Leben

5 Tipps: So hat der Winterblues keine Chance

Susanne Loacker

Vielen Leuten schlagen während der Wintermonate Kälte und Dunkelheit aufs Gemüt. Gemäss Zahlen der Krankenkassen sind rund 30 Prozent von einer mehr oder minder starken Form einer Winterdepression betroffen, Frauen tendenziell öfter als Männer. Und nicht einmal auf Ferien irgendwo an der Sonne kann man sich im Moment freuen. Was tun? Licht, Farbe und Natur können helfen – und noch ein paar weitere Änderungen bei der Einrichtung. Wir haben fünf Tipps für Sie.

Eine Frau mit Rollkragenpullover liegt entspannt und mit geschlossenen Augen auf der Couch.
© Getty Images / Philipp Nemenz

In diesem Artikel

1. Bringen Sie Licht in Ihr Zuhause

Sonne ist die beste Medizin gegen den Winterblues – aber die gibt es in der kalten Jahreszeit nun einmal nicht im Übermass. Was also tun, um so viel Licht ins Zuhause zu lassen wie möglich? Am besten ist natürlich Tageslicht. Storen, die im Sommer vor der blendenden Sonne geschützt haben, können jetzt hochgezogen oder entfernt werden, wenn sie ein Fenster ansonsten nicht vollständig freigeben. Um noch mehr Sonnenlicht einzufangen, stellen Sie Spiegel oder andere reflektierende Gegenstände – etwa aus poliertem Metall – auf. Diese werfen das wenige Sonnenlicht ins Wohnzimmer und lassen es gleich heller und freundlicher erscheinen.

Aber auch künstliches Licht kann helfen, die Stimmung zu heben. Der wichtigste Helfer ist dabei eine Tageslichtlampe. Sie zaubert ein herrlich natürliches Licht in den Wohnbereich – und hilft nachweislich gegen eine Winterdepression. Aber wie funktioniert das? Wie beim Sonnenlicht regt eine Tageslichtlampe den Körper an, Serotonin zu produzieren, das sogenannte Glückshormon. Der entscheidende Unterschied zur normalen Lampe ist die Farbtemperatur: Wie bei natürlichem Sonnenlicht liegt diese bei Tageslichtlampen zwischen 5000 und 6600 Kelvin – eine herkömmliche Energiesparlampe schafft nicht einmal die Hälfte.

Und auch der Start in den Morgen kann mit speziellem Licht auch im Winter einfacher sein. Denn die meisten Menschen müssen in den Wintermonaten dann aufstehen, wenn der Sonnenaufgang noch in weiter Ferne liegt. Ein Aufwecklicht, das mit einer Zeitschaltuhr gekoppelt ist, kann beim natürlichen Aufwachen helfen; denn so müssen Sie nicht in völliger Dunkelheit aus den Federn – und der Körper wird sanft aufs Aufwachen vorbereitet.

Tipp: Wer momentan im Homeoffice arbeitet, kann das Büro an einen besonders lichterfüllten Raum verlegen – etwa in den Wintergarten.

Eine Fensterfront mit Blick auf eine verschneite Landschaft; im Vordergrund ist eine Fensterbank mit Sitzmöglichkeit zu sehen.

Licht ins Dunkel bringen: Mit unverhangenen Fenstern lassen Sie im Winter so viel Sonnenlicht wie möglich in Ihr Zuhause.

2. Farbe hebt im Winter die Stimmung

Im Winter ist es draussen meist grau in grau, die kräftigen natürlichen Farben des Sommers liegen im Winterschlaf. Das heisst aber nicht, dass auch Ihr Zuhause im Winterschlaf liegen muss – im Gegenteil: Jetzt ist genau die richtige Zeit, um mehr Farbe in Ihre vier Wände zu bringen. Besonders warme Erdfarben wie Braun, Rot oder Orange wecken die Lebensgeister. Es muss ja nicht gleich die knallige Wandfarbe sein, aber einige Accessoires in satten Farbtönen hellen die Stimmung garantiert auf. Wer ein dunkles Sofa hat, kann über einen farbenfrohen Bezug nachdenken. Alternativ wirken auch Kissen, Teppiche oder Wandbehänge in knalligen Tönen aufmunternd.

Wer mutiger ist, kann auch über neue Farbe an den Wänden nachdenken. Dabei ist es entscheidend, dass die richtige Farbe an die Wand kommt, denn nicht jede Farbe wirkt belebend. Ein helles Gelb oder ein freundliches Orange beleben – seichte Pastelltöne hingegen wirken eher entspannend und beruhigend. Wie sehr sich Farbe auf die Psyche auswirkt, lesen Sie in unserem Artikel «Farb-Psychologie: Welche Farben tun mir gut?».

Ein rotbraunes Sofa, auf dem Kissen in unterschiedlichen herbstlichen Farbtönen liegen.

Farben können die Stimmung positiv beeinflussen – so sind etwa Naturtöne in Braun und Grün wahre Wundermittel gegen schlechte Stimmung.

3. Lassen Sie die Natur herein

Natur im Zuhause ist eigentlich immer eine gute Idee. Pflanzen verbessern das Raumklima und stimmen uns fröhlich. Aber besonders im Winter, wenn draussen nichts mehr zu leben scheint, ist lebendige Natur wichtig. Wer gerne gärtnert, kann jetzt in den Garten gehen und die letzten Vorbereitungen vor dem Frühling treffen. Was im Winter alles im Garten gemacht werden sollte, lesen Sie in unserem Artikel «7 Tipps: So wird der Garten winterfest». Alternativ bietet es sich jetzt auch an, im Wintergarten oder in der Küche ein wenig Natur zu integrieren. Sie können zum Beispiel einen vertikalen Kräutergarten in der Küche anlegen oder im Wintergarten neue Pflanzen aufstellen.

Die Natur kann aber auch indirekt ins Haus geholt werden: Blumenmuster auf der Tapete, auf Wandbildern oder Accessoires vermitteln ein Gefühl von Frühling – und das mitten im Winter. Blühende Pflanzen lassen das Zuhause gleich freundlicher wirken. Natürliche Materialien geben zusätzlich das Gefühl von Verbundenheit mit der Natur. Pflanzliche und tierische Materialien verbreiten eine natürliche Wärme – mehr dazu finden Sie in unserem Artikel «Nachhaltig und voll im Trend: natürliche Materialien im Schlafzimmer».

4. Schaffen Sie gemütliche Ecken

Auch wenn Sie es im Sommer lieber schlicht und puristisch mögen: Im Winter schaffen Accessoires Gemütlichkeit, die die Stimmung hebt. Decken aus kuscheligen Materialien halten nicht nur warm, sondern lassen den ganzen Raum gleich gemütlicher wirken. Kissen haben eine ähnliche Wirkung und laden dazu ein, sich bei eisigen Temperaturen aufs Sofa zu kuscheln.

Um in diesen lichtlosen Monaten noch mehr heimelige Atmosphäre zu schaffen, sind Kerzen in allen Formen und Grössen erlaubt. Besonders nach dem weihnachtlichen Lichtermeer helfen sie, die Stimmung weiter positiv zu beeinflussen. Denn was gibt es Schöneres, als sich in den kalten Monaten nach einem Spaziergang im Schnee mit seinen Liebsten unter Decken auf das Sofa zu kuscheln und den Kerzen beim Flackern zuzusehen? Wenn das nicht ein Garant ist, die Stimmung zu heben?

Eine Frau sitzt auf einem Sofa, sie ist in eine hellbraune Decke gewickelt und liest ein Buch.

Zur Not hilft auch kuscheln: Mit der Decke und einem guten Buch auf dem Sofa, lässt sich der winterliche Missmut schnell vergessen.

5. Je nach Vorliebe: fit bleiben – oder verkriechen

Die einen wollen im Winter topfit bleiben und auch in den kalten Monaten das Training nicht sausen lassen, die anderen möchten sich einfach nur verkriechen, bis es endlich wieder Frühling ist. Für die Sportler bietet es sich ganz besonders jetzt an, über ein eigenes kleines Fitnessstudio in den eigenen vier Wänden nachzudenken. Der Vorteil: Auch bei einem Lockdown bleibt das Studio zu Hause offen. Und wer auch im Winter fleissig Sport treibt, dem kann die Winterdepression sowieso nichts anhaben – schliesslich setzt Sport Glückshormone frei.

Die Freunde des gemütlichen Verkriechens können sich auf dem Sofa in eine Decke einrollen und Netflix & Co. schauen. Oder Sie bringen Ihr Fernseherlebnis auf ein ganz neues Level: Mit einem eigenen Heimkino. Ob im Keller oder im Wohnzimmer, mit dem Kino zu Hause erfüllen sich Filmliebhaber sicherlich einen Traum. Und die Laune hebt eine solche Anlage sicherlich auch.

Ein zusätzlicher Tipp: Auch Wellness hilft dabei, die Stimmung zu heben. Das geht momentan nicht in öffentlichen Bädern – zu Hause aber sehr wohl. Wer sich zu Hause ein eigenes Spa einrichten will, kann mit kleinen Accessoires beginnen, oder gleich auf den vollen Luxus inklusive Whirlpool und Infrarotdusche setzen. So oder so, das Spa in den eigenen vier Wänden ist in der Winterzeit Gold wert.

Fazit: Dass wir im Winter einen Gang herunterschalten, ist völlig normal. Dass wir zwischendurch mal schlechte Laune haben, auch. Dass wir deswegen hingegen an den Rand einer Depression geraten, die uns lähmt, ist keine gute Sache. Doch zum Glück kann man sich gegen viele Stimmungstiefs erfolgreich zur Wehr setzen. Mit Licht, Farbe und viel Gemütlichkeit lässt sich der Winter gut überstehen – und der nächste Frühling steht ja auch bereits in den Startlöchern.

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