Eine Frau gibt den Zahlencode auf einer Alarmanlage an der Hauswand ein.
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Alarmanlage: simpler Klassiker oder smarte Technik?

Arne Schätzle

Keine Angst vor Einbrüchen: Mit einer Alarmanlage schützen Sie Ihr Zuhause vor unliebsamen Eindringlingen. Aber welche Alarmanlage ist die passende? Welche Arten gibt es überhaupt? Was bringt die Anbindung an Smart-Home-Systeme? Und welche Kosten sind zu erwarten?

In diesem Artikel

Wie funktioniert die Alarmanlage fürs Haus?

Als Einbruchmeldeanlage gelten alle elektronischen Systeme, die einen Einbruch melden, um Haus- und Wohnungsbesitzer zu warnen. Viele der gängigen Alarmsysteme zum Schutz Ihres Hauses funktionieren nach ähnlichem Prinzip: Als Zentrale des Sicherungssystems fungiert die sogenannte Gefahrenwarnanlage. Sie kann Signale unterschiedlichster Art empfangen und verarbeiten.

Die Signale werden beispielsweise von Glasbruchmeldern an den Scheiben, Öffnungsmeldern an Fenstern und Türen sowie Bewegungsmeldern in den Räumen ausgelöst. Häufig ist bei solchen Anlagen auch ein Rauchmelder integriert. Ist die Alarmanlage aktiviert, löst sie den entsprechenden Alarm aus.

Die beliebtesten Einstiegspunkte sind übrigens Fenster, Terrassentüren, Haustüren und Kellerfenster.

Eine sogenannte Einbruchmeldeanlage hat folgende Funktionen:

  • Sie verhindert Einbrüche, Diebstähle und Überfälle durch Abschreckung.
  • Sie alarmiert im Notfall hilfeleistende Dienste wie Polizei oder Sicherheitsdienst.
  • Sie alarmiert ebenso die unmittelbare Umgebung und anwesende Personen.
  • Sie minimiert die Aktionszeit von Einbrechern.
  • Sie hilft, einen Einbruch zu rekonstruieren, indem sie verrät, wann und wo der Eindringling ins Haus gelangt ist.
Mit einem Brecheisen hebelt ein Einbrecher ein Fenster auf.

Mehr Sicherheit gegen Eindringlinge: Fenster mit Pilzkopfverriegelung machen es Einbrechern schwerer, ins Haus zu gelangen.

Sichern Sie Ihr Zuhause zunächst mit mechanischen Systemen

Bevor Sie sich eine elektronische Einbruchmeldeanlage zum Schutz Ihres Zuhauses zulegen, sollten Sie immer zunächst Fenster und Türen mit mechanischen Systemen sichern: Statt der Beschläge mit einfachen Zapfen sorgen Systeme mit Pilzkopfverriegelung für mehr Sicherheit.

Mit diesem Schliesssystem lassen sich Fenster und Türen nicht mehr einfach aushebeln. Auch mit einem abschliessbaren Fenstergriff – in Verbindung mit einem Sicherheitsbeschlag – machen Sie es Einbrechern schwerer, in Ihr Haus zu gelangen. Standardfensterglas lässt sich durch eine durchwurfhemmende Verglasung ersetzen.

Bei der Haustür empfehlen sich als Einbruchschutz zudem eine Mehrfachverriegelung mit Stangenverriegelung oder mit Schwenkhaken sowie zertifizierte Profilzylinder mit Bohrschutz und Schutzbeschläge mit Ziehschutz. Diese Massnahmen halten die Einbrecher zumindest einige Zeit auf. Manchmal genügt dies schon, damit diese von ihrem Vorhaben ablassen.

Eine elektronische Alarmanlage sollte immer eine Ergänzung dieser mechanischen Massnahmen darstellen.

Das Fenster eines Hauses ist mit einem gewölbten Gitter gesichert, in dem sich einige Pflanzen ausbreiten.

Bevor Sie Technik zur Sicherung Ihres Zuhauses einsetzen, sollten Sie im ersten Schritt mechanischen Lösungen angebracht haben.

Überwachung für aussen und innen

Grundsätzlich können wir zwischen zwei Typen von Alarmanlagen unterscheiden:

  • Überwachung der Aussenhülle
  • Innen- oder Fallenüberwachung

Bei der Überwachung der Aussenhülle werden vor allem Fenster und Türen überwacht. Wichtig ist hier, darauf zu achten, dass die Fenster auch mit Durchbruchkontakten ausgestattet sind, die nicht nur auf das Öffnen der Fenster reagieren, sondern auch auf die Beschädigung der Scheibe.

Die Innen- oder Fallenüberwachung hingegen löst den Alarm erst aus, wenn der Einbrecher das Objekt bereits betreten hat. Dazu werden in der Regel Bewegungsmelder in jenen Bereichen installiert, die Einbrecher mit hoher Wahrscheinlichkeit betreten. In der Praxis werden zum Einbruchschutz oft beide Systeme kombiniert. Die Ausstattung mit Fenster- und Türkontakten ist meist etwas kostspieliger, Bewegungsmelder sind anfälliger für Fehlalarme.

Warum gibt es immer wieder Fehlalarme?

Ausgelöst werden Fehlalarme beispielsweise durch Wärmequellen, die sich bewegen (zum Beispiel Haustiere, Staubsaugerroboter, selbstregulierende Heizungen) oder Gegenstände, die sich durch Wind oder Luftzug bewegen. In Kellerräumen, in denen die Temperatur stabil ist und zu denen Haustiere keinen Zugang haben, sind auch die günstigen, einfach zu installierenden Bewegungsmelder eine zuverlässige Lösung.

Um Fehlalarme zu vermeiden, integrieren viele Hausbesitzerinnen und -besitzer zusätzlich eine Kamera in ihre Alarmanlage. Mithilfe der Kamera überprüfen sie (oder eine andere beauftragte Person) dann, ob sich tatsächlich eine Person im Haus befindet oder ob nur die Katze den Alarm ausgelöst hat. Allerdings setzt der Zugriff von unterwegs voraus, dass die Anlage an das Internet angeschlossen ist.

Drei Wege der Benachrichtigung: Externalarm, Internalarm und Fernalarm

Eine Alarmanlage hat verschiedene Möglichkeiten zur Benachrichtigung:

  • Externalarm
  • Internalarm
  • Fernalarm

Beim Externalarm sollen akustische Alarmsignale nach aussen die Einbrecher abschrecken und die Nachbarn aufmerksam machen. Ergänzend sind auch optische Signale möglich. Falls Sie Aussensirenen einsetzen wollen, halten Sie am besten mit der Gemeinde Rücksprache, da diese zum Teil bewilligungspflichtig sind.

Der Internalarm ist nur im Inneren des Hauses zu hören. Er soll die Eindringlinge verschrecken und, falls anwesend, die Bewohnerinnen und Bewohner wecken und alarmieren.

Der Fernalarm wiederum leitet die Meldung des Einbruchs an Wach- oder Sicherheitsunternehmen weiter. Dabei kann es ein Vorteil sein, den Alarm im Haus gleichzeitig stummzuschalten, um den Einbrecher nicht zu alarmieren.

Natürlich können Sie auch alle drei Alarmtypen kombinieren.

Optional lässt sich auch ein sogenannter Panik-Taster installieren. Mit diesem Schalter fordern Sie im Notfall selbst per Knopfdruck Hilfe an. Die Installation eines solchen Schalters bietet sich vor allem für körperlich eingeschränkte Personen an. Er befindet sich daher oft in der Nähe des Bettes.

Aussensirene an einer Hausfassade

Aussensirenen sollen die Eindringlinge erschrecken sowie die Bewohner wecken und alarmieren.

Was eignet sich besser: Anlagen mit Kabel- oder Funkverbindung?

Eine Alarmanlage können Sie entweder als Funkalarmanlage oder mit Verkabelung installieren. Zudem sind sogenannte Hybridalarmanlagen erhältlich, bei denen Funk- und Drahtkomponenten in einem System kombiniert werden. IP-basierte Anlagen vereinen wiederum die Möglichkeiten moderner Netzwerktechnik mit bewährter Funkalarmtechnologie oder Drahtalarmtechnik.

Bei der Kabelalarmanlage sind alle Komponenten mit der Zentrale verbunden. Die Installation einer solchen Alarmanlage ist bei einem Neubau oft kein Problem, da Sie die benötigten Kabelschächte von vornherein einplanen können. Werden die Kabel nachträglich verlegt, sind mit der Installation meist hohe Kosten verbunden. Dafür produzieren diese Anlagen weniger Wartungskosten, da beispielsweise Batterien nicht getauscht werden müssen.

Bei einer Funkalarmanlage funktioniert die Verbindung der einzelnen Komponenten mit der Alarmzentrale nicht über Kabel, sondern drahtlos über Funk. Das ist oft günstiger und auch weitaus weniger aufwendig zu installieren – das ist auch der entscheidende Unterschied zur kabelgebundenen Anlage. Eine hochwertige Alarmanlage verfügt über eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV). Bei diesen Modellen sorgt ein integrierter Akku dafür, dass sie permanent mit Strom versorgt werden.

Brauche ich eine Smart-Home-Alarmanlage?

Neben diesen beiden Modellen gibt es auch noch Smart-Home-Alarmanlagen: Deren Anbieter versprechen ein komplettes System zur Wohnraumüberwachung mit Alarmfunktion: Bewegungsmelder, Sensoren für Fenster und Türen, Kameras, Sirenen – selbst die Steuerung von Storen, Licht- und Stereoanlage ist möglich, um Eindringlingen den Eindruck zu vermitteln, es sei jemand zu Hause.

Auch eine Video-Überwachung ist bei einigen Paketen inbegriffen, damit Sie sich auch von unterwegs einen Überblick über die Lage daheim machen können. Erfasst die Smart-Home-Alarmanlage einen Vorfall, meldet sich Ihr Handy und Sie haben die Möglichkeit, per Mobilfunk und Internetverbindung von unterwegs nach dem Rechten schauen.

Auch für die Smart-Home-Anlage müssen keine Kabel verlegt werden, daher sind auch diese Systeme günstiger als kabelgebundene. Zudem erhalten Sie die Möglichkeit, Ihr Haus mit einem umfassenden und einfach per App zu bedienenden Alarmsystem abzusichern.

Einige Dienste bieten ihren Service inklusive mobiler Kontrolle und App-Steuerung an – gegen eine monatliche Gebühr. Auch um das Aufsetzen des Systems und dessen Instandhaltung müssen Sie sich nicht kümmern.

Smart-Home-Schwachstelle: die Alarmzentrale

Bei den meisten dieser Systeme ist allerdings die Zentrale eine massgebliche Sicherheitslücke im Einbruchschutz. Wird der Strom gekappt, stellen die Systeme den Betrieb ein. Ursache muss noch nicht einmal ein Eindringling sein, auch Haustiere, die Reinigungskraft, unachtsame Gäste oder Kinder können unbemerkt den Stecker ziehen.

An sich ein unnötiges Defizit: Mit einem Akku und einem Alarm bei Unterbrechung der Stromzufuhr ist diese Sicherheitslücke leicht zu schliessen.

Eine Frau bedient das Display der Alarmanlage im Inneren des Hauses.

Ein Internalarm ist nur im Inneren des Hauses zu hören. Er soll gleichzeitig die Eindringlinge erschrecken und die anwesenden Bewohner alarmieren.

Die wichtigsten Alarmanlagenmodelle im Vergleich

Kabelgebundene Anlage:

  • aufwendige Verkabelung im Unterputz
  • zuverlässiges Signal aus jedem Winkel des Hauses
  • keine Batterien, weniger Wartungsaufwand
  • auch für grosse Häuser und Häuser mit massiven Stahlbetonwänden geeignet
  • eher für Neubau oder Sanierung geeignet
  • Preise bei rund 7500 Franken inklusive Installation

Funkanlage:

  • schnelle, günstige Installation ohne Kabel
  • flexibel und erweiterbar
  • grössere Komponenten wegen Batterien
  • massive Wände oder Störsender können Funksignal beeinträchtigen
  • unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) nur bei hochwertigen Anlagen
  • Preise bei etwa zwischen 3000 Franken und 4000 Franken inklusive Installation

Smart-Home-Anlage:

  • schnelle, günstige Installation ohne Kabel
  • per App bedienbar
  • Benachrichtigungen auf das Mobiltelefon
  • Videoüberwachung per Computer und Smartphone
  • Steuerung von Storen, Beleuchtung etc.
  • Sicherheitslücke Alarmzentrale: Stromzufuhr leicht zu kappen
  • Preise für Basis-Sets ab circa 1000 Franken inklusive Installation

Einbau: Kann ich die Alarmanlage selbst installieren?

Viele Smart-Home-Systeme werben damit, dass sie einfach zu installieren seien. Und auch bei einer Funkanlage, bei der kein aufwendiges Verlegen von Kabeln nötig ist, wäre ein Selbsteinbau möglich. Allerdings verzichten Sie in diesem Fall auch auf die Expertise des Profis. Dieser kennt sich mit allen Komponenten und deren Eigenschaften aus, sodass er alles ohne Schwierigkeiten einrichten und installieren kann. Zudem erkennt eine Fachperson auch Sicherheitslücken am Gebäude und macht Vorschläge zur Lösung des Problems. Insgesamt betrachtet ist daher der Selbsteinbau einer Einbruchmeldeanlage nicht ratsam.

Was kostet eine Alarmanlage?

Die Gesamtkosten der Anlage setzen sich aus verschiedenen Faktoren zusammen. So kommt es darauf an, wie viele Türen und Fenster gesichert werden müssen und welche Extras Sie wünschen. Die Preise für eine Anlage in einer Eigentumswohnung mit einer Wohnungstür und vier Fenstern sind nun mal geringer als die Kosten bei einem kompletten Einfamilienhaus. Je nach Ausstattung können Sie hier mit Kosten zwischen 1000 und 7500 Franken rechnen, je nachdem, ob es sich um eine Wohnung oder um ein Haus handelt.

Am unteren Ende dieser Range finden sich die Smart-Home-Anlagen. Tatsächlich gibt es hier bereits Angebote für einige hundert Franken – ohne Einbau. Allerdings müssen Sie bei diesen Anlagen in der Regel Abstriche machen bezüglich Zuverlässigkeit, Haltbarkeit und Bedienbarkeit.

Eine einfache Standardanlage mit Funktechnik hingegen kostet in der Regel bereits zwischen 3000 und 4000 Franken für eine Wohnung oder ein kleines Einfamilienhaus, inklusive Installation. Die einfachen Systeme sind allerdings oft nicht erweiterungsfähig. Für ein flexibleres System veranschlagen Sie rund 4500 Franken. Und für eine Anlage mit Kabelinstallation fallen circa 7500 Franken an, wenn Sie ein Einfamilienhaus komplett mit Sensoren und Zentrale ausrüsten möchten. Zusätzliche Komponenten wie Aussensirenen oder Überwachungskameras bedeuten immer auch zusätzliche Kosten, ebenso wie die Aufschaltung auf eine Notruf- und Serviceleitstelle.

Fazit: Setzen Sie auf Abschreckung

Viele Eindringlinge schreckt es bereits ab, wenn das Öffnen der Türen oder Fenster zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Daher steht an erster Stelle stets die mechanische Sicherung Ihres Eigenheims, bevor Sie sich für eine Alarmanlage entscheiden.

Smart-Home-Anlagen sind oft günstig, weisen aber teilweise Schwachstellen auf. Bei Anlagen vom Sicherheitsexperten sind Sie auf der sicheren Seite, was die Funktion und Installation angeht.

Die Auswahl der passenden Anlage für Ihr Zuhause sollten Sie gut planen, denn eine Alarmanlage kauft man schliesslich nicht jedes Jahr neu. Daher ist eine Beratung durch einen Profi vor Ort am besten geeignet, um die optimale Alarmanlage zu wählen.

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