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10 royale Einrichtungstipps zum Dreikönigstag

Sira Huwiler-Flamm

Am 6. Januar feiern wir den Dreikönigstag – im Tessin, in den Kantonen Schwyz und Uri sowie in manchen Teilen von Graubünden ist der Tag sogar ein gesetzlicher Feiertag. Caspar, Melchior und Balthasar sollen der Bibel nach damals dem Stern zum Jesuskind gefolgt sein und es reich beschenkt haben. Anlass genug, mal genauer hinzuschauen: Mit welchen Möbelstücken und Accessoires lebt es sich so richtig königlich?

Ein Zimmer ist im royalen Stil eingerichtet.
© Getty Images/ Frank Herfort

In diesem Artikel

1. Opulente Stoffe: Samt, Velours und Brokat

Ob Vorhänge, Kissen, Decken oder Polstermöbelbezüge – besondere Stoffe lassen textile Accessoires hochwertig und extravagant wirken. Ein echtes Revival erlebt zurzeit Samt. Mit seinem weichen Fall und seiner schimmernden Oberfläche ist dieser schwere Stoff ein opulenter Überzug für Kissen, Polster und Wandverkleidungen – und dazu noch kuschelweich. Spiegel- oder Pannesamt ist besonders glänzend.

Ebenso voller Lichtspiel kommt er in ähnlichen Möbelstücken und Accessoires zum Einsatz: Velours. Seine Fasern sind etwas länger und dadurch noch flauschiger. Doch der wohl prunkvollste Edelstoff ist Brokat. Hauchdünne Gold- oder Silberfäden werden in dieses schwere Material aus Baumwolle oder Seide miteingewebt. Während echter Brokat neben ähnlich aufwendigen Stoffen wie Jacquard und Damast auch heute noch zu den teuersten Stoffen der Welt gehört, findet man Mischgewebe mit glänzenden Metallfäden auch zu günstigeren Preisen. Durch seine auffälligen Muster ist Brokat besonders als Dekorationsstoff sowie an Möbelstücken oder sogar als Tapete beliebt.

2. Pompöse Hingucker: funkelnde Kronleuchter

Nichts erfüllt einen grossen Raum mehr mit Glamour als ein funkelnder Kronleuchter. Wie der Name schon sagt, erinnert die Form häufig an eine Krone. Und schon seit Jahrhunderten schmücken Adelshäuser und Kirchen, aber auch die Reichen und Schönen, ihre repräsentativen Säle mit den pompösen Lichtquellen. Wo ursprünglich viele echte Kerzen auf mehreren Ebenen verteilt die Räume mit Helligkeit fluteten, zieren heute ovale Glühbirnen die glitzernde Deckenbeleuchtung.

Je nach Grösse sorgen Dutzende, Hunderte oder sogar Tausende geschliffene Glassteine für eine spezielle Brechung des Lichts und eine besonders stimmungsvolle Atmosphäre. In Zimmern mit hohen Decken entfaltet ein Deckenkronleuchter seine Wirkung erst so richtig. Aber mittlerweile gibt es auch kleine Modelle, Tisch- und Stehkronleuchter, die selbst Bad, Küche, Kinderzimmer oder Essecke einen Hauch von Festlichkeit verleihen.

Ein funkelnder Kronleuchter hängt inmitten einer modernen, weissen Küche mit hohen Wänden.

Modern und pompös funktionieren auch in Kombination – hier mit einem funkelnden Kronleuchter über einem schlichten Esstisch.

3. Kinderzimmer: ein Traum für Prinzessinnen und Prinzen

Ein Zimmer für kleine Prinzessinnen oder Prinzen – das muss heute weder klassisch rosa noch klassisch blau gestaltet sein. Kinder nächtigen ebenso romantisch und schön in gedeckten Beige-, Grau- und Weisstönen. Wie auch bei den Erwachsenen sorgen Kronleuchter und ein weich fliessender Baldachin über dem Bett zusätzlich für königliche Stimmung.

Verschnörkelte Kommoden, fallende, bodentiefe Vorhänge, lieblich verspielte Wandspiegel und dezente Accessoires mit Kronen, Schwertern, Drachen und Einhörnern lassen jedes kleine Ritter- oder Ladyherz höherschlagen. Je nach Geschmack passen Teppiche, Decken und Kissen in sanften Tönen in das Zimmer der Mini-Royals.

4. Festlich tafeln: Porzellan und Kristallglas

Dinieren wie die Adligen? Porzellan, Kristallglas und echtes Silberbesteck machen es möglich – und erfreuen sich zurzeit wieder grosser Beliebtheit. Wer vom Grossmami ein Kaffeeservice oder das Familiensilber geerbt hat, kann sich also freuen. Zugegeben, echt handbemaltes Porzellan aus Meissen oder von Kilchberg-Schooren ist teuer. In Brockistuben und auf Flohmärkten findet man aber die eine oder andere Rarität wie blau-weisse Tellerchen, Kannen mit floralen Mustern oder goldenen Verzierungen.

Überhaupt ist Goldbesteck inzwischen wieder sehr trendy. Zumindest, wenn es nicht mehr so schwer und wuchtig daherkommt wie früher, sondern modern und minimalistisch interpretiert wird.

Übrigens: Auch als Dekoelemente sind Porzellanfiguren, Kristallglasschalen und -karaffen im royalen Stil Must-haves – und schon ein paar besondere Einzelteile genügen. Servieren Sie Ihren Gästen Zuckerwürfel aus der Kristallglasschale mit einer silbernen Zuckerzange – Sie werden entzückt sein!

Porzellan mit Marmor-Optik und Besteck in Schwarz und Gold – das ist die moderne Alternative zur feudalen Festtafel.

Die moderne Alternative zur feudalen Festtafel: Porzellan mit Marmor-Optik und Besteck in Schwarz und Gold.

5. Edle Farbe: Königsblau

Royalblue oder Königsblau ist wohl die royale Farbe schlechthin. Den Namen hat der tiefe, leicht ins Rötliche gehende Blauton von den Uniformen der Hofangestellten und Leibgardisten des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV. Er liess das Prunkschloss Versailles erbauen und gehört wohl zu den stilprägendsten Adligen der Geschichte. Goldverzierungen, Brokattapeten, riesige Kronleuchter, Spiegel, Wand- und Deckengemälde – und natürlich alle zehn Punkte, die in diesem Text Erwähnung finden – hat Ludwig XIV. beherzigt, gelebt und zelebriert wie kein anderer.

Heute gibt es samtene Polstermöbel und Betten in Königsblau, ebenso wie grosse Teppiche oder schwere Vorhänge. In modernen Wohnungen kann eine königsblaue Wand gepaart mit royalen Möbelstücken oder Accessoires dem Daheim einen musealen Charakter verleihen. Besonders Gold oder Silber und Königsblau harmonieren gut. Aber auch Edelsteinfarben wie Smaragdgrün und Rubinrot – wieder in Kombination mit Gold oder Silber – lassen ein Interieur feudal und elegant wirken.

6. Thronen wie Könige: Sitzmöbel im Chesterfield-Stil

Ein weiches, mit Samt, Velours oder Brokat bezogenes Polster, breite Armlehnen, eine hohe aufrechte Rückenlehne und alles aufwendig mit verschnörkelten Schnitzereien verziert – das ist das Paradebeispiel für einen Thron. Und egal ob bei angesagten Designern oder in Möbelhäusern für die breite Masse: Überall sind solche royalen Sessel mittlerweile im Angebot. Wer es etwas schlichter mag, findet auch weniger bunte Ausführungen, etwa mit braunem oder schwarzem Echtlederbezug.

In den schwungvoll und zugleich wuchtig gestalteten Möbeln mit Knopfheftung sitzt man zugleich gemütlich und aufrecht – so soll es sich der britische adlige Gentleman Philip Dormer Stanhope, vierter Earl of Chesterfield, im späten 18. Jahrhundert gewünscht haben, als der die erster Sitzmöbelkollektion in Auftrag gab.

7. Prunk und Kitsch – aber im richtigen Mass

Häufige royale Symbole sind Kronen, Edel- und Glassteine im Brillantschliff und stilisierte Schwertlilien, die wie kein anderes Bild die französische Monarchie symbolisieren. Auch grosse Mode- und Interior-Designer haben sich von solch royalen Symboliken inspirieren lassen, so setzt zum Beispiel Versace in seiner Home-Kollektion bei Tapeten, Teppichen, Heimtextilien und Geschirr auf Kronen, Lorbeerkränze und weitere florale Muster – Gold ist auch hier die Farbe, die den Ton angibt.

Prunk und Kitsch gehören sicherlich dazu. Aber Achtung: Ein royales Interior-Design kann schnell überladen wirken. Die Kunst liegt darin, im richtigen Mass Akzente zu setzen. Wählen Sie hochwertige oder zumindest nicht offensichtlich billig wirkende Materialien und übertreiben Sie es nicht. Zu voll kann schnell zu viel sein. Eine klare Raumstruktur und wenige, gezielt gewählte extravagante Hingucker schaffen Ordnung – und den Wow-Effekt!

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8. Fürstliche Rahmen und Spiegel

Bodentiefe Wandspiegel und riesige Gemälde in üppigen goldenen Rahmen gehören ebenfalls zu den Must-haves, wenn man es fürstlich und opulent mag. Klassiker sind massive Holzrahmen im Barock- oder Rokoko-Stil: meistens golden, aufwendig und geschwungen mit Ornamenten verziert. Die Formenvielfalt reicht von rechteckig über oval bis hin zu symmetrisch, bauchig und wuchtig. Auch schlichtere Rahmen, in Gold oder Silber, dienen als besonderer Wandschmuck.

Das Gute: Spiegel können kleine Räume sogar grösser wirken lassen. Schon Ludwig XIV. nutzte diesen Effekt in seinem Spiegelsaal von Versailles – damit der grosse repräsentative Festsaal noch grösser wirkte.

9. Möbelstücke: massiv und aufwendig verziert

Wertige, langlebige Möbelstücke aus massivem Echtholz prägen jede königliche Einrichtung. Denn: Billig darf es auf keinen Fall wirken. Stattdessen zieren schwere Marmorplatten, goldene Füsse und Messingbeschläge Kommoden, Tische und Schränke – keine Freude allerdings für Zügelhelfer!

Neben naturbelassenen oder durchsichtig lackierten dunklen Massivhölzern sind auch wuchtige Möbelstücke in Schwarz oder Weiss im königlichen Einrichtungsstil beliebt. Moderne Varianten kombinieren heutzutage gerne Weiss oder Schwarz mit aufwendig verzierten vergoldeten Ornamenten oder Schnitzarbeiten.

Vor einem vertäfelten Kamin stehen ein Sofa und ein Sessel mit Samtbezug und Knopfheftung. In der Mitte hängen ein grosser goldener Wandspiegel und ein Kronleuchter.

Polstermöbel mit Wow-Effekt: Mit Samtbezug und Knopfheftung sind Sofa und Sessel die royale Variante des Chesterfield-Polstermöbels.

10. Nächtigen wie die Adligen

Ein Himmelbett ist sicher der Klassiker, wenn man an ein königliches Schlafgemach denkt. Aber es muss nicht gleich eine komplette Neuanschaffung sein: Mit einem Baldachin verwandeln Sie jedes Bett schnell in eine Schlafoase mit Himmelbettcharakter.

Aber natürlich gibt es auch zahlreiche königlich anmutende Betten im Detailhandel. Was sie alle gemeinsam haben: ein grosses Kopfteil mit Knopfheftung – und eine riesige Liegefläche mit hoher Matratze, vielen Kissen und verschnörkelten Verzierungen. Auch hier prägen Gold und Silber in Kombination mit Weiss, Schwarz, Grau, Smaragdgrün, Rubinrot oder Königsblau das Erscheinungsbild.

Fazit: Ein bisschen Pomp kann nicht schaden

Der royale Einrichtungsstil ist sicher nichts für Minimalisten: Er ist repräsentativ, auffällig und schreit ganz laut: «Hier bin ich!» Aber es muss ja nicht gleich das ganze Haus mit Pomp und Kitsch überladen werden. Doch ob nun ein ganzes Zimmer, ein einzelnes Möbelstück, ein funkelnder Kronleuchter oder ein besonderes Porzellanservice – das alles hat das Potenzial, zum neuen Lieblingsblickfang in den eigenen vier Wänden zu werden.

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