Leben

6 Neujahrsvorsätze fürs Zuhause

Sira Huwiler-Flamm

Den Jahreswechsel nimmt mehr als jeder dritte Schweizer zum Anlass für gute Vorsätze. Auch das Daheim kann schöner, gemütlicher und erholsamer werden – mit diesen Tipps.

Eine Hand hält eine funkelnd brennende Wunderkerze.
© Getty Images/ studio in the wild

In diesem Artikel

1. Entrümpeln – schafft Ordnung daheim und im Kopf

Krimskrams-Schubladen, ein überladener Kleiderschrank, ein Keller voller Sperrmüll – solche «Sollte-ich-mal-machen»-Ecken hat fast jeder in der Wohnung. Und diese To-dos beschäftigen uns. Nutzen Sie den Jahreswechsel, um endlich eine To-do-Liste zu schreiben. Eine US-Studie der Baylor University hat 2018 nämlich herausgefunden: Schon das Anfertigen einer Liste reduziert innere Unruhe und Stress.

In einem zweiten Schritt gilt es dann, die Liste auch abzuarbeiten. Das Gute: Das Daheim ist nicht nur aufgeräumter, ordentlicher und gemütlicher – wir fühlen uns danach auch viel entspannter, verbringen weniger Zeit mit Suchen und gehen laut Aufräum-Experten unabgelenkter durchs Leben. Entrümpeln hat also auch einen positiven Effekt auf unseren Seelenfrieden.

Eine persönlichere Note verleihen Sie Ihrem Zuhause auch mit der KonMari-Methode. Die japanische Aufräum-Expertin Marie Kondō schafft mit ihrer Schritt-für-Schritt-Anleitung nämlich nicht nur Ordnung, sondern hat auch einen ganz speziellen Tipp: wegwerfen oder verschenken, was überhaupt nicht zum Besitzer passt, und behalten, was wahre Freude entfacht, weil es zum Beispiel Erinnerungen weckt.

2. Nachhaltigkeit ins Haus bringen

Endlich bewusster und nachhaltiger leben: Das wünschen sich immer mehr Schweizerinnen und Schweizer. Doch wo anfangen? Das neue Jahr bietet die ideale Gelegenheit, sich grosse Projekte vorzunehmen. Ersetzen Sie Ihre alte Öl- oder Gasheizung durch eine energieeffizientere Variante, begrünen Sie Ihr Carport-Dach oder legen Sie sich ein Selbstversorger-Hochbeet an, statt Gemüse aus Spanien und Holland zu kaufen.

Aber Nachhaltigkeit kann auch in vielen kleinen Alltagsveränderungen gelebt werden:

  1. Kaufen Sie Recycling-WC-Papier statt der kuschelweichen Variante, Secondhand-Kleidung statt ständig der neusten Mode und schauen Sie sich auch mal auf Online-Marktplätzen nach Gebrauchtem um.
  2. Beginnen Sie, Ihr Regenwasser zu sammeln, statt mit Frischwasser den Garten zu giessen.
  3. Entscheiden Sie sich beim Einkaufen bewusster für regionale und saisonale Gemüse- und Fruchtsorten: Apfel statt Mango, Rosenkohl statt Avocado und Fleisch vom regionalen Metzger – so wird Ihr ökologischer Fussabdruck kleiner.
  4. Lesen Sie Bücher digital mit einem E-Book-Reader, statt Unmengen an Büchern anzuhäufen, die gedruckt und ausgeliefert werden müssen, um dann im Bücherregal zu verstauben.
  5. Lassen Sie Natur in Ihrem Garten zu: Ast- und Laubhäufchen auch mal liegen lassen, Blumenwiese statt eines akkuraten Rasens – damit tun Sie Igeln, Insekten und Vögeln etwas Gutes.
In einem Garten türmen sich bunte Laubhaufen.

Nachhaltiger leben muss nicht immer den grossen Umbau bedeuten – auch mit einen Laubhaufen im Garten tun Sie etwas für die heimische Artenvielfalt.

3. Dankbarkeitsecke einrichten

Jeder dritte Einwohner der Schweiz leidet unter Stress – das zeigt der Job-Stress-Index 2020 von Gesundheitsförderung Schweiz. Durch die Corona-Pandemie hat das Stressempfinden laut Basler Forschenden in diesem Jahr sogar noch einmal zugenommen. Was hilft, um gelassener und glücklicher durchs Leben zu gehen, sind bewusst geplante kleine Auszeiten: Machen Sie einen Spaziergang durch die Natur, geniessen Sie ganz in Ruhe eine Tasse Tee, telefonieren Sie mal wieder stundenlang mit der besten Freundin und schwelgen dabei in Erinnerungen – das tut gut.

Als Neujahrsvorsatz, der den Stressabbau unterstützen soll, eignet sich das Einrichten einer Dankbarkeitsecke. Diese kann auf einer Kommode, auf dem Nachttisch oder auf der Fensterbank eingerichtet werden. Und: Erlaubt ist, was Sie ganz persönlich glücklich macht. Platzieren Sie Fotos von Ihren Liebsten und von schönen Momenten in Ihrem Leben neben motivierenden Sprüchen oder sogar kompletten Büchern und lassen Sie die Ecke durch besondere Steine vom Spaziergang und weitere Souvenirs an schöne Augenblicke wachsen.

Ein Extra-Tipp: Führen Sie ein Glückstagebuch, das Sie jeden Abend vor dem Zubettgehen mit drei Sätzen füllen:

  1. Ich bin dankbar für …
  2. Ich habe mich heute über … gefreut
  3. Morgen wird ein toller Tag, weil …

4. Endlich Zeit für ein neues Hobby

Wollten Sie schon immer einen üppigen Orchideengarten in Ihrem Wohnzimmer oder endlich die neuste Acrylmaltechnik ausprobieren? Dann machen Sie es einfach! Früher musste man sich bei jedem neuen Hobbyprojekt teure Bücher kaufen oder Workshops besuchen. Heute bietet das Internet grenzenlosen und vor allem kostenfreien Zugang zu inspirierenden und lehrreichen Texten, Bildern und Schritt-für-Schritt-Videos.

Wollen Sie Ihren grünen Daumen aktivieren? Dann stöbern Sie nach Garten-Bloggern. Zweifachmami Carmen aus dem Thurgau gibt auf ihrer Seite «Ein Schweizer Garten» zum Beispiel jede Menge Tipps. Unter dem Hashtag #UrbanJungle gibt es auf Instagram für Zimmerpflanzen-Fans ausserdem jede Menge Ideen.

Und auch wer anderweitig kreativ sein möchte, findet fast zu jedem Thema heute eine Facebook-Gruppe, Youtube-Tutorials oder anregende Bilder und Videos auf Pinterest oder Instagram. Das Wichtigste, damit der Neujahrsvorsatz auch gelingt: Planen Sie feste Hobbyzeiten und einen festen Ort dafür im Eigenheim ein. Steht der Basteltisch einmal, fällt es leichter, sich ganz bewusst Zeit für sich und sein neues kreatives Hobby zu gönnen. Und: Sie müssen das Projekt nicht jedes Mal wieder vom Ess- oder Küchentisch räumen.

5. Sündenquellen beseitigen

Der Stuttgarter Psychologe Dr. Matthias Hammer schreibt in seinem Buch «Micro Habits» darüber, wie wir schädliche Gewohnheiten stoppen und gute etablieren. Er weiss: «43 Prozent von dem, was wir tun, geschieht unbewusst, aus reiner Gewohnheit.» Aber: Wenn uns bewusst wird, dass äussere Reize den Startschuss für gewohnte Abläufe geben, können wir daran arbeiten.

Wollen Sie im neuen Jahr mehr Sport treiben, weniger Schokolade essen oder sich generell gesünder ernähren? «Schaffen Sie offensichtliche Signale von aussen für Dinge, die Sie schon lange verbessern wollen: Stellen Sie die Laufschuhe direkt neben die Tür, eine Obstschale statt Guetzli offensichtlich auf den Tisch und: Erschweren Sie den Zugang zu Schokolade, indem sie zum Beispiel süsse Sünden im Keller lagern», rät der Psychologe, «das erschwert den Zugang und ist im Zweifelsfall die Anstrengung nicht wert.»

Eine Obstschale mit Mandarinen und Äpfeln steht auf einem hölzernen Esstisch.

Da purzeln die Pfunde: Eine Obstschale statt Guetzli auf dem Tisch animiert zu einem besseren Essverhalten.

6. Mehr Mut in den eigenen vier Wänden

Mehr Farbe, mehr Persönlichkeit oder ein ganz bestimmter Stil, der Ihnen schon lange im Kopf herumgeistert? Trauen Sie sich einfach! Der grösste Vorteil daran, Eigenheimbesitzer zu sein, ist der, dass Sie tun und lassen können, was Sie wollen. Malen Sie eine Wand in knalligem Kornblumenblau an, probieren Sie die florale Relief-Tapete einfach aus – was soll schon passieren? Kein Vermieter darf sein Veto einlegen und wenn es Ihnen doch nicht gefällt, können Sie Ihre Räume Schritt für Schritt wieder in einen neuen Einrichtungsstil hüllen.

Fazit: gute Vorsätze für ein Zuhause, das stolz macht

Nur weil all Ihre Bekannten im schlichten Landhausstil eingerichtet sind, müssen Sie nicht auch auf Weiss- und Grautöne setzen. Seien Sie mutig und entfalten Sie sich ganz und gar in Ihren eigenen vier Wänden – wenn nicht hier, wo denn sonst? Schaffen Sie sich ein Eigenheim, das sich komplett Ihren Bedürfnissen anpasst – und wenn Sie schon lange über Veränderungen nachdenken, dann nutzen Sie den Jahreswechsel für gute Vorsätze, die Sie dann auch umsetzen.

Eine indische Weisheit sagt: «Ein Haus wird gebaut, aber ein Zuhause wird geformt.» Und wer sich selbst verwirklicht, fühlt sich wohler und geborgener und kann sein ganz persönliches Nest voller Stolz geniessen.

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