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Ankleidezimmer einrichten: Tipps für Planung und Deko

Jana Janssen

Das Ankleidezimmer: Ein ganzer Raum für Kleidung, Schuhe und Accessoires, der auch noch stilvoll Fläche zum Ankleiden und Stylen bietet, ist für viele der Inbegriff von Luxus und Prunk. Nie wieder zu wenig Stauraum im Kleiderschrank. Haben auch Sie schon immer davon geträumt? Mit unseren Tipps können Sie Ihr eigenes Ankleidezimmer planen und gestalten.

Eine Frau steht in einem Raum mit grossen verspiegelten Schränken an zwei Wänden und knöpft sich ihre Bluse zu.
© Getty Images

In diesem Artikel

Begehbarer Kleiderschrank oder gleich ein ganzes Ankleidezimmer?

Die Begriffe «begehbarer Kleiderschrank» und «Ankleidezimmer» werden häufig synonym verwendet. Vor allem kleine Räume oder Raumnischen im Schlafzimmer bieten sich für einen begehbaren Kleiderschrank an. Haben Sie ein etwas grösseres freies Zimmer, können Sie ein komplettes Ankleidezimmer einrichten. Dieses bietet nicht nur Stauraum für Ihre Kleidung, sondern zusätzlich Platz zum Anziehen oder Stylen. Der Unterschied liegt also vor allem in der Grösse – aber auch in der Gestaltung. Denn ein Ankleidezimmer sollte in besonderem Masse gemütlich und einladend sein.

Die Planung: was beachten?

Wie Sie Ihr Ankleidezimmer am besten planen, hängt vor allem von Ihrer Immobilie ab. Die besten Optionen haben Sie natürlich, wenn Sie Ihr eigenes Haus bauen und von vornherein ein Ankleidezimmer nach Ihren Wünschen einplanen können. Auch beim Hauskauf können Sie das Einrichten eines Ankleidezimmers in Betracht ziehen. Wenn Sie hingegen ein selten genutztes Arbeitszimmer oder ein ehemaliges Kinderzimmer in Ihrem Eigenheim umfunktionieren wollen, geht es darum, die räumlichen Gegebenheiten optimal zu nutzen. Individuelle Lösungen nach Mass helfen Ihnen dabei, zum Beispiel auch den Raum unter Dachschrägen auszunutzen.

Der optimale Raum für ein Ankleidezimmer für zwei Personen ist in etwa sechs bis acht Quadratmeter gross, damit Sie alle Kleidungsstücke unterbringen können und noch Platz zum Ankleiden und Stylen bleibt. Praktisch ist auch, wenn er direkt an das Schlafzimmer oder das Badezimmer angrenzt. Im Idealfall bildet der Raum sogar eine Schleuse zwischen den beiden Zimmern. Das bietet den meisten Komfort für Ihre morgendliche Routine.

Ausserdem entscheidend für die ideale Grösse Ihres Ankleidezimmers: Ihre Garderobe. Beziehen Sie bei der Planung alle Ihre Kleidungsstücke, Schuhe und Accessoires wie Taschen, Schals und Schmuck mit ein. Dabei nicht vergessen: Unterwäsche und Socken brauchen auch Ihren Platz. Und planen Sie einen Puffer.

In einem offenen Kleiderschrank hängen Blusen, T-Shirts und Röcke. In einem Regal stehen Handtaschen und Schuhe.

Bei der Planung eines Ankleidezimmers können Sie nicht nur Ihre Kleidung, sondern auch an Ihre Schuhe und Handtaschen denken.

Die Einrichtung: wie gestalten?

Haben Sie die Planung Ihres Ankleidezimmers abgeschlossen, geht es an die Gestaltung. In einem Ankleidezimmer haben Sie wesentlich mehr Platz als bei einem normalen oder begehbaren Kleiderschrank und somit viel mehr Spielraum. Da Sie hier nicht nur schnell Ihre Kleidung herausgreifen, sondern sich auch umziehen und stylen werden, sollten Sie das Ankleidezimmer besonders gemütlich einrichten. So fühlen Sie sich beim Ankleiden wohler. Dazu gehören nicht nur die richtigen Aufbewahrungsmöbel, sondern auch Sitzgelegenheiten, Spiegel und die richtige Deko.

Sie müssen also nicht nur entscheiden, mit welchen Aufbewahrungsmöbeln Sie Ihren Ankleideraum einrichten wollen. Wichtig sind auch die folgenden Fragen: Wie soll die Beleuchtung aussehen? Welche farbliche Gestaltung wünschen Sie sich für den Raum? Wie wollen Sie dekorieren? Hier gilt es, Ihren eigenen Stil zu finden und Ihren täglichen Bedürfnissen beim Ankleiden gerecht zu werden. Folgende Überlegungen helfen Ihnen beim Einrichten.

Die richtigen Möbel

Geschlossener Schrank oder offene Regale? Kleidung aufhängen oder falten? Das kommt ganz auf die Zusammensetzung Ihrer persönlichen Garderobe an. Allgemein gilt: Schliessbare Schränke wirken besonders ordentlich, Regale präsentieren dagegen die Kleidung besser. Manche Kleidungsstücke wie Hemden und Blusen oder Kleider sollten Sie lieber aufhängen, schwere Strickpullover lieber falten. Dieser Überblick hilft Ihnen, die richtige Aufbewahrung für Ihre Kleidung zu finden:

  • Strickpullover: Wenn Sie schwere Strickpullover auf einen Bügel hängen, werden sie durch das Eigengewicht mit der Zeit immer länger. Daher Pullover immer falten und in ein Regal, auf den Boden eines geschlossenen Schranks oder in eine Schublade legen. Damit keine Falten entstehen, empfiehlt es sich, Seidenpapier dazwischen zu legen. Alternativ können Sie dafür auch Baumwollsäckchen verwenden. Diese bieten einen zusätzlichen Schutz vor Kleidermotten.
  • Kleider: Kleider lassen sich am besten mit einem Bügel auf eine Kleiderstange hängen. Achten Sie darauf, keine Drahtbügel zu verwenden. Diese können die Ausschnitt- und Schulternähte verzerren. Haben Sie viele lange Kleider, sollte die Stange hoch genug hängen, damit auch der Saum frei fällt und nicht knittert. Eine Ausnahme bilden perlenbesetzte Kleider, die sehr schwer sein können. Dadurch würden beim Aufhängen die Schulternähte überstrapaziert. Auch hier lieber falten und Seidenpapier verwenden.
  • Hosen: Bei Hosen kommt die optimale Aufbewahrung ganz auf den Stoff an. Jeanshosen können Sie falten, feinere Stoffhosen – insbesondere, wenn sie Bundfalten haben – hängen Sie im Idealfall auf einen speziellen Hosenbügel.
  • Blusen und Hemden: Für Blusen für die Dame und Hemden für den Herren gilt das gleiche wie für Kleider: Sie sollten nicht knittern. Daher gehören auch sie auf die Kleiderstange.
  • Schuhe und Stiefel: Schuhe und Stiefel werden nach dem Tragen offen aufbewahrt, damit sie auslüften können. Länger nicht getragenes Schuhwerk kann aber auch in einem Baumwollbeutel als Staubschutz in einen geschlossenen Kleiderschrank wandern. Wichtig bei hohen Stiefeln ist ausserdem, dass Sie sie mit einem Stiefelspanner lagern, damit der Schaft nicht knickt und es keine Falten gibt. Dazu eignet sich aber auch Zeitungspapier.
  • T-Shirts: T-Shirts können Sie sowohl aufhängen als auch gefaltet in den Schrank oder in ein Regal legen. Die platzsparendere Variante ist natürlich das Falten – vor allem, wenn Sie viele T-Shirts besitzen.
  • Jacken: Saisonale Jacken hängen Sie am besten auf eine eigene Kleiderstange. Haben Sie dafür keinen Platz, können Sie Winterjacken im Sommer – beziehungsweise Sommerjacken im Winter – gefaltet lagern. Auch hier empfiehlt sich, sie in Seidenpapier oder Baumwollsäckchen einzuschlagen. Das gilt besonders für Lederjacken, die sonst bleibende Falten bekommen können.
  • Unterwäsche: Unterwäsche ist etwas sehr Privates, das man eher nicht in einem offenen Kleiderschrank präsentieren möchte. Sie wandert also idealerweise in eine Schublade. Hier sind auch Trennelemente für Schubladen nützlich, die zusätzlich Ordnung schaffen.

Bei der Wahl der Aufbewahrung bietet sich deshalb eine Kombination aus offenen und geschlossenen Elementen, Kleiderstangen, Regalen und Kommoden mit Schubladen an.

In einem hell gestalteten Raum befinden sich offene Regale mit vielen Kisten und Körben zum Aufbewahren von Kleidung. Im Zentrum des Bildes hängen Jacken an einer Kleiderstange.

dass alles ordentlich aussieht.

Da das Ankleidezimmer – noch viel stärker als der begehbare Kleiderschrank – zum Verweilen einladen soll, darf auch ein bequemer Sessel oder eine gemütliche Récamiere nicht fehlen. Hier können Sie in Ruhe Ihr nächstes Outfit planen. Auch ein Schminktisch ist ein beliebtes Element im eigenen Ankleidezimmer. Und natürlich ist ein grosser Spiegel unverzichtbar, in dem Sie Ihr komplettes Outfit betrachten können.

Ein weiterer Tipp: Stellen Sie mehrere Spiegel im 45-Grad-Winkel auf – So können Sie sich von allen Seiten betrachten.

Die beste Beleuchtung

Auch die Beleuchtung ist ein wichtiges Element in Ihrem Ankleidezimmer. Schliesslich wollen Sie nicht im Halbdunkel ein Outfit aussuchen und bei Tageslicht plötzlich feststellen, dass sich die Farben beissen.

Eine möglichst flächendeckende Beleuchtung ist daher sinnvoll. Sie sollte im besten Fall nah an Tageslicht herankommen – vor allem in einem Raum ohne Fenster. Eine oder mehrere grosse Tageslichtlampen beziehungsweise Vollspektrumlampen – mit einer Farbtemperatur von 5500 Kelvin – an der Decke sind daher ideal. Viele verspiegelte Elemente im Raum reflektieren das Licht und sorgen zusätzlich dafür, dass der Raum heller wirkt.

Empfehlenswert ist auch, die einzelnen Schränke mit Leuchten auszustatten, sodass Sie Ihre Kleidung immer optimal erkennen können. Die restliche Beleuchtung sollte natürlich wirken, eher warm sein und Ihnen schmeicheln, damit Sie sich beim Ankleiden wohlfühlen.

Eine Frau steht in einem hell beleuchteten Ankleidezimmer. Sie spiegelt sich in der grossen Spiegeltür eines Schranks.

Grosse Spiegel reflektieren das Licht und sorgen so für noch mehr Helligkeit in Ihrem Ankleidezimmer.

Farben und Materialien auswählen

Wichtig für den Wohlfühlfaktor im Ankleidezimmer sind aber nicht nur die richtigen Möbel und eine gute Beleuchtung. Auch die Farbwahl, die Materialien und die Art und Weise, wie Sie das Zimmer dekorieren, spielen eine Rolle.

Einrichtungsexperten raten dazu, das Ankleidezimmer eher in dunklen Farben zu gestalten, zum Beispiel Dunkelblau für die Wände und dunkle Holztöne für die Möbel. So wirkt der Raum besonders warm, ruhig und einladend. Vor allem, wenn Sie viel bunte Kleidung haben und diese offen aufbewahren wollen, wirkt diese dann auch eleganter. Wichtig ist dabei aber auf jeden Fall, dass der Raum gut ausgeleuchtet ist. Spiegel und spiegelnde Oberflächen wie Glas- oder Metallfronten an Möbeln sorgen zusätzlich für mehr Licht.

In fensterlosen Räumen sollten Sie eher auf helle Farben setzen. Wählen Sie hier Schränke aus hellem Holz oder in Weiss und setzen mit einem etwas dunkleren Boden einen ansprechenden Kontrast. Dieser lenkt vom fehlenden Fenster ab. Beachten Sie aber, dass helle Farben wie Weiss die Farben Ihrer Kleidung eher hervorheben. Das kann natürlich ein gewünschter Effekt sein, bei viel bunter Kleidung in einem offenen Schrank wirkt das aber ein wenig unordentlich.

Auch die Grösse des Raumes lässt sich durch Farbe positiv beeinflussen. Hier gilt: Kühle Farbtöne wie Hellblau lassen einen Raum grösser wirken, warme wie Beige hingegen kleiner. Eine geschickte Kombination aus kühlen und warmen Tönen kann sehr schmale Räume stauchen und quadratische Räume strecken.

Da Sie häufig barfuss in Ihrem Ankleidezimmer laufen, sind Plättli im Ankleidezimmer eher ungeeignet. Wenn es unbedingt Fliesen sein sollen, dann ist eine Fussbodenheizung ein Muss. Aber auch ein wärmender Teppich kann helfen – kuscheliger Hochflor beispielsweise ist besonders gemütlich. Wenn Sie die Wahl haben, entscheiden Sie sich am besten für einen schönen Holz- oder Teppichboden.

Die Dekoration macht den Unterschied

Neben bequemen Sitzmöbeln ist es vor allem die Dekoration, die den Unterschied zwischen begehbarem Kleiderschrank und Ankleidezimmer macht. Denn wenn Sie Ihrer Ankleide schon einen ganzen Raum widmen, statten Sie sie doch mit Bildern, Vasen, Kissen, Vorhängen und Teppichen aus. Ideal für Ihr Ankleidezimmer sind zum Beispiel Samtvorhänge. Diese sind blickdicht – besonders wichtig, wenn Sie sich im Hellen umziehen – und schaffen eine gemütliche Atmosphäre.

Bei der Wahl der Bilder können Sie auch selbst kreativ werden – wie wäre es mit Bildern Ihrer Lieblingsoutfits an der Wand? Oder sorgen Sie mit dekorativen Schmuckbäumen für eine ansprechende Aufbewahrung Ihres Schmucks. Wichtig ist hier, Ihr Farbkonzept konsequent umzusetzen. Denn eine einheitliche Farbgestaltung bringt Ruhe in den Raum.

Fazit: gemütlicher Umkleideraum für zu Hause

Ein Ankleidezimmer ist Luxus – für viele Modebewusste aber ein absoluter Traum. Die XXL-Umkleidekabine für zu Hause sollte nicht nur zweckmässig und praktisch, sondern auch gemütlich sein. Dann macht das Umziehen, Stylen und Outfitplanen besonders viel Spass.

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