Bauen und Kaufen

Badewanne einbauen: Tipps für die Umsetzung

Torben Schröder

Sie fragen sich, wie Sie Ihre neue Badewanne einbauen sollen? Entweder nehmen Sie die Dienste einer Fachfirma in Anspruch – oder Sie legen selbst Hand an. Dazu benötigen Sie lediglich ein bisschen handwerkliches Geschick und etwas Zeit. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, was zu beachten ist und wie die einzelnen Arbeitsschritte aussehen.

Blick in ein Badezimmer mit weissen Wänden und dunklem Boden. Im Vordergrund steht eine Badewanne.
© Getty Images / Martin Deja

In diesem Artikel

Das sollten Sie vor dem Einbau beachten

Bevor es an den tatsächlichen Einbau der Badewanne geht, sollten Sie einige wichtige Vorüberlegungen treffen und Voraussetzungen prüfen.

  • Wasserzufuhr: Schliessen Sie den Hauptwasserhahn und prüfen Sie, ob das Wasser vollständig aus allen Leitungen gelaufen ist.
  • Standort: Vergewissern Sie sich noch einmal, dass die Wanne auch genau dort im Bad eingebaut werden soll, wo Sie es sich überlegt hatten. Ist genug Platz vorhanden? Sind die Anschlüsse für die Armaturen und den Ablauf vorhanden?
  • Plättli: Der Wandbereich über der Badewanne sollte mit einem wasserabweisenden Material, zum Beispiel Fliesen, bedeckt sein. Der Bereich, der von der Badewanne verdeckt sein wird, sollte nicht gefliest sein.
  • Unterlage: Sie haben zwei Möglichkeiten, auf welcher Art von Fundament Sie die Montage vornehmen möchten: auf Wannenfüssen oder auf einem Wannenträger. Im Folgenden erklären wir Ihnen die Unterschiede.

Mit Wannenfüssen einbauen

Bei dieser klassischen Methode werden vier Füsse an die Badewanne angebracht, die in der Höhe verstellbar sind und damit Unebenheiten ausgleichen. Trotzdem ist die punktuelle Belastung für den Untergrund immer noch recht hoch. Wenn Ihr Badezimmerboden zum Beispiel aus empfindlichem Material wie Parkett besteht, sind Wannenfüsse nicht die richtige Wahl.

Mit Wannenträger einbauen

Ein Wannenträger ist ein aus Hartschaum bestehendes Formteil, in das die Badewanne eingelassen wird – er umgibt diese also komplett. Im Handel finden Sie solche Hartschaumträger als Universalexemplare, die Sie passend zuschneiden müssen. Die Luxusalternative ist ein massgeschneiderter Wannenträger. Die Vorteile eines Wannenträgers liegen im Bereich Schall- und Dämmschutz: Der Schaumstoff minimiert die Geräusche beim Badevorgang und hält zudem das Wasser länger warm.

So bauen Sie eine Badewanne ein

Im Folgenden liefern wir Ihnen eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie eine handelsübliche Acrylbadewanne mit Wannenfüssen in Ihrem Bad selbst einbauen. Im Idealfall haben Sie bei der Arbeit Hilfe, denn zumindest die Badewanne kann recht schwer sein.

Dieses Werkzeug benötigen Sie:

  • Akkuschrauber
  • Altes Bettlaken
  • Bleistift
  • Cuttermesser
  • Flachfeile
  • Fuchsschwanz
  • Kartuschenpresse
  • Maurerkelle
  • Metallbügelsäge
  • Mörteleimer
  • Schleifpapier
  • Wasserwaage

Und dieses Material benötigen Sie:

  • Ab- und Überlaufgarnitur
  • Badewanne
  • Fliesen
  • Fliesenkleber
  • Hochtemperaturrohr (HT-Rohr)
  • Holzkeile
  • Sanitär-Silikon
  • Schalldämmband
  • Wannendichtband
  • Wannenfüsse und Befestigungsschienen
  • Wannenleisten
  • Porenbetonsteine
Ein Mann montiert Füsse an eine Badewanne.

Ein Schritt beim Einbau der Badewanne ist das Montieren der Füsse.

Schritt 1: Wannenfüsse montieren

Legen Sie die Badewanne verkehrt herum auf einen weichen Untergrund, zum Beispiel ein altes Bettlaken. Bringen Sie zunächst mit dem Akkuschrauber die Befestigungsschienen für die Wannenfüsse an dem verstärkten Wannenboden auf der Unterseite an. Nun führen Sie die Füsse mit dem Gewinde durch das Langloch und kontern auf der Gegenseite mit einer Schraubenmutter. Sie können natürlich auch erst die Füsse an den Schienen befestigen und dann die Schienen an die Wanne anbringen. Richten Sie nun die Badewanne auf und stellen Sie die Füsse grob ein. Die Feinjustierung nehmen Sie per Wasserwaage vor.

Schritt 2: Wannenleisten montieren

Die Füsse geben der Badewanne schon einen recht sicheren Halt – jedoch ist das noch nicht genug. Für eine feste Verankerung muss die Wanne an der Badezimmerwand fixiert werden. Dies geschieht mithilfe von Wannenleisten. Schieben Sie die Wanne an ihre potenzielle Endposition und markieren Sie dann an der Wand mit dem Bleistift die untere Kante des Wannenrandes. Ziehen Sie die Wanne wieder beiseite. Verbinden Sie die Markierungen mithilfe der Wasserwaage zu einer Linie. Nun schrauben Sie das Leistensystem an die Wand.

Schritt 3: Ab- und Überlauf montieren

Als Nächstes folgt die Installation der Ab- und Überlaufgarnitur – diese liegt der Badewanne in der Regel bei. Der Ablauf ist die Öffnung im Badewannenboden, den Sie verschliessen, wenn Sie Wasser in die Wanne laufen lassen. Der Überlauf ist eine teilverdeckte Öffnung im oberen Wannenwandbereich, der ein Überlaufen des Wassers verhindert. Sowohl das Ablauf- als auch das Überlaufventil montieren Sie an den entsprechenden Aussparungen im Wannenkorpus.

Schritt 4: Bänder anbringen

Die Wannenränder, die an der Wand anliegen werden, also später an das Schienensystem montiert werden, versehen Sie mit Wannendichtband und Schalldämmband. Dies verhindert das Eindringen von Wasser und minimiert die Schallübertragung von der Wanne zur Wand.

Schritt 5: Endmontage beginnen

Schieben Sie die Badewanne nun an ihren vorgesehenen Platz und verankern Sie sie mit dem Wannenleistensystem. Die Wanne steht nun fest. Das Wannendichtband verkleben Sie mit der Wandfläche. Schliessen Sie das HT-Rohr an und verbinden Sie es auf kürzestem Weg mit dem Anschluss in der Wand. Sollten Sie das Rohr kürzen müssen, dann nutzen Sie eine Metallbügelsäge. Die Sägekanten glätten Sie mit einer Flachfeile oder mit Schleifpapier.

Nun ist der Zeitpunkt gekommen, Ihre bisherige Arbeit zu überprüfen. Lassen Sie dazu die Wanne voll Wasser laufen. Wenn auch nach ein paar Tagen noch alles dicht ist, können Sie fortfahren.

Schritt 6: Wanne verkleiden

Noch steht die Badewanne frei an der Wand, was nicht besonders schön aussieht. Mischen Sie zunächst Fliesenkleber gemäss der Herstelleranleitung in einem Mörteleimer an. Messen Sie dann die Höhe vom Boden bis zur Wannenkante aus. Auf diese Höhe schneiden Sie die Ytong-Steine mit dem Fuchsschwanz zu.

Bringen Sie Fliesenkleber auf die obere Kante und die wandzugeneigte Kante des Steins auf und setzen ihn unter den Wannenrand. Zwischen unterer Kante und Boden platzieren Sie zunächst kleine Holzkeile. So setzen Sie Stein für Stein nebeneinander. Ist die Wanne vollständig verkleidet, sprühen Sie Bauschaum in die Ritzen zwischen den unteren Kanten und dem Boden. Nachdem dieser ausgetrocknet ist, entfernen Sie überschüssige Reste mit dem Cuttermesser. Entfernen Sie zudem die Holzkeile.

Spachteln Sie alle entstandenen Fugen zwischen den Steinen mithilfe einer Maurerkelle mit Fliesenkleber zu. Auf diese Verkleidung bringen Sie nun die gewünschten Plättli an – erneut mit dem Fliesenkleber. Mit Sanitär-Silikon aus einer Kartuschenpresse füllen Sie die Fugen.

Ein Mann bearbeitet eine Badewanne mit einer Kartuschenpresse.

Endspurt: Mit einer Kartuschenpresse füllen Sie die Fugen zwischen den Fliesen mit Sanitär-Silikon.

Freistehende Badewanne einbauen

Der grosse Vorteil einer freistehenden Badewanne ist optischer Natur: Mitten im Bad platziert, schafft sie ein edles und grosszügiges Ambiente im Badezimmer. Ein aufwendiger Einbau wie eben beschrieben bei einer herkömmlich platzierten Badewanne ist nicht vonnöten. Jedoch sind andere Voraussetzungen zu erfüllen.

  1. Damit die freistehende Badewanne ihre Schönheit entfalten kann, muss das Badezimmer entsprechend gross sein. Als Faustregel gelten 12 bis 15 Quadratmeter. Die Wanne sollte einen Mindestabstand von einem halben Meter zu den anderen Elementen haben.

  2. Sie können eine Badewanne freistehen lassen und die Armaturen an der Wand montieren. Besonders attraktiv sieht es jedoch aus, wenn auch die Armaturen freistehen, also aus dem Boden herausführen. Wenn Sie als Bauherr Ihr Badezimmer neu planen, können Sie das Verlegen der notwendigen Anschlüsse im Boden gleich einplanen. Wenn Sie freistehende Armaturen im Nachhinein nutzen möchten, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass der Badezimmerboden erneuert werden muss.

Fazit: Schritt für Schritt zum Ziel

Für den Einbau einer Badewanne benötigen Sie nicht unbedingt die Hilfe eines professionellen Handwerkers – mit ein bisschen Geduld und Fingerfertigkeit können Sie diese Arbeit auch selbst erledigen. Eine freistehende Badewanne erfordert weniger Aufwand beim Einbauen, dafür jedoch mehr Platz im Bad.

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