Auf einem Bett liegen viele Kissen und eine Decke aus grobem Strick.
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7 Kuschelmaterialien, die im Winter wärmen

Sira Huwiler-Flamm

Wenn es draussen kälter wird, brauchen wir ein Daheim, in dem wir uns wohlfühlen. Mit der bewussten Wahl von Heimtextilien schaffen Sie Gemütlichkeit. Das sind die aktuellen Trends.

In diesem Artikel

1. Trend: Samt – glamourös und edel

Denken Sie bei Samt an wuchtige Theatervorhänge und verstaubte Polstermöbel? Das altbackene Image des funkelnden Stoffes hat jetzt ein Ende: «Kein Material liegt bei Heimtextilien so stark im Trend wie Samt», sagt Ralf Studer, Studiengangleiter Farbdesign & Interior Design an der Schweizerischen Textilfachschule in Zürich.

Neben Sofas und Stühlen glänzen nun auch Kissen mit samtig-weichem Bezug. «Ausgefallene Trendfarben wie Lila, Senfgelb und Türkis sowie Klassiker wie Flaschengrün und Dunkelblau bieten den idealen Spielraum für das auffällige Material», weiss der Experte. Aber besonders Kissenbezüge aus Samt – oder aus dem Englischen abgeleitet «Velvet» – gibt es nicht nur uni, sondern auch mit grossen Blumenmustern oder geometrischen Prints.

2. Trend: Strick – grobe Optik aus der Natur

Grobe Maschen, angenehme Haptik, Material aus der Natur – eine Kuscheldecke aus Wolle ist ein Klassiker, der immer funktioniert, weich ist und wärmt. In warmen Farbtönen wie Rosé, Senfgelb oder Beige sorgen die weichen Überwürfe für gemütliche Momente. Und: Fleissige können sich direkt eine Decke selbst stricken oder häkeln – ganz im DIY-Trend. Moderne und exklusive Hingucker sind grobe Strickdecken und -kissen mit besonders dicker Wolle. Der Nachteil: Mit diesen hübschen Einzelteilen bleibt man schnell am Schmuck hängen und die schöne Textilie gerät aus der Form.

Eine Frau sitzt mit geschlossenen Augen auf einer hölzernen Terrasse in der Sonne, sie hat eine Strickdecke um die Schultern gelegt.

Eine kuschelige Strickdecke hält auch im Winter schön warm.

3. Trend: Tweed-Optik – Vorhang für Kuschelstimmung

Nicht nur Materialien, in die wir uns direkt einkuscheln, spenden Wohlfühlatmosphäre: «Auch mit Vorhängen kann ein Raum gemütlicher und wärmer wirken», sagt Experte Ralf Studer. «Während glänzende und durchsichtige Stoffe auf uns eher kühl wirken, hüllen grobe Textilien mit Struktur den Raum in eine warme Atmosphäre.»

Schwere, natürliche Stoffe in Tweed-Optik und aus Baumwolle sind bei Vorhängen aktuell zu haben. Sandfarben wirken an der Vorhangstange wärmer und gemütlicher als etwa ein kühles Hellblau. Ein weiterer wärmender Vorteil von Vorhängen: Sie halten im kalten Winter die Wärme im Raum – und tragen so dazu bei, dass Sie Heizkosten sparen.

4. Trend: Daunen – wärmende Bettdecke

Schon etwa um 200 nach Christus, also vor über 1800 Jahren, füllten Menschen Kissen und Decken mit Federn, um es bei klirrender Kälte kuschelig warm zu haben. «Daunendecken sind auch heute noch für viele ein Must-have in kalten Winternächten», weiss Studer. Den Klassiker gibt es heute zunehmend mit Kennzeichnungen und Labels, die das Tierwohl bei der Produktion berücksichtigen. Mit Kunstfaser gefüllte Bettdecken wärmen ein bisschen weniger, haben aber den Vorteil, dass man sie waschen kann. Welches Material empfiehlt der Experte für die Bettwäsche? «Baumwolle, Feinbiber, Flanell und Jersey wärmen in der kalten Jahreszeit. Leinen, Satin und Mikrofaser haben eher einen kühlenden Effekt.»

5. Trend: Hochflor – Behaglichkeit durch Teppiche

Jahrelang hatten Teppiche keinen festen Platz mehr in der Wohnstube. «Das hat jetzt ein Ende – sie erleben gerade ein Revival», sagt Studer. Hochflorige Modelle aus weichen Materialien und in sandigen Farbtönen seien speziell im Winter am beliebtesten: Sie schlucken nicht nur Nebengeräusche und spenden kalten Füssen Wärme, sondern machen Räume auch optisch gemütlicher. In Farben und Formen sind Teppiche immer mehr von der Natur inspiriert: Statt mit auffälligen Mustern und rechteckigen Formen sind moderne Modelle oft uni und rund, oval oder mit abgerundeten Ecken zu haben.

6. Trend: Fell und Kunstfell – Nachhaltigkeit wird immer wichtiger

Egal ob auf einem Sessel, einem Schaukelstuhl oder lässig über die Sofalehne geworfen – kaum ein Material spendet so viel Wärme und Kuschelstimmung wie ein echtes Lammfell. Der Experte gibt aber zu bedenken: «Das Tierwohl und nachhaltige Produktion wird den Konsumentinnen und Konsumenten heute immer wichtiger, die Sensibilität für bewusste Produktwahl hat zugenommen.»

Dadurch sind immer mehr Fellprodukte mit Bio-Labels gekennzeichnet. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sich auch für ein in der Schweiz produziertes Fell entscheiden. Viele Höfe bieten schadstoffarme Lamm-, Kuh- und Wildtierfelle im Direktverkauf an. «Alternativ gibt es auf dem Markt natürlich auch Kunstfelle, die auch weich und warm sind und die Stube mit behaglicher Chalet-Stimmung fluten.»

Auf einen Schaukelstuhl, der in einer Stube vor einem Kamin steht, ist ein kuscheliges Kunstfell drapiert.

Auch Echt- und Kunstfell sind im Winter Klassiker, die für Kuschelstimmung sorgen.

7. Trend: Holz – auch harte Materialien schaffen Gemütlichkeit

Tischdecken und gehäkelte Platzdeckchen wie zu Grossmutters Zeiten spielen als Heimtextilien zurzeit eher eine untergeordnete Rolle. Stattdessen liegen blanke Tische aus Echt- und Altholz total im Trend. «Holz, ob auf dem Boden als Parkett oder in massiven Möbelstücken verarbeitet, schafft eine besonders behagliche Atmosphäre», weiss der Einrichtungsexperte. Zu festlichen Anlässen wie Weihnachten oder Silvester darf bei den meisten Schweizerinnen und Schweizern aber eine Tischdecke nicht fehlen: «Klassiker wie feste Baumwolle und Leinen bleiben beliebt – Brokat und andere Glanz- und Effektstoffe sorgen für Abwechslung auf der Festtafel.»

Fazit: Gemütlichkeit schaffen mit wenigen Tricks

Die Einrichtungshäuser halten in der kalten Jahreszeit jede Menge Materialien bereit, die eine gemütliche Atmosphäre schaffen. Neben Heimtextilien empfiehlt Interior-Design-Experte Ralf Studer auch Einrichtungselemente aus Holz sowie verschiedene indirekte Lichtquellen: «In modernen Häusern und Bürogebäuden sind wir täglich von glatten Oberflächen und kaltem LED-Licht umgeben. Weiche, haptische Materialien, Kerzenlicht und warme Farben schaffen Abwechslung und Gemütlichkeit.»

Wenn es draussen kalt, nass und ungemütlich ist, gilt es umso mehr, im Eigenheim für Kuschelstimmung zu sorgen. «Da gilt: Mehr ist mehr», sagt Studer, «viele Kissen, Decken, Felle und Überwürfe machen die Fernsehecke und das Bett im Schlafzimmer zu einem echten Wohlfühlort.»

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