heizkörper im Bad ratsam?

Ein strombetriebener Heizkörper ist zwar einfacher zu installieren, aber teurer im Unterhalt.

Kann ich einen Heizlüfter im Bad einsetzen?

Heizlüfter oder Heizstrahler im Bad benötigen viel Strom und sind deshalb als Dauerlösung nicht praktikabel.

Wie funktioniert eine Infrarotheizung im Bad?

Eine Infrarotheizung im Bad produziert eine spürbar andere Form der Wärme. Diese ist schon beim Einschalten der Heizung sehr schnell bemerkbar.

Kann ich eine Fussbodenheizung im Bad nachrüsten?

Eine Fussbodenheizung nachzurüsten erfordert immer mehr Aufwand als der Einbau in einem Neubau und ist daher auch teurer. Auf lange Sicht kann sich der Umbau jedoch lohnen.

Kann ich im Bad Radiatoren betreiben?

Auch im Bad können Sie einen Radiator einfach an die Steckdose anschliessen.

Ein grosser Nachteil sind jedoch die auf Dauer sehr hohen Betriebskosten.

Welche Temperatur sollte mein Badezimmer haben?

Im Badezimmer sollten es 23 °C sein. Höhere Temperaturen sind nicht notwendig und sorgen nur für höhere Heizkosten.

Auf welche Temperatur sollte ich mein Bad nachts abkühlen lassen?

Durch eine Temperaturabsenkung auf rund 17 °C in der Nacht sparen Sie fünf bis zwölf Prozent Energie.

Fazit: mit dem passenden Heizkörper zur Wohlfühltemperatur

Die Heizung im Bad am Morgen voll aufdrehen und dann warten, dass es möglichst schnell warm wird – diese Methode ist mittlerweile zum Glück überholt. Mit der aktuellen Auswahl an Heizkörpern für Badezimmer justieren Sie die Temperatur im Badezimmer wesentlich genauer. Egal ob Fussbodenheizung, Infrarotheizung oder beheizbarer Handtuchhalter – mit dem passenden Heizkörper sorgen Sie im Bad jeden Morgen für Ihre persönliche Wohlfühltemperatur.

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