Leben

7 Daily Habits: So bleibt das Zuhause ordentlich

Sira Huwiler-Flamm

Tägliche Gewohnheiten, also «Daily Habits», liegen voll im Trend. Die Ordnungsexpertin Dagmar Schäfer aus Wallisellen weiss, welche kleinen Routinen Wunder wirken.

In einem Schlafzimmer steht ein frisch gemachtes Bett mit hübsch drapierten Kissen und einer blauen Tagesdecke.
© Getty Images/iStockphoto

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Das Geheimnis: Darum machen kleine Routinen das Leben leichter

«Ein bisschen ordentlicher sein» – diesen Vorsatz haben viele. Eine Studie der Zürcher Forschungsstelle Sotomo hat 2017 ergeben, dass jeder dritte Schweizer an Alltagsstress leidet – und rund 52 Prozent der Befragten gaben an, dass Hausarbeit einer der grössten Stressfaktoren sei. Das Problem dabei: Je mehr Stress wir haben, desto geringer ist unsere Lebenszufriedenheit.

Genau um dieser Unzufriedenheit vorzubeugen und damit Ordnung in der Wohnung nicht zum anstrengenden Kraftakt wird, empfiehlt Ordnungscoach und Wohnstylistin Dagmar Schäfer aus Wallisellen «Daily Habits», also kleine Routinen, die uns im Alltag begleiten: «Durch regelmässige Abläufe und Gewohnheiten wächst einem das Chaos nie wieder über den Kopf», ist die Expertin überzeugt, «das Zuhause ist dauerhaft aufgeräumt und jederzeit vorzeigbar für Besucher – der Aufräumstress hat eine Ende.»

1. Morgens direkt das Bett machen und durchlüften

Ein gemachtes Bett mit Tagesdecke und hübsch drapierten Kissen – was kann es Kuscheligeres geben? Aber das sieht nicht nur einladend aus: In einer US-Studie fanden Forschende 2017 heraus, dass Menschen, die morgens ihr Bett machen, glücklicher und erfolgreicher sind. Eine Umfrage der National Sleep Foundation zeigt ausserdem, dass wir in einem gemachten Bett besser einschlafen.

Während man Kissen und Decken ausschüttelt und sorgfältig faltet, kann man die Fenster öffnen und stosslüften: «Regelmässiges Lüften ist mehr als nur Luftaustausch – es bringt den Bewohnern mehr Energie und ein angenehmes Raumgefühl», weiss Ordnungscoach Dagmar Schäfer.

2. Wenn-dann-Gewohnheiten einführen

Generell gelte: «Wer Haushaltsaufgaben in kleine Häppchen aufteilt, wird nicht mehr von Haushaltsstress erschlagen.» Ein Begriff, der im Zusammenhang mit der Bändigung des inneren Schweinehundes in den vergangenen Jahren in Psycho-Ratgebern und Therapeuten-Interviews immer öfter auftaucht, ist der sogenannte «Wenn-dann-Plan». Mit diesen kleinen Wenn-dann-Regeln, die Sie sich selbst vornehmen können, soll die Etablierung neuer Gewohnheiten am besten gelingen.

Drei Beispiele:

  1. Wenn ich auf das Kochen des Spaghettiwassers warte, dann wische ich die Arbeitsflächen in der Küche ab.
  2. Wenn ich durch die Wohnung laufe, dann nehme ich automatisch im Vorbeigehen alles mit, was gerade nicht an seinem festen Platz ist.
  3. Wenn ich das Haus verlasse, dann nehme ich immer den Abfall mit hinaus.
Eine Hand wischt mit einem Putzlappen über die Arbeitsfläche in der Küche, auf der frisch gepresste Zitronenhälften liegen.

Bereits beim Kochen kann man die Arbeitsflächen regelmässig abwischen.

3. Immer ein Hilfsmittel griffbereit

Egal ob Dusche, Wanne, Lavabo oder Spültrog – am besten sollte man sie direkt nach der Benutzung mit einem Tuch trocken reiben, das griffbereit in der Nähe liegt. Das dauert nur wenige Sekunden, sieht auf Anhieb sauberer aus und verhindert auch lästige Kalkablagerungen, Bakterienbildung und Schimmel in den Fugen. Grossputz mit aggressivem Reiniger und Bürste ade!

«Das sind sehr hilfreiche Routinen, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen», ist die Ordnungsfee überzeugt. «Wenn ein Wischtuch immer bereitliegt, gewöhnen sich auch die faulsten Familienmitglieder schnell daran – jeder hilft mit, dass es immer sauber aussieht.»

4. Maschinen als Ordnungswunder nutzen

Egal ob Spülmaschine oder Waschmaschine – beide Erfindungen machen das Alltagsleben leichter und sind echte Ordnungswunder. Das Wichtigste dabei: immer sofort nutzen. «Wer regelmässig wäscht, sobald eine Waschladung beisammen ist, verhindert grosse Schmutzwäscheberge», so die Ordnungsexpertin. Und: auch nach dem Trocknen gleich wieder in den Schrank einräumen. «Wer lebt schon gerne aus Wäschekörben, die überall herumstehen?»

Das Gleiche gilt für die Abwaschmaschine: In der Küche stapeln sich dreckige Pfannen und Teller vom Mittagessen? «Räumen Sie die Maschine immer sofort aus», rät Schäfer, «so haben Sie nicht nur immer sauberes Geschirr im Schrank, sondern können schmutziges Geschirr auch wieder direkt einräumen – dann sieht die Küche immer ordentlich und einladend aus.»

Eine Frau holt frisch gewaschene Wäsche aus der Waschmaschine.

Wer immer sofort wäscht, hat nie übermässig grosse Schmutzwäscheberge zu bewältigen.

5. Jeden Tag eine feste Haushaltsaufgabe

Doch es gibt auch grössere Aufgaben, die mehr Zeit erfordern und wenig Spass machen. Wochentagsgewohnheiten können verhindern, dass der Samstag oder der Sonntag zum Grossputztag ausartet. Planen Sie zum Beispiel montags die WCs zu schrubben, dienstags die Betten zu beziehen, mittwochs die Hemden zu bügeln, donnerstags die Zimmerpflanzen zu versorgen, freitags den Boden feucht aufzunehmen. «Laut Studien wird das nach ein bis zwei Monaten zur Routine und bereitet uns automatisch weniger Mühe und weniger inneren Widerstand», weiss die Ordnungsexpertin.

Und erlauben Sie sich Freude dabei: «Die Lieblingsmusik laut aufzudrehen, ein spannendes Krimi-Hörbuch zu hören oder die Lieblingsserie beim Bügeln zu schauen, kann auch mühsame Aufgaben versüssen!» Eine Alternative seien auch Belohnungen im Anschluss an die geschafften Aufgaben, wie eine Kaffeepause, eine süsse Leckerei oder die Lieblings-Daily-Soap ganz in Ruhe zu schauen.

6. Mini-Aufgaben sofort erledigen

«Wer kleine Aufgaben immer sofort erledigt, verhindert einen wachsenden Aufgabenberg, der Stress auslöst und durch ein Gefühl der Überforderung mental blockieren kann», sagt die Expertin. Dazu zählt etwa, den Küchentisch nach jeder Mahlzeit abzuwischen, jedes benutzte Geschirr- oder Besteckteil sofort in die Maschine zu räumen und Arbeitsflächen im Vorbeigehen gleich zu reinigen.

«Aber auch Papierkram kann uns erschlagen», weiss Schäfer. Deshalb empfiehlt sie eingehende Post und Rechnungen immer sofort zu öffnen und zu sortieren, statt überall Stapel anzuhäufen. Ihr Tipp: «Je nach Kategorie entweder entsorgen, abheften oder auf einen Zu-erledigen-Stapel legen.» So habe man immer nur einen Stapel, der kontrolliert wächst und klar eine To-do-Liste symbolisiert. Rechnungen sollten sofort gezahlt werden, damit man sie direkt aus dem Kopf hat – das sorgt für innere Ruhe.

Eine Frau sitzt an einem Tisch über einen frisch geöffneten Brief gebeugt. In der Hand hält Sie ein Smartphone.

Auch Papierkram kann stressen: Rechnungen immer direkt zu zahlen hat eine entspannende Wirkung.

7. 10 Minuten Aufräumzeit vor dem Schlafengehen

Grundsätzlich sollte jedes Ding seinen festen Platz, also ein «Zuhause», in der Wohnung haben. Dieser sollte klar, logisch und eindeutig gewählt werden: «Man bewahrt Dinge der gleichen Kategorie immer zusammen an einem Ort auf – in der Regel dort, wo sie gebraucht werden.» Ordnungshelfer wie Boxen, Körbe und Schachteln können dabei helfen, alles übersichtlich zu verstauen.

Das Gute: Ist alles einmal sortiert und sinnvoll verstaut, wirken zehn Minuten Aufräumzeit vor dem Schlafengehen Wunder. Schäfer empfiehlt, mit einem leeren Korb durch das Eigenheim zu gehen und alles einzusammeln, was nicht an seinem Platz liegt, um es anschliessend zu versorgen. «Das verhindert, dass wir zum Beispiel dreimal vom Unter- ins Obergeschoss laufen müssen», sagt sie, «mit dieser Methode kann das Alltagschaos jeden Abend im Handumdrehen wieder beseitigt werden.»

Fazit: Ordnung kann nebenbei entstehen

Es muss nicht immer der grosse Putztag am Wochenende sein. «Nützliche Gewohnheiten und einfache tägliche Routinen sind der Schlüssel», so Schäfer. «Haben wir uns einmal daran gewöhnt, machen wir das ganz automatisch.» Wer also Daily Habits in den Alltag integriert und sie zur Gewohnheit werden lässt, hat ein vorzeigbares Zuhause. Und nicht nur das: Sie haben weniger gefühlten Haushaltsstress, am Wochenende mehr Zeit für schöne Dinge und ein Daheim, in dem Sie sich rundum wohlfühlen!

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